humedica auf dem 116. Deutschen Ärztetag in Hannover

Im Gespräch mit Dr. Christian Scholber: „Bereichernde Erfahrung“

von Lina Koch, 13.06.2013

Der Deutsche Ärztetag gehört zu den Höhepunkten im Jahreskalender eines Mediziners. Bei der 116. Ausgabe in Hannover Ende Mai war auch humedica mit einem Informationsstand vertreten. Im Gespräch mit Dr. Christian Scholber, der gemeinsam mit Dr. Anja Fröhlich, Dr. Kristin Reuhl und Dr. Wolfgang Riske die Präsentation übernommen hatte, blicken wir zurück auf vier interessante Tage.

Lieber Christian, was genau ist eigentlich der Ärztetag?

Der Deutsche Ärztetag ist die jährliche Zusammenkunft der dafür gewählten Ärzte aus allen Bundesländern. Auf dem Ärztetag werden Themen diskutiert, die für die Berufsausübung wichtig sind und es werden Entscheidungen zu berufspolitischen und organisatorischen Fragen getroffen.

Stand der diesjährige Ärztetag denn unter einem besonderen Motto oder gab es eine Art durchgängige Thematik?

Auf dem diesjährigen Ärztetag wurde vor allem über ein zukunftssicheres Krankenversicherungssystem, über das Arztbild in der Öffentlichkeit, über die Ökonomisierung der Medizin und über Fragen der ärztlichen Fortbildung diskutiert.

Erstmalig wurde der Ärztetag von einer Ausstellung unter dem Motto “Humanitäre Hilfe – wir sind dabei!” begleitet. Hilfsorganisationen wie humedica hatten die Möglichkeit, sich zu präsentieren und mit den Besuchern des Ärztetages ins Gespräch zu kommen.

Wie konntest Du humedica vor diesem Hintergrund in Hannover repräsentieren?

humedica war mit einem eigenen Stand auf dem Ärztetag vertreten. Auf einer Leinwand hinter unserem Stand haben wir mittels eines Beamers verschiedene Fotos und Kurzfilme von humedica-Einsätzen gezeigt.

Wen diese Projektion neugierig gemacht hatte, der konnte am Stand Informationen zur Arbeit unserer Organisation und zu Möglichkeiten der Mitwirkung bekommen. Zum Nachlesen gab es diverse Informationsmaterialien und für erschöpfte Besucher eine kleine Stärkung in Form von Süßigkeiten.

Wie waren die Reaktionen der Besucher des Ärztetages auf den humedica-Stand?

Durchweg positiv: Vielen war humedica schon durch die Hilfseinsätze nach dem Tsunami in Asien und dem Erdbeben in Haiti bekannt. Da es sich ausschließlich um Fachbesucher aus dem medizinischen Bereich handelte, bestand ein großes Interesse an Informationen über mögliche Formen der Mitarbeit und damit eng verknüpft an den Einsatztrainings von humedica.

Besonders attraktiv war für die Besucher die Möglichkeit, humedica auch durch kürzere Hilfseinsätze zu unterstützen. Viele, vor allem hochqualifizierte Spezialisten, können nicht wochenlang an ihrem Arbeitsplatz fehlen.

Das klingt vielversprechend, war Dein persönlicher Eindruck genauso positiv?

Dieser Ärztetag war auch für mich eine Premiere. Es war interessant live zu erleben, welche Inhalte diskutiert werden, welchen Charakter die Veranstaltung hat. Die Stimmung war sehr freundlich und sachorientiert. Insgesamt hat die Ärztekammer Niedersachsen eine organisatorische und logistische Meisterleistung vollbracht. Ich denke, dass alle Teilnehmer eine gute, wertvolle Zeit in Hannover verbracht haben.

Welche Höhepunkte sind Dir von diesen Tagen in Erinnerung?

An zwei Ereignisse erinnere ich mich besonders gerne. Zum einen an den Vortrag des Medizinethikers Professor Giovanni Maio, der eindringlich davor warnte, das Patientenverhältnis zu stark zu ökonomisieren. Ärzte dürfen nicht unter kommerziellem Druck agieren.

Richtig gut gefallen haben mir auch die farbenfrohen Tänzer, Trommler und Radfahrer der Organisation "5 für Bo", die in das Plenum einzogen, um dem Ärztetag eine Resolution für die Unterstützung humanitärer Hilfe zu übergeben. Auch den Austausch mit Vertretern anderer Organisationen habe ich als sehr bereichernd empfunden. In dieser Konstellation treffen wir alle ja selten zusammen.

Lieber Christian, vielen Dank für das Interview und natürlich für Deine großartige Arbeit für humedica. Wir wünschen Dir weiterhin alles Gute und Gottes Segen.

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