Zum Internationalen Tag der humanitären Hilfe

von Lina Koch, 19.08.2013

Der Internationale Tag der humanitären Hilfe wurde 2008 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen. Ein Tag, um die schwierige Arbeit der weltweiten Helferinnen und Helfer zu würdigen und ins Gedächtnis der globalen Öffentlichkeit zu rufen. Hintergrund der Gründung ist der Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003, bei dem 22 Mitarbeiter der Vereinten Nationen ihr Leben verloren.

Es waren Menschen, die trotz bestehender Gefahr bereit waren, anderen zu helfen. Menschen, die sich Abseits der eigenen Heimat, oft fern von ihren Familien, in einer für sie fremden Kultur zurechtfinden mussten. Menschen, wie die zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte von humedica.

Anlässlich des fünften Jahrestags möchten wir die Chance nutzen und konkret erklären, was humanitäre Hilfe charakterisiert und in welchem Umfang sich humedica in diesem Bereich engagiert.

VENRO, der deutsche Dachverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen, bei dem auch humedica Mitglied ist, definiert humanitäre Hilfe wie folgt: „Humanitäre Hilfe richtet sich an die Opfer von Krisen und Katastrophen. Sie hat zum Ziel, Leben zu retten und menschliches Leid zu mildern und wird unabhängig von der ethnischen, religiösen und politischen Zugehörigkeit der Opfer geleistet.“

Als normative Grundlagen gelten die Genfer Konventionen von 1949, die Flüchtlingskonvention aus dem Jahr 1951, sowie der Verhaltenskodex für die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und Nichtregierungsorganisationen bei Katastropheneinsätzen.

Ethisch betrachtet möchte die humanitäre Hilfe laut Vereinbarung ein Zeichen der Menschlichkeit setzen, Respekt für die Würde der Betroffenen wahren und bedingungslose Hilfe für Menschen in Not leisten.

VENRO-Mitglieder wie humedica verpflichten sich darüber hinaus, sich an die humanitären Prinzipien der Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und Neutralität zu halten.

Vereinfacht gesagt: Die humanitäre Hilfe handelt ausschließlich im Interesse der von Naturkatastrophen oder Konflikten betroffenen Menschen. Sie richtet sich nicht nach ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht oder politischer Überzeugung. Sie interessiert sich nicht für die Absichten von Regierungen oder anderer Machthaber. Sie möchte nur eines: Menschen in Not und Armut unterstützen.

Laut OCHA, dem UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, waren im Jahr 2012 etwa 60 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – eine immens große Zahl; Italien hat in etwa so viele Einwohner. Sie alle benötigen Dinge, wie Medikamente, Nahrungsmittel oder Kleidung. Mitunter auch alles gleichzeitig.

humedica leistet seit 34 Jahren effiziente und schnelle humanitäre Hilfe. Mit Projekten in 90 Ländern seit dem Gründungsjahr 1979, konnte Menschen auf unterschiedliche Weise unterstützt werden. So wurde neben medizinischer Not- und Katastrophenhilfe, der Fokus auch auf Hilfsgüterlieferungen, Wiederaufbau und Familienpatenschaften gelegt.

542 Familien werden augenblicklich im Rahmen des Patenschaftsprogramms unterstützt. Durchschnittlich 462 Tonnen Hilfsgüter haben in den vergangenen Jahren die humedica-Lagerhallen verlassen. Der Gesamtwert der Hilfe beträgt bis zum heutigen Tag etwa 120 Millionen Euro.

Die größten und umfangreichsten Projekte in der Geschichte von humedica stellten dabei der katastrophale Tsunami in Sri Lanka im Jahr 2004 und das folgenschwere Erdbeben in Haiti von 2010, wo die Wiederaufbau- und Hilfsmaßnahmen bis heute andauern.

Dieses Resultat, dass vielmehr als Zwischenergebnis gesehen werden sollte, konnte nur dank des unermüdlichen Engagements unserer zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, Freunde und Förderer erreicht werden.

Aus diesem Grund möchten wir am heutigen Tag – dem Internationalen Tag der humanitären Hilfe – unseren tiefsten Dank an die Einsatzkräfte und Unterstützer von humedica aussprechen. Ohne Euch wären unsere weltweiten Hilfsmaßnahmen nicht möglich. Vielen herzlichen Dank!

Bitte lasst uns gemeinsam auch bei allen zukünftigen Aufgaben zusammen stehen. Gemeinsam hoffen, bangen, weinen, lachen. Gemeinsam helfen!

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