Was für den einen ein Iglu, ist für den anderen ein Brunnen

von Ruth Bücker, 08.05.2013

Was in Deutschland der kleine Marktplatz, ein städtischer Park oder die eigenen vier Wände sind, ist bei den Inuits – den indigenen Volksgruppen im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland – ihr Gemeinschaftsiglu, das sogenannte Katimavic. Das Katimavic stellt einen Ort der Begegnung dar, es ermöglicht den Austausch untereinander und das Teilen von Erlebtem.

Und um eben diese Dinge geht es auch bei der gleichnamigen Veranstaltung, zu der Menschen über die Grenzen Deutschlands hinaus eingeladen werden und Tage des Miteinanders zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen erleben.

Während der ökumenischen Begegnungstage im vergangenen Jahr, die in Süddeutschland im Abstand von zwei Jahren stattfinden, erlebten und feierten die Teilnehmer vier Tage das Miteinander in Ludwigsburg. Ob katholisch oder evangelisch, körperlich oder geistig eingeschränkt oder nicht, spielt bei diesem Miteinander keine Rolle. Im Vordergrund stehen die Begegnungen und das Gefühl der Gemeinsamkeiten, nicht der Unterschiede.

So waren im Jahr 2012 rund 120 Menschen mit Behinderungen zu Gast in Ludwigsburg, wo das Katimavic seinen Austragungsort fand. Bereits Wochen vor dem eigentlichen Termin fieberten das Organisationsteam um Brigitte Regler und alle Teilnehmer der Veranstaltung entgegen. Und überlegten darüber hinaus, wie sie die Begegnungstage mit einem weiteren Engagement verbinden könnten.

„Lebendiges Wasser“ war das Thema des Katmivaic und stand im Mittelpunkt diverser Vorträge und Aktivitäten, die in Kleingruppen stattfanden – geplant und durchgeführt von behinderten wie nicht behinderten engagierten Menschen. Das Leben schenkende Nass war auch der Anhaltspunkt für die Spenden, welche das Veranstaltungsteam sammelte.

Teile der Gottesdienstkollekte trugen zu dem Endbetrag in Höhe von 2.000 Euro ebenso bei wie Teilerlöse des „Nachtschwärmer-Treffs“: „Wir verkaufen für diejenigen, die immer noch später unterwegs sind, Getränke, Knabbereien, Süßigkeiten und so weiter“, berichtet Gerhard Mayer, der bereits seit elf Jahren die Idee des Miteinanders auslebt und das Katimavic in Ludwigsburg mitorganisierte.

Wir haben die Preise für diese Dinge einfach etwas hochgeschraubt und das Geld dann gespendet. Das kam sehr gut an!“, fügt er, bei dieser Erinnerung erneut begeistert, enthusiastisch hinzu. Auch Hans-Peter Rothe, der im Rahmen des Ereignisses die Betreuung einer Kindergruppe übernahm und mit ihnen Spiele rund um das Thema Wasser veranstaltete, nickt fröhlich.

Es ist das Engagement und die Freude an dem Miteinander, welche die Katimavics ausmachen und zu einem besonderen Erlebnis für alle Teilnehmer und Mitwirkenden werden lassen. Eine ehrliche und herzliche Begeisterung von Seiten der Organisatoren, die auch bei der Spendenübergabe in der humedica-Zentrale regelrecht greifbar war. Und die es ermöglicht, durch die gesammelten Gelder einen Brunnen in Äthiopien zu bauen und unterhalten zu können.

Den Überbringern – Brigitte und Veronika Regler, Hans-Peter Rothe und Gerhard Mayer – sei an dieser Stelle stellvertretend für alle Spenderinnen und Spender, alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unser herzlicher Dank ausgesprochen. Und was das Katimavic bei den Inuits, ist in ländlichen afrikanischen Regionen nicht selten der gemeinschaftliche Brunnen, der nun gebaut werden kann.

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