Training lokaler Mitarbeiter im Flüchtlingslager Bubukwanga

von Simone Winneg/LKO, 19.09.2013

Medizinische Hilfe in einem Flüchtlingslager bedeutet für Einsatzteams nicht immer nur das direkte Behandeln von Patienten. Bisweilen müssen auch lokale Mitarbeiter im Umgang mit den Kranken geschult und an die neuste Technik herangeführt werden. humedica-Koordinatorin Simone Winneg ist gerade aus dem ugandischen Flüchtlingslager Bubukwanga zurückgekehrt und weiß, wie wichtig die gute Ausbildung aller Helfer ist.

„Es ist schwülwarm. Die nachmittägliche Sonne hat den strömenden Regen abgelöst. Die Hitze staut sich in den Zelten, in denen kongolesische Flüchtlinge und Anwohner der ugandischen Nachbargemeinde behandelt werden oder auf ihre Medikamente warten.

An diesem Nachmittag sind es nur noch wenige Patienten, die unter den großen weißen Zelten auf ihre Untersuchung warten. Die medizinischen Fachkräfte von humedica und der amerikanischen Partnerorganisation MTI (Medical Teams International) haben während der letzten sechs Stunden über 250 Menschen behandelt.

Die Meisten von ihnen leiden unter Atemwegserkrankungen, dicht gefolgt von Malaria. Fast jeder Dritte wurde positiv auf die gefährliche Tropenkrankheit getestet und erhält nun die lebensnotwendige Therapie. Schwere Fälle werden stationär betreut – sie belegen damit rund 80 Prozent aller vorhandenen Betten.

Doch heute steht nicht nur die übliche Visite, sondern auch die Weiterbildung der lokalen Mitarbeiter auf dem Programm unseres Einsatzteams. Denn nach einem anstrengenden Tag in der nahegelegenen Klinik, nimmt sich der amerikanische Krankenpfleger Mike Moxness unserer Partnerorganisation MTI noch ein wenig Zeit, den Krankenschwestern, Pflegern und Hebammen wichtige Wiederbelebungstechniken zu zeigen.

Motiviert imitieren die Teilnehmer Patient und Helfer und trainieren so für den Ernstfall. „Was mache ich in einem Notfall zuerst?“ fragt Mike Moxness – ein Chor aus fünfzehn jungen Leuten antwortet geschlossen „Hilfe rufen!“

Stabile Seitenlage, Beatmungstechniken und Herzdruckmassage stehen auf der Agenda. Themen, die unter den vorherrschenden Umständen lebensrettend sein können. Um die Ausstattung der Gesundheitsstation zu verbessern, haben MTI und humedica neue Beatmungsbeutel angeschafft – ein Hilfsmittel, das man in Deutschland zwar überall findet, dem ugandischen Personal jedoch neu ist.

Und damit der Beatmungsbeutel auch wirklich einmal Leben rettet, wird auch seine Anwendung geübt und geübt. Denn darum geht es in diesem Training: Was tun wir in Notfallsituationen? Was brauchen wir dafür? Wo finden wir es und wie gebrauchen wir es richtig?

Nach 90 Minuten sitzt das neu erlernte Wissen und die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen. Am Ende klatschen alle Teilnehmer begeistert Beifall. Unsere ugandischen Kollegen gehen an diesem Tag mit viel neuem Wissen nach Hause. Wissen, das in Notsituationen Menschenleben retten kann – im Flüchtlingslager, bei Unfällen auf der Straße und in ihrem eigenen Zuhause.

Seit August ist humedica mit dem Projektpartner MTI im Übergangslager Bubukwanga am Ort, um dringend notwendige medizinische Hilfe für kongolesische Flüchtlinge zu leisten. Dank der großzügigen Unterstützung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland ist es möglich, im Durchschnitt 350 Patienten täglich zu behandeln.

Obwohl das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen gemeinsam mit der ugandischen Regierung wöchentliche Umsiedlungen in ein größeres und komfortableres Lager umsetzt, leert sich das Camp nur langsam. Jeden Tag erreichen neue Flüchtlinge das Camp.

Auf Lastwagen, mit großen Bündeln auf den Häuptern und bepackt mit allem, was sie tragen konnten. Man sieht Matratzen und Kleidung, hier und da einen Wasserkanister oder ein paar Töpfe.

In Bubukwanga finden Sie eine sichere Unterkunft, Nahrungsmittel und medizinische Hilfe. Mit Ihrer Unterstützung, liebe Freunde und Förderer, kann humedica diesen Flüchtlingen einen kleinen Hoffnungsschimmer in ihrer schweren Notlage geben. Bitte helfen Sie uns auch weiterhin mit einer gezielten Spende. Vielen Dank!“

      humedica e. V.
      Stichwort „Flüchtlinge Uganda"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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