Nothilfe für syrische Kriegsflüchtlinge

von Lina Koch, 30.05.2014

Sie gehört zu den größten Katastrophen unserer Zeit: Seit über drei Jahren diktiert die Syrienkrise den Alltag von Millionen Menschen in und außerhalb des Landes. Viele der Betroffenen sind über die syrische Grenze in den kleinen Nachbarstaat Libanon geflüchtet und benötigen dringend externe Hilfe. Hilfe, die humedica dank der Unterstützung des Auswärtigen Amts seit beinahe einem Jahr leisten kann.

humedica-Mitarbeiterin Lina Koch befindet sich momentan im Osten des Libanons. In ihrem Blog berichtet sie über die aktuelle Situation der Flüchtlinge und ihren täglichen Kampf um ein Stück Alltag.

Tag 1 im Libanon - Die versteckte Katastrophe

Seit über einem Jahr berichte ich bereits von meinem Schreibtisch über die Flüchtlingssituation im Libanon, nun bin ich selbst vor Ort: Am frühen Nachmittag lande ich in Libanons Hauptstadt Beirut. Der Flug ist ausgebucht, die Stimmung der Fluggäste entspannt. Nichts deutet daraufhin, dass wir uns in einer Krisenregion befinden.

Auf dem Weg von Beirut nach Zahlé, dem Standort des humedica-Projekts, wundere ich mich über die zahlreichen brasilianischen und deutschen Länderflaggen an Autos und Gebäuden. „Die Libanesen bereiten sich auf die Fußballweltmeisterschaft vor. Die Teams aus Brasilien und Deutschland sind hier am beliebtesten.“, erklärt mir humedica-Projektkoordinatorin Suanne Carl. Auch hier verstecken sich also keine Hinweise auf die erwartete Flüchtlingsproblematik.

In Zahlé lerne ich Assistenzkoordinator Nader kennen. Vor über einem Jahr ist er aus Syrien geflüchtet, sein Frau und seine beiden kleinen Töchter leben noch immer dort. Man mag sich kaum vorstellen, wie es sein muss, seine Familie in den Fängen des Krieges zurücklassen zu müssen. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg aus der Stadt in Richtung der Flüchtlingslager. In der Stadt selbst sehe ich noch immer keine Anzeichen von Flüchtlingen.

Außerhalb passieren wir einen der zahlreichen Militärkontrollpunkte und plötzlich vollzieht die Realität eine rabiate Kehrtwende. War der Anblick aus der Fensterscheibe eben noch vom alltäglichen Treiben der Bewohner Zahlés geprägt, taucht plötzlich ein provisorisches Zeltlager nach dem anderen auf. LKW-Planen spannen sich um Holzbretter und bilden so kleine Unterkünfte für tausende Menschen. Kinder in verdreckter Kleidung spielen allein am Straßenrand. Es riecht unangenehm. Die Melancholie dieser Situation ist beinahe greifbar.

Hier versteckt sie sich also – eine der größten humanitären Katastrophen unserer Zeit. Und sie präsentiert sich schonungsloser als erwartet...

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×