Viele Zelte und eine Reifenpanne

von Daria Napieraj, 06.12.2013

Für einen Einsatz mit humedica durchbricht die 26-jährige Studentin Daria Napieraj aus Duisburg immer wieder ihren Studentenalltag, um als Medienkoordinatorin in verschiedenen Krisengebieten dieser Erde zu arbeiten. Aktuell besuchte Sie mit humedica-Mitarbeiterin Maren Walter das Familienpatenschaftsprogramm auf Haiti. In ihrem Blog berichtet sie über Ihre Erlebnisse mit Land und Leuten und die Arbeit von humedica auf dem karibischen Inselstaat.

Tag 1 auf Haiti

"Nach einem zehnstündigen Flug in die Dominikanische Republik und einem kurzem Anschlussflug nach Haiti, sind Maren Walter, die humedica-Verantwortliche für Familienpatenschaften, und ich in Port-au-Prince angekommen.

Bei der Fahrt durch die Stadt stellt Maren fest, dass sich seit ihrem letzten Besuch vor anderthalb Jahren einiges verändert hat. Viele neue Häuser wurden errichtet, mindestens ebenso viele Gebäude befinden sich im Wiederaufbau und auch einige Straßen wurden erneuert.

Etliches ist jedoch auch gleich geblieben. So findet man auf nahezu allen unbebauten Flächen der Stadt Menschen vor, die immer noch in Zelten oder Wellblechverschlägen leben, obwohl das verheerende Erdbeben schon bald vier Jahre zurückliegt.

Die Zelte stehen dicht an dicht gedrängt und es gibt keine ersichtlichen Anzeichen für eine funktionierende Strom- und Wasserversorgung. Der anfallende Müll wird oftmals neben spielenden Kindern und kochenden Müttern verbrannt.

Auf anderen Plätzen stehen nur vereinzelte Zelte. Der haitianische humedica-Mitarbeiter Jacqueson El Fabre erzählt, dass auch diese Flächen noch bis vor kurzem einer Zeltstadt glichen. Wo diese Menschen jetzt leben, kann er nicht mit Gewissheit sagen. Vermutlich wurden sie entweder umgesiedelt und wohnen in Häusern, die ihnen weitaus bessere Lebensumstände gewähren oder sie wurden vertrieben und mussten ihre Zelte woanders wieder aufbauen.

Eines ist jedoch sicher: Das Stadtbild von Port-au-Prince wird noch lange Zeit durch eine hohe Anzahl von Zelten geprägt sein. Sie verdeutlichen, wie langsam sich das Land von den katastrophalen Auswirkungen des Erdbebens und weiteren Schicksalsschlägen erholt.

Nachdem wir das Gepäck im Gästehaus unserer Partnerorganisation FEH abgeladen haben, fahren wir zum nahegelegenen Hôpital Espoir. In diesem Krankenhaus hat humedica mit zahlreichen Einsatzkräften kurz nach dem Erdbeben begonnen, die unzähligen Verletzten zu versorgen.

Das bis heute andauernde, langfristige Engagement von humedica führte unter anderem zur Errichtung und Eröffnung einer Prothesen- und Orthesenklinik, die an das Krankenhaus angegliedert wurde. Dort arbeiten primär lokale Angestellte und Auszubildende.

Nach einer Besprechung mit unserer Partnerorganisation, machen wir uns auf den Weg zu einer Familie des Patenschaftsprogramms. Diese benötigt noch verschiedene Materialien, um den Bau ihres Hauses fortsetzen zu können.

Aufgrund des vielen Verkehrs, der schlechten Straßenverhältnisse und nicht zuletzt eines platten Reifens in einem abgelegenen Außenbezirk von Port-au-Prince, kommen wir in Zeitverzug. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Da wir keinen Ersatzreifen auftreiben können, lassen wir das Auto zurück. Mit der Hilfe eines netten Tab-Tab-Fahrers gelingt es uns, die Baumaterialen zu ihrem Bestimmungsort zu bringen, bevor er uns zurück in die Stadt befördert."

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