HINTERGRUND: Krankheitsbilder

von Lina Koch, 24.06.2013

Im Zuge unserer Hintergrundreihe über häufig auftretende Erkrankungen in Entwicklungsländern, möchten wir Ihnen heute ein weiteres Krankheitsbild näher vorstellen: Die Masern.

Masern

Auch in Deutschland sind sie gerade wieder auf dem Vormarsch: Die Masern. Ausgelöst durch den gleichnamigen Virus, stellt die akute Infektionskrankheit trotz der Existenz in westlichen Sphären, vor allem in den Entwicklungsländern ein großes Problem dar.

Aufgrund fehlender Impfmöglichkeiten gehören die Masern noch immer zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten in Afrika, die besonders bei Kindern einen oft tödlichen Verlauf nehmen können.

Die hoch ansteckenden Viren werden durch eine Tröpfcheninfektion zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten übertragen. Dabei kann der Virus den Empfänger aus einer Distanz von bis zu sechs Metern problemlos erreichen und gelangt dabei über die Schleimhäute in den Körper.

Bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen in der Regel acht bis zehn Tage. Der anschließende symptomatische Verlauf unterteilt sich in zwei von einander abzugrenzende Phasen.

Im Initial- oder Vorläuferstadium leiden die Erkrankten meist unter den typischen Symptomen wie Halsschmerzen, Müdigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen, Bindehautinfektionen und Husten. Darüber hinaus kann es zu Fieberschüben kommen.

Mit Beginn des Haupt- beziehungsweise Exanthemstadiums kommen nur wenige Tage später kleine weiße Flecken an den Mundschleimhäuten, so genannte „Koplik-Flecken“, zum Vorschein.

Das Fieber steigt erneut und der für die Masern bekannte, rote Hautauschschlag breitet sich langsam über den gesamten Körper aus. Neben der hohen Temperatur, mit der der Körper versucht die Krankheitsviren abzutöten, leiden die Patienten meist unter einer starken Lichtempfindlichkeit.

Nach einigen Tagen sinkt das Fieber und der Hautausschlag bildet sich zurück. Bis zur völligen Heilung vergehen allerdings noch über drei Wochen. Die Gefahr möglicher Komplikationen ist bei Erwachsenen grundsätzlich größer als bei Kindern. Aufgrund des Immunsystems, das durch den Virus geschwächt ist, sind besonders bakterielle Infektionen typische Folgen einer Masernerkrankung.

Vor allem Erwachsene erkranken daher nicht selten an einer Lungen- oder Mittelohrentzündung. In seltenen Fällen dringt der Masernvirus auch bis zum Gehirn vor und ruft eine Gehirnhautentzündung hervor. Diese kann zum Teil lebensbedrohlich verlaufen oder eine Behinderung nach sich ziehen.

Eine weitere, jedoch sehr seltene, das Gehirn betreffende Folgeerkrankung ist die sogenannte „sklerosierende Panenzephalitis“ (SSPE). Noch Jahre nach der Maserninfektion möglich, fügt sie dem Gehirn massiven Schaden zu.

Obwohl der Großteil der Masernerkrankungen unkompliziert verläuft, besteht für Menschen in Drittweltländern eine erhöhte Gefahr für Folgekrankheiten, da die oftmals bereits vorher durch Unterernährung geschwächten Patienten anfälliger für weitere Infektionen sind.

Es existieren keine spezifischen Medikamente gegen die Krankheit, weshalb der Körper gezwungen ist, den Virus aus eigener Kraft zu bekämpfen. Nach Überstehen der Masern folgt eine lebenslange Immunität gegen den Erreger.

Im Zuge der Hungerhilfe in Äthiopien ist humedica bereits wiederholt mit einzelnen Erkrankten, aber auch mit einer in Afrika nicht seltenen Masernepidemie in Berührung gekommen. 2011 konnte einer Massenerkrankung in äthiopischen Flüchtlingscamps mit einer lagerübergreifenden Impfaktion Einhalt geboten werden.

Und auch in Haiti wurden die Einheimischen von den humedica-Einsatzkräften mit einer Vorsorgeimpfung vor der tückischen Krankheit geschützt.

Vor diesem Hintergrund muss jedoch berücksichtigt werden, dass humedica ausschließlich im Rahmen staatlicher Anweisungen respektive so genannter national guidelines impft. Nur wenn humedica beispielsweise durch ein nationales Gesundheitsministerium oder die Vereinten Nationen beauftragt wird eine Impfkampagne durchzuführen, beginnen die medizinischen Teams mit entsprechenden Schritten.

Dieser Artikel enthält Informationen des Robert Koch Instituts, des Gesundheitsportals Onmeda und aus M. Dietels „Harrisons Innere Medizin“.

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