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Verteilung bisher erfolgreich – Sicherheitslage weiter angespannt

Patrick Khamadi berichtet aus Syrien

von Patrick Khamadi/ DWA, 12.02.2013
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Die humedica-Einsatzkräfte Patrick Khamadi und Klaus Ruhrmann starteten am vergangenen Mittwoch nach Syrien, um die Decken und andere Hilfsgüter, wie Rollstühle, Krücken und winterfeste Kinderschuhe an die Flüchtlinge zu verteilen. Der Bericht von Patrick Khamadi ist sehr ermutigend.

Die Verteilung der Decken und Hilfsgüter läuft reibungslos, obwohl die Sicherheitslage weiterhin angespannt bleibt. Foto: humedica/Patrick Khamadi

„Mit großer Freude und Dankbarkeit kann ich berichten, dass wir heute einen sehr guten Tag erleben durften, der ganz im Zeichen einer gesegneten Verteilung im Norden Syriens stand.

Dieser war nach dem sehr herausfordernden, letzten Tag äußerst wohltuend: Am gestrigen Samstag hatten wir Probleme, die Hilfsgüter durch die Türkei über die syrische Grenze zu bekommen. Heute indes sind Klaus und ich mit Freude erfüllt, weil wir sehen, wie wunderbar der Tag verlaufen ist.

Wir konnten bisher 1350 warme Wolldecken an die Binnenflüchtlinge verteilen. Außerdem brachten wir acht Rollstühle, ein Paar Krücken, über 35 selbstgestrickte Babydecken (die von einer Allgäuer Frauengruppe hergestellt wurden) und einiges an warmer Winterbekleidung für Kinder und Babys zu den Flüchtlingen.

Die Verteilung dieser Hilfsgüter erfolgte in Suran, Ehteimlat, Al-Ghilanieh, Turkman Bareh und Talaleen. Diese fünf Regionen liegen alle in einem Radius von etwa 70 Kilometern in Nordsyrien, unweit der Millionenmetropole Aleppo.

Spannung, Herausforderung, Emotion und Action

Gestern, am 9. Februar 2013 kamen wir um 10 Uhr morgens an der Türkisch-Syrischen Grenze an. Gott sei es gedankt, dass wir um 16 Uhr die Waren auf einen syrischen LKW umgeladen hatten und gegen 18 Uhr tatsächlich weiterkamen.

Die Hilfsgüter erreichten die Lagerhalle schließlich abends um 20 Uhr, jedoch musste der LKW von drei Traktoren gezogen werden, da der Schlamm um das Lagergebäude in Talaleen die Reifen durchdrehen ließ und kein Vorankommen mehr möglich war. Das war eine äußerst spannende Angelegenheit…

Der Mann wurde bei einem Bombenanschlag verletzt und bekam nun von humedica einen Rollstuhl geschenkt. Foto: humedica/Klaus Ruhrmann

Die ganze Stadt Talaleen war wach, viele Kinder kamen angelaufen, um sich das außergewöhnliche Spektakel nicht entgehen zu lassen. Innerhalb von 30 Minuten wurden alle Hilfsgüter vom LKW in das Warenhaus transportiert.

In der Ortschaft Suran begann die Verteilung am folgenden Tag um 9 Uhr: Die Flüchtlinge waren überaus erfreut humedica mit Hilfsgütern zu sehen… Es war sehr aufregend, die Freude in den Gesichtern der Frauen zu beobachten, die die gestrickten Decken für sich und ihre Babys bekamen. Besonders als wir ihnen erzählten, dass die Babydecken von einigen deutschen Frauen speziell für ihre Kinder in Syrien gemacht wurden, waren sie sehr gerührt und außer sich vor Freude!

Auch die Geschichten zur Verteilung der Rollstühle sind bemerkenswert. Zwei übergaben wir an Personen, die von Bombenanschlägen schwer verletzt wurden. Sechs weitere schenkten wir älteren Menschen, die kaum mehr laufen konnten. Eine Szene war besonders erheiternd, als eine der alten Frauen nicht mehr zu lachen aufhören konnte, als sie ihre Enkelkinder mit dem Rollstuhl herumfuhren…

Spannung der Sicherheitslage steigt – Verteilung geht weiter

Wir sind noch nicht am Ende unserer Verteilung in Talaleen angelangt und werden hier noch weitermachen, bevor wir dann in das Kurdische Gebiet nach Al Guz weiterziehen. Außerdem ist eine Verteilung in Marea geplant. Morgen werden wir noch einiges mehr zu tun haben als heute, aber wir hoffen, dass alles klappen und gut gehen wird.

Der Umfang und das Ausmaß unserer Verteilungen hängen von der Beschreibung der Sicherheitslage ab, die wir bekommen. Heute waren den ganzen Tag über Bombeneinschläge zu hören. Einer davon war im Gebiet Ahzaz, weil die syrische Rebellentruppe FSA (Freie Syrische Armee) und die Regierung um den letzten Flughafen kämpfen, der noch in staatlicher Hand ist.

Hier ende ich meinen Bericht in der Hoffnung, dass weiter für uns gebetet wird.

Im Frieden Gottes, herzliche Grüße aus Syrien.“
Patrick und Klaus

Besonders die selbstgestrickten Babydecken der Frauengruppe aus dem Allgäu bewegten die syrischen Mütter und Väter sehr, die Klaus Ruhrmann (links) und Patrick Khamadi verteilten. Foto: humedica/Patrick Khamadi

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