Was tut sich in Sri Lanka?

von Agnes Zehrer, Lina Koch, 25.07.2013

„Was immer du tust, tu es mit einem Lächeln“, besagt ein bekanntes, srilankisches Sprichwort. Für die 20 Millionen Einwohner des Inselstaates wohl meist leichter gesagt als getan. Ein 2009 nach 25 Jahren beendeter Bürgerkrieg und verheerende Naturkatastrophen lassen das von paradiesischer Schönheit gesegnete Land nur langsam zur Ruhe kommen.

Bereits in den 1980er Jahren konnte humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß Kontakte nach Sri Lanka aufbauen und erste Hilfsmaßnahmen initiieren, die im Laufe der Jahre stetig ausgebaut und erweitert wurden. Seit dem folgenschweren Tsunami von 2004, werden besonders unterstützungsbedürftige Familien auch im Rahmen eines Patenschaftsprogramms gefördert.

Dem Bedarf angepasste Sachgüter werden verteilt und die Kinder erhalten Nachhilfeunterricht. Die Frauen und Mütter, für die die Erwirtschaftung eines eigenen Einkommens in Sri Lanka sehr viel schwieriger ist, als bei uns, lernen in speziellen Schulungen die Möglichkeiten und Wege kennen, zusätzliches Einkommen zu generieren.

In den von humedica unterstützten Regionen gibt es kaum Infrastruktur und nur wenige, bezahlte Jobs. Es gibt nur bedingt elektrischen Strom, keine zuverlässige Wasserversorgung und keine Müll- oder Abwasserbeseitigung.

Die Menschen leben von der Landwirtschaft oder der Fischerei. Es sind die Männer, die das Pflügen der Äcker und das Fischen übernehmen. Die Frauen bleiben meist außen vor. Um das ehemalige Bürgerkriegsgebiet wieder an den Rest des Landes anzugliedern, werden neue Straßen und Häuser gebaut – wiederum keine charakteristische Frauenarbeit, obwohl in Sri Lanka auch Frauen auf Baustellen kein völlig ungewohntes Bild sind..

Nach und nach werden in den Ortschaften der sog. Vanni-Region wieder Marktplätze und zerstörte Schulen, medizinische sowie andere soziale Einrichtungen wieder aufgebaut oder neu errichtet. Doch finden sich nur schwerlich Ärzte und Lehrer, die unter diesen Umständen bereit sind, dort zu leben und zu arbeiten. In der Regel wandert die junge, qualifizierte Bevölkerung in die größeren Städte Jaffna, Mannar und Vavunia oder gleich in die Hauptstadt Colombo oder gar ins Ausland ab.

Neben diesen lokalen Gegebenheiten und der allgegenwärtigen hohen Arbeitslosenquote in der Nordprovinz Sri Lankas, trägt das traditionelle Familienbild mit dazu bei, daß Frauen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, sondern sich um den Haushalt, die Kinder und die Großeltern, den Garten kümmern.

Darüber hinaus hat der Bürgerkrieg viele Frauen zu Witwen oder ihre Männer zu Invaliden gemacht. Manche verkaufen deshalb selbst hergestellte Knabbereien, Näharbeiten oder Obst- und Gemüse aus ihren Gärten.

Um den Familien unterstützend zur Seite zu stehen, arrangierte humedica bereits im April dieses Jahres diverse Nähkurse für Frauen aus dem Patenschaftsprogramm. An unserem Projektstandort in der Region Pooneryn lernen sie gemeinsam mit anderen Frauen während eines halbjährigen Kurses, die handwerklichen und kreativen Geschicke des Schneiderns.

Und auch die Kinder werden im Rahmen des humedica-Familienpatenschaftsprogramms umfassend gefördert. In den vier Projektstandtorten Pooneryn, Mulankaavil, Kiraanchi und Nagapaduvaan erhalten alle Schulkinder, ob Programmteilnehmer oder nicht, die Möglichkeit zur Teilnahme am Nachhilfeunterricht in den Fächern Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften.

57 Kinder in Pooneryn und 245 Schüler und Schülerinnen in Mulankaavil, bekommen auf diesem Weg die Chance, ihrer Armut zu entkommen und die Region dank einer guten Schulbildung zu stärken.

Ein von humedica organisierter Spieletag bereitete bereits über 400 Kindern eine zusätzliche Abwechslung. Beim Sackhüpfen, Ballontanz und Eierlauf konnten die Jungen und Mädchen ihre Schnelligkeit und ihr Geschick unter Beweis stellen und wurden anschließend mit kleinen Geschenken für jeden Teilnehmer belohnt.

Doch das Engagement des humedica-Patenschaftsprogramms in Sri Lanka geht neben Nähkursen und Nachhilfeunterricht noch weiter. Um der durch die mangelhafte Stromversorgung problematischen Sicherheitslage entgegenzutreten und die Abendstunden besser nutzen zu können, hat humedica einhundert Solarlampen gekauft und bereits größtenteils unter den Teilnehmern des Familienpatenschaftsprogramms verteilt.

Auch Nähmaschinen, Fischernetze und Hygienepakete konnten neben weiteren Bedarfsgegenständen ausgegeben werden.

„Ich freue mich, zu sehen, dass unser Patenschaftsprogramm in Sri Lanka gut voran geht. Die Nähkurse machen den Frauen sichtlich Spaß und unser Nachhilfeangebot wird scharenweise von Kindern begeistert angenommen“ berichtet humedica-Mitarbeiterin Agnes Zehrer und ergänzt: „Es gibt jedoch nach wie vor noch viel zu tun, doch die positiven Fortschritte sind bereits erkennbar.“

All diese Ausführungen sind jedoch nur Bruchstücke der umfangreichen Projektarbeit von humedica, auf dem kleinen Inselstaat im Indischen Ozean. Nach wie vor gibt es am Existenzminimum lebende Frauen, Männer und Kinder, denen Sie, liebe Freunde und Förderer, ganz einfach beistehen können. Werden Sie Pate und schenken Sie mit nur 10 Euro im Monat einem Menschen eine neue Perspektive. Oder Sie wählen den Weg einer einmaligen Spende. Herzlichen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Familienpatenschaften“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer kleinen sms können Sie Großes bewirken: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Projektarbeit.

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