„Kannst du mir bitte helfen?“

von Kenneth Paul Dakat/DWA, 11.02.2013

Kenneth Paul Dakat ist einer der engagierten Helfer, der bei dem Hilfs- und Verteileinsatz von humedica und Jugend mit einer Mission (Hurlach) bei den Flüchtlingen in Sizilien dabei war. In diesem zweiten Teil des Berichts erzählt er, welche Geschichten ihm begegneten und mit welchen Wünschen ihn die Flüchtlinge konfrontierten.

„Wir sagen DANKE! Durch Ihre Unterstützung kann humedica auch weiterhin die Not unter den Flüchtlingen auf Sizilien lindern.

Obwohl die Situation der Flüchtlinge auf Sizilien nicht als angenehm bezeichnet werden kann, sind sie dankbar, hier angekommen zu sein und Unterstützung zu erhalten; sowohl von der Regierung, als auch von humanitären Helfern wie unserem Team.

Zu ihnen gehört auch eine mutige Frau und ihre kleine Tochter, die eine gefährliche Reise überstanden haben: „Die Situation wird immer schlimmer, Menschen werden zwangsrekrutiert und viele kämpfen um ihr blankes Überleben. Deshalb sind wir aus Eritrea geflohen und nach Libyen gekommen, wo wir in ein Boot gestiegen und über das Mittelmeer gefahren sind. Vor zwei Wochen kamen wir in Lampedusa an und wurden von der italienischen Regierung hierher gebracht“, berichtet eine Frau in Arabischer Sprache.

Ich erkundige mich, wie lange ihre Überfahrt gedauert habe. „Die Fahrt hat nur zwei Tage gedauert, denn das Wasser war recht ruhig“, antwortet sie sichtlich erleichtert. Mitfühlend und zugleich neugierig frage ich weiter, ob sie denn tatsächlich mit dem kleinen Kind – ich deute auf das Mädchen neben ihr – gereist sei. „Ja“, sagt sie bestimmt und blickt zu dem aufgeweckten kleinen Mädchen hinunter, das voller Energie herumturnt, während ihre Mutter sie fest an der Hand hält. „Sie ist meine Tochter.

Sie warten geduldig, bis sie an der Reihe sind, Kleidung, Schuhe und Weihnachtsgeschenke zu erhalten, die wir dank der Spender unter den Flüchtlingen verteilen können. Überraschend fragt sie mich: „Wir brauchen eine Bibel in unserer Sprache. Wir möchten gerne unseren Glauben leben, haben aber kaum Bibeln in unserer Sprache. Wie du siehst, spreche ich nur etwas Arabisch, genug, um mich mit dir zu unterhalten, aber meine Muttersprache ist Tigrinya. Kannst du mir bitte helfen?

Während wir an der Kleiderausgabe stehen und warten, wird uns bewusst, dass die Not der Flüchtlinge verschiedene Ebenen hat; natürlich in erster Linie offensichtliche physische, existenzielle. Es fehlt an Kleidung und ausreichend Lebensmitteln.

Über die existenziellen Bedürfnisse hinaus, gibt es jedoch auch massive seelische und daraus resultierende Notstände, die den Menschen zu schaffen machen. An Bildung mangelt es und auch Bibeln hätten sie gerne, wie die geschilderte erlebte Szene deutlich macht.

Manche Flüchtlinge schlafen auf dem Boden, weil ihnen noch keine Betten zugeteilt wurden. Sie baten uns eindringlich um Decken und Unterlagen. Es reichte zwar nicht für alle, aber vielen konnten wir helfen. Wir sind froh, ein Teil der Antwort sein zu dürfen, und wollen unsere Hilfe gerne auch in Zukunft fortsetzen.

Ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie unsere Arbeit unterstützen und es uns möglich machen, den vielen Flüchtlingen auf Sizilien zu helfen!“

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