Hilfe für Opfer der eingestürzten Textilfabrik in Dhaka abgeschlossen

von Jasmin Eigemann, 14.07.2014

Die 17 Frauen strahlen um die Wette. Heute ist ihr Tag. Der Tag, für den sie die vergangenen vier Monate gearbeitet haben. Sie sind Absolventinnen des von humedica angebotenen Nähkurses, der den Opfern der eingestürzten Textilfabrik beim Aufbau eines kleinen Gewerbes helfen soll und damit ihre Zukunft sichert. Das Zertifikat in ihren Händen bezeugt es. In diesem Moment verblassen die Schatten, die der 24. April 2013 über ihre Schicksal und das ihrer Familien warf.

Es war der schwerste Fabrikunfall, den Bangladesch bisher erlebt hatte. Annähernd 4.000 Menschen befanden sich in dem maroden Rana Plaza-Gebäude, als es morgens gegen 9 Uhr einstürzte. 1.127 Menschen kamen um ihr Leben, über 1.300 der 2.700 Überlebenden erlitten schwere Verletzungen.

Der Unfall sorgte weltweit für Aufruhr und machte auf die unmenschlichen Bedingungen in der Textilherstellung aufmerksam. Denn auch große Modehäuser ließen in der Fabrik produzieren. Trotzdem war die Katastrophe nach kurzer Zeit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden.

Nach der Katastrophe begann der eigentliche Kampf für die Opfer. Viele Überlebende erlitten schwere Traumata und konnten es sich nicht mehr vorstellen, in Textilfabriken zu arbeiten. Tagelang waren sie unter den Trümmern eingeschlossen, lagen zwischen ihren Toten Freundinnen und Kolleginnen.

Auch wenn ihnen nicht wie anderen Arbeiterinnen Gliedmaßen amputiert werden mussten, konnten sie die körperlich sehr anstrengende Arbeit nicht weiter ausführen. Hunderte Familien verloren ihre einzige Einkommensquelle. Besonders Witwen, die oft nur eine schlechte Grundausbildung hatten, waren davon betroffen. Zahlungsunfähig wie sie waren, drohte ihnen die Obdachlosigkeit.

An diesem Punkt setzte die Hilfe von humedica ein. Zusammen mit dem langjährigen lokalen Partner Koinonia Bangladesh begleitete und unterstützte humedica sechs Monate lang 35 besonders betroffene Familien finanziell und half ihnen durch die ersten Monate.

Um gleichzeitig eine Perspektive für Eigenversorgung zu gewährleisten, wurde eine viermonatige Ausbildung zur Näherin angeboten. Die Grundlage für die Gründung eines eigenen Geschäfts. An diesem Vollzeittraining nahmen sowohl ehemalige Fabrikarbeiterinnen, als auch verwitwete Frauen teil und erhielten neben theoretischem und praktischem Wissen auch Geld zur Unterstützung ihres Haushalts.

Eine nachweislich starke Hilfe für die Opfer war ein auf Industrieunfälle spezialisierter Psychologe, der die 17 Frauen in Ausbildung und fünf weitere Opfer im Rahmen von therapeutischen Maßnahmen betreute. Zwei Überlebenden mit massiven Verletzungen konnte eine medizinische Behandlung ermöglicht werden.

Zum Ende des Trainings erhielten alle Teilnehmerinnen von ihnen gewünschte Nähmaterialien und Stoffe, Kleidung, eine zum Nähen benötigte Kettelmaschine und eine eigene Nähmaschine. Startkapital für eine Zukunft!

Damit unsere Hilfe auch weiterhin dort eingesetzt werden kann, wo sie gebraucht wird, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Mit Ihrer Unterstützung ermöglichen Sie es humedica Leidtragenden ohne Umwege beizustehen. Vielen Dank!

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×