„Die Kinder leiden am meisten!“

von Judith Kühl/LKO, 03.12.2013

Am 08. November trifft Super-Taifun „Haiyan“ mit unvorstellbarer Wucht auf die philippinischen Inseln Leyte und Samar und verändert das Leben hunderttausender Menschen binnen Augenblicken. „Yolanda“, wie der Sturm auf den Philippinen genannt wird, nimmt Vielen ihre Familie, ihre Gesundheit, ihr Zuhause.

Die 27-jährige Judith Kühl war für humedica als Koordinatorin im Katastrophengebiet und sah sich mit zahlreichen Schicksalen konfrontiert. Besonders ans Herz gegangen sind ihr dabei die Geschichten der beiden Kinder Francis und Lougie.

Besorgt warten die Eltern der kleinen Francis auf eine Verbesserung ihres Gesundheitszustandes. Foto: humedica/Tatjana Bojarski

„Die täglichen Sprechstunden unserer humedica-Ärzte im „Mother of Mercy“ Hospital in Tacloban werden zum Alltag. Ein Alltag, der den Menschen gut tut und neben ein wenig Normalität, auch weiterhin dringend benötigte Hilfe in die schwierigen Lebensumstände und das chaotische Stadtleben bringt.

Auf dem Moped brachte eine Mutter ihre kleine Tochter über 40 Kilometer nach Tacloban, um ein Krankenhaus zu finden. Die drei Monate alte Francis kommt völlig entkräftet bei unseren Ärzten an. Ihr Körper ist übersät von Hautinfektionen. Am Bauch hat sie einen größeren Eiterabszess, der eine lebensgefährliche Blutvergiftung auslöst.

Um ihren Kreislauf zu stabilisieren, wird Francis sofort an einen Tropf gehängt, mit Flüssigkeit versorgt und antibiotisch behandelt. Eine Stunde später operieren unsere Ärzte das kleine Mädchen und öffnen den Abszess. Die kleine Francis übersteht den Eingriff sehr gut und erholt sich dank der Flüssigkeitstherapie schnell. Nach vier Stunden entspannt sich das Gesicht der Mutter zum ersten Mal.

Die Eltern von Lougie bangen noch um ihren zweijährigen Sohn. Bereits vor der Katastrophe war der Junge unterernährt und nun behält er gar kein Essen mehr bei sich. Eine Lungenentzündung schwächt ihn zusätzlich so sehr, dass wir ihn mit Sauerstoff versorgen müssen und er Medikamente für die Lunge inhaliert. Er wimmert und ruft nach seiner Mutter, die neben ihm sitzt und ihn beruhigt.

Hin und wieder nimmt er seine ganze Kraft zusammen und versucht sich von den Schläuchen in seiner Nase zu befreien, doch kurze Zeit später sinkt er erschöpft auf seine Kissen zurück und fällt in einen leichten Schlaf. Nach einer intensiven, mehrstündigen Betreuung, verlegen wir Lougie über Nacht in eine andere Klinik. Als unser Team den Jungen zwei Tage später besucht, kann er bereits gekochten Reis zu sich nehmen und sieht sehr viel gesünder aus.

Die meisten unserer kleinen Patienten haben Hautinfektionen und Erkältungen, weil sie sich nach der Flut lange Zeit im schmutzigen Wasser bewegt oder tagelang nasse Kleidung getragen haben. Kinder mit einem schwachen Immunsystem sind permanent gefährdet, dass Hauterkrankungen zu großflächig infizierten Entzündungen werden und eine einfache Erkältung in einer Lungenentzündung endet. So wie Francis und Lougie.

Weitere Gefahren für die Gesundheit sind der Müll und die Trümmer, die alle zwei, drei Meter an den Straßenrändern zu Bergen aufgeschichtet werden. Sobald es eine Weile nicht regnet, verbrennen die Menschen den Abfall, samt den darunter eingeschlossenen, noch nicht geborgenen Leichen. Dann ist die ganze Stadt voll Rauch, der die Lunge zusätzlich stark reizt.

Besonders die Kinder, die am meisten unter der Katastrophe leiden, brauchen jetzt unseren Beistand. Vielen Dank für Ihre Unterstützung, die schnelle Hilfe für Menschen in Not ermöglicht.“

Liebe Freunde und Förderer, die Hilfsmaßnahmen für die Opfer des Taifuns „Haiyan“ laufen noch immer unter Hochdruck. Bitte werden Sie Teil unserer Bemühungen und unterstützen Sie unser Engagement mit einer konkreten Spende. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort "Taifun Philippinen"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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