„Orientbeule“: Auch für erfahrene Mediziner keine Häufigkeit

von Dr. Elke Göhre/RBU, 06.06.2013

Dr. Elke Göhre ist eine erfahrene Ärztin aus Berlin, die neben ihrer Tätigkeit in Deutschland bereits mehrere Auslandseinsätze mit humedica tätigte. Jeder ihrer eindrücklichen Einsätze bewegte sie sehr und begleitete sie darüber hinaus in ihrem Alltag. So auch der aktuellste im Libanon, in dem sie mit einem besonderen Krankheitsbild konfrontiert wurde.

„Bei meinem letzten Einsatz kam ein Mädchen in die Sprechstunde. Sie erzählte, dass sie diese Veränderung an der Nase schon seit sechs Monaten hätte und ich dachte, es wäre eine Impetigo contagiosa – also eine bakterielle Hautinfektion.

Leishmaniose, auch Bagdad-, Orient- oder Aleppobeule genannt, sorgt zu Hautinfektionen wie an der Nase bei dieser Patientin. Foto: humedica/Elke Göhre

So ließ ich die erfahrene Kinderkrankenschwester und angehende Ärztin Saskia Hankel die Nase der kleinen Patientin säubern und Gentianaviolett anwenden – ein Farbstoff mit antibakteriellen Eigenschaften. Die Hautinfektion hätte somit behandelt sein sollen.

Dann kam ein Junge mit einer tiefen Wunde am Ohrläppchen zu uns und dieses erneute Erscheinungsbild ließ mich an meiner ersten Diagnose zweifeln. Als sich dann noch ein weiteres Kind mit Ausschlag im Gesicht zur Untersuchung meldete, rief ich meine Teamkollegen Dr. Rotraud Lorenz und Saskia Hankel zu mir und berichtete von meinem Verdacht:

Die Symptome der Patienten ließen vermuten, dass in diesem Flüchtlingslager die Krankheit Leishmaniose aufgetreten war, auch „Orientbeule“ genannt. Wir wälzten Literatur und baten schließlich unseren Koordinator Volker Baumann, Kontakt mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) aufzunehmen, um die Diagnose abzuklären.

Unser lokaler humedica-Koordinator machte zusätzlich eine Leishmaniose-Spezialistin in der Nähe von Baalbeck ausfindig, bei der wir einen Termin vereinbarten und mit den Kindern hinfuhren. Die einheimische Hautärztin bestätigte unsere Verdachtsdiagnose und erzählte, dass diese Krankheit im Libanon eigentlich nicht aufträte, sie aber aus der Region um Aleppo bekannt sei.

Leishmaniose wird durch einzellige Parasiten ausgelöst, die so genannten Leishmanien. Die Infektion tritt insbesondere bei Bewohnern von Flussniederungen auf und wird durch den Biss der Sandmücke übertragen.

Mit dieser Erkenntnis und der genauen Diagnose konnten wir die jungen Patienten an das UNHCR übergeben und erleichtert sichergehen, dass ihnen mit einer adäquaten Behandlung geholfen werden kann.“

Der Einsatz der ehrenamtlichen humedica-Mediziner ist nur dank Ihrer Spende möglich, liebe Freunde und Förderer. Bitte unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen zu Gunsten syrischer Flüchtlinge im Libanon auch weiterhin mit Ihrer konkreten Spende. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Syrische Flüchtlinge
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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