Nachhaltige Hilfe auf verschiedenen Wegen

Boote für die einen, Dächer für die anderen

von Raphael Marcus/RBU, 03.01.2013

In Point Pedro, dem nördlichste Zipfel Sri Lankas, hat humedica nach dem Tsunami im Jahr 2004 für 300 Fischerboote gesorgt und diese an Familien verteilt, die von der Fischerei leben und nach der verheerenden Flutwelle ihrer täglichen Arbeit und einziger Einnahmequelle nicht mehr nachgehen konnten.

Es ist toll“, freut sich humedica-Mitarbeiter und Koordinator, Raphael Marcus, „heutzutage den Strand von Point Pedro entlang zu laufen und auf jedem zweiten Boot das Logo von humedica zu sehen.

Jedes der Boote wird täglich eingesetzt und sie sichern bis heute das tägliche „Brot“ für viele Familien dieser Stadt, die seitdem auch noch weiteren Extremsituationen trotzen musste, beispielsweise dem Ansturm von hunderttausenden Flüchtlingen während des Bürgerkrieges.

Einer der Flüchtlinge war auch Sam Rajasuriar, der heute etwa 30 Kilometer westlich von Point Pedro in Manipay zuhause ist und die Tochterorganisation humedica International Lanka führt. Erst vor Kurzem war der Pastor wieder in Point Pedro, um gemeinsam mit Raphael Marcus Hilfsgüter an diejenigen Menschen zu verteilen, die Ende Oktober von den Fluten des vorbeiziehenden Zyklons Nilam heimgesucht worden waren.

Vor allem Nahrung, zusammen mit Moskitonetzen und Hygieneartikeln, wurde neben weiteren Gütern des täglichen Bedarfs verteilt, um den Menschen den ersten Schritt zur Normalität nach der Flut zu erleichtern und den Lebensunterhalt zu unterstützen.

Insgesamt profitierten mehr als 2.000 Familien der Region von dieser konkreten Hilfe und obgleich es sich nicht um eine langfristige oder anhaltende Unterstützung wie die von humedica gespendeten Boote handelt, ist es eine bedeutende Erleichterung für die Betroffenen. Und in vielen Fällen gar eine lebensnotwendige Hilfe. Eine Hilfe, die aus der Sicht von humedica unentbehrlich ist.

Auch auf der Insel Delft, im täglichen Leben fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, gab es enormen Schaden. Doch wer kümmert sich um die Betroffenen? Wer hatte, während Sandy in Nordamerika Stromausfälle verursachte und dutzende Tote forderte, Gedanken für eine solch weit entfernte Insel, auf der nur knapp 6.000 Menschen leben?

Gedanken an Familien, die nicht nur Schwierigkeiten haben, einen Arzt aufzusuchen, sondern denen jetzt zusätzlich auch noch das Geld fehlt, um für ein trockenes Zuhause zu sorgen und die mit dem Verlust eines ganzen Monatsgehaltes hadern?

humedica sieht es als seine Aufgabe, auch in solch stillen Katastrophen zu helfen und so wurde das sonst als Ambulanzschiff genutzte humedica-Boot mit Hilfsgütern beladen und von dem Mitarbeiter aus Deutschland und dem lokalen Team von humedica Lanka befördert. Zu einem Teil der Bevölkerung Sri Lankas, der nicht einmal die Möglichkeit hat, auf sich aufmerksam zu machen. Geschweige denn die Hoffnung oder den Glauben daran hat, dass jemand auf sie aufmerksam geworden sein könnte.

Delft – oder im tamilischen richtig Neduntheevu genannt – ist eine etwa 50 Quadratkilometer große Insel und liegt eine gute Stunde Bootsfahrt vom Festland entfernt. Nur selten verlassen die Menschen ihr Eiland, denn das Einkommen der Bevölkerung reicht gerade aus, um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren oder zu produzieren.

Die meisten der Bewohner bestreiten ihr Leben als Fischer oder betreiben Felder im Inneren der Insel. Außer Kirchen, die ihre Tore für die Nacht öffnen, falls ein Besucher das letzte Schiff zum Festland verpasst hat, gibt es keine Unterkünfte für Gäste.

Auch das humedica-Ambulanzschiff verkehrt regelmäßig und transportiert Patienten, die eine Behandlung auf dem besser ausgestatteten Festland Sri Lankas benötigen, kostenlos. Wöchentlich wird darüber hinaus ein Arzt nach Delft gebracht, der medizinische Versorgung auf der Insel leistet. Es ist nicht selten, dass innerhalb einer Woche mehrere Menschen mit Schlangenbissen nach Jaffna befördert werden müssen.

Im vergangenen Monat jedoch hat humedica dieses Schiff hauptsächlich für die Fluthilfe eingesetzt. Zunächst wurden die Hilfsgüter verschifft, im Anschluss daran die Helfer für die Verteilungen. 256 Familien erhielten durch diese Maßnahme wichtige Nahrungsmittelpakete und Material zur Reparatur der Häuser, welches der ohnehin armen Bevölkerung bei der Bewältigung der Flutzerstörungen und Regenschäden helfen soll.

Die Hilfe erreichte die Insel und deren Bevölkerung zu einer Zeit, in der die Not noch größer war und die Bedürftigkeit noch ausgeprägter als ohnehin. Inzwischen liegt die Ambulanz auch wieder im Hafen von Delft zur Beförderung von Patienten bereit.

Dass humedica diese Hilfe leisten konnte, verdanken wir der großzügigen Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Wenn Sie, liebe Freunde unserer Arbeit, den Menschen in Sri Lanka auch weiterhin zur Seite stehen möchten, können Sie dies nachhaltig und langfristig mit der Übernahme einer Familienpatenschaft oder einer einmaligen Spende für die vielfältigen Projekte von humedica Lanka tun. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Sri Lanka
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×