Nothilfe für die Betroffenen des Konflikts

von Kenneth Dakat, 29.03.2014

Hunger, Flucht und Gewalt: Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik ist nach einem Jahr Bürgerkrieg weiterhin bestürzend. Brutale Konflikte zwischen verschiedenen Milizen, Frieden- und Regierungstruppen haben das Land in eine humanitäre Katastrophe gestürzt, die Millionen Menschen betrifft. Neben dem fehlenden Sicherheitsaspekt, sind Hunger und Hygiene große Probleme, die es in den Griff zu kriegen gilt.

Die humedica-Koordinatoren Margret Müller und Kenneth Dakat haben sich auf den Weg in die Hauptstadt Bangui gemacht, um in den dortigen Flüchtlingscamps dringend benötigte Hilfsgüter zu verteilen. In ihrem aktuellen Blog berichten sie über die schwierigen Umstände ihrer Arbeit und die katastrophalen Lebensbedingungen der Menschen im Land.

Tag 2 in Bangui - Fragen über Fragen

Die Bewohner der Flüchtlingscamps in Bangui benötigen elementare Dinge. Die meisten der Menschen dort schlafen auf dem nackten Boden, ohne Decke, ohne Matratze. Umso häufiger das Morden und die Schießereien werden, desto enger wird es im Camp. Manche Menschen kehren in der Nacht in ihre Häuser zurück. Andere bleiben, ganz einfach weil sie keine Häuser mehr haben, in die sie zurückkehren können.

Eigentlich wollten wir mit Hilfsgütern gefüllte Plastikeimer an die Vertriebenen verteilen, doch die Umstände erfordern einen neuen Plan. Die Herstellerfirma wurde wie auch die meisten anderen Firmen bereits zu Beginn des Kriegs zerstört. Das bedingt natürlich, dass die Preise in absurde Höhen schießen, da so ziemlich Alles aus den Nachbarländern importiert werden muss.

Die Zugangswege in die Stadt und zum Flughafen sind blockiert. Immer wieder sterben Menschen bei dem Versuch sie zu passieren. Es ist ein ständiges Kräftemessen zwischen den Regierungstruppen und den Rebellen. In diesen Tagen jährt sich der Umsturz zum ersten Mal und alles wird noch komplizierter, noch gefährlicher, noch unübersichtlicher. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich Schüsse und Granaten. Der Krieg ist omnipräsent. Der Krieg ist Realität.

Doch wie wird es in der Zentralafrikanischen Republik weitergehen? Wird die Einheit wieder hergestellt werden? Wird die Anarchie und die Gesetzlosigkeit ein Ende finden? Werden die Kinder wieder fröhlich zur Schule gehen können? Wann werden das Hungern und das Chaos aufhören? All das sind Fragen, die mir durch Kopf gehen. Fragen, auf die ich auch heute keine Antwort weiß.

Die Umstände in den Flüchtlingslagern in Bangui sind bestürzend. Foto: humedica

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×