Nothilfe für syrische Kriegsflüchtlinge

von Lina Koch, 31.05.2014

Sie gehört zu den größten Katastrophen unserer Zeit: Seit über drei Jahren diktiert die Syrienkrise den Alltag von Millionen Menschen in und außerhalb des Landes. Viele der Betroffenen sind über die syrische Grenze in den kleinen Nachbarstaat Libanon geflüchtet und benötigen dringend externe Hilfe. Hilfe, die humedica dank der Unterstützung des Auswärtigen Amts seit beinahe einem Jahr leisten kann.

humedica-Mitarbeiterin Lina Koch befindet sich momentan im Osten des Libanons. In ihrem Blog berichtet sie über die aktuelle Situation der Flüchtlinge und ihren täglichen Kampf um ein Stück Alltag.

Tag 2 im Libanon - Amanis Lächeln

Der heutige Tag führt das humedica-Ärzteteam in das Flüchtlingslager Nummer 28. Es liegt an der Seite einer viel befahrenen Straße, über die eine junge Frau gerade eine Horde Ziegen scheucht. Weder Autofahrer noch Ziegen scheinen sich an dem direkten Kontakt zu stören und so biegen wir mit unseren Jeeps in die holprige Einfahrt des Lagers.

In einem extra für unseren Besuch leer geräumten Zelt sind die beiden Behandlungsplätze sowie der Apothekentisch schnell aufgebaut. Draußen spannen die beiden humedica field officers David und Ziad eine Plane, unter der die wartenden Patienten Schutz vor der brennenden Sonne finden.

Es scheint als würden sich alle Bewohner des Camps um das Behandlungszelt scharen. Nicht alle von ihnen sind krank, doch endlich geschieht etwas Abwechslung in ihrem sonst so tristen Alltag. Dass es sich dabei hauptsächlich um Kinder handelt, bestätigt die von UNHCR veröffentlichte Äußerung, dass 52,5 Prozent aller syrischen Flüchtlinge noch keine achtzehn Jahre alt sind.

Bei einem Gang durch das Lager lerne ich die junge Mutter Amani kennen. Sie lädt mich in ihr Zelt ein, wo sie mit den insgesamt fünfzehn Kindern von sich und ihrer toten Schwester lebt. Es besteht aus einem circa zwölf Quadratmeter großen Schlafzimmer und einem weitaus kleineren Vorraum, der als Kochstelle verwendet wird. Wie in dieser Enge sechzehn Menschen Platz zum Schlafen finden sollen, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Doch Amani lächelt während sie mir erzählt, dass sie bereits seit über einem Jahr hier lebt.

Wie hat sie es geschafft in dieser Situation ihr Lächeln zu behalten? Werden sie und ihre Kinder jemals das Trauma der Flucht verarbeiten können? Und wann wird sich ihr Leben endlich wieder zum positiven wenden? Vieles bleibt mir bei diesem Besuch unklar, doch ich bin froh, dass wir die Flüchtlinge in ihrer Not nicht alleine lassen. Natürlich werden wir ihnen niemals ihr altes Leben zurückgeben können, aber vielleicht können Amani und ihre Kinder dank der Arbeit unserer Ärzte nachts besser schlafen. Ich hoffe es zumindest!

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