„Gott sei Dank sind die Verluste an Menschenleben nicht so schlimm wie vor fünf Jahren“

von Ruth Bücker, 23.04.2013

Es sind Bilder, die sich nach jedem Erdbeben einstellen, aber dennoch nie an Traurigkeit und empfundenem Mitgefühl verlieren: Menschen wagen sich nicht mehr in ihre Häuser, haben auf freier Fläche und am Straßenrand Planen oder Zelte als Notquartiere aufgeschlagen. Es liegen Trümmer herum, teils auf den Straßen, teils auf enormen Gesteinsbergen, welche die Größe der einstigen Gebäude erahnen lassen. Verletzte sitzen bei ihren wenigen verbliebenen Habseligkeiten.

In seinen Funktionen als ärztlicher Direktor der Björn Steiger Stiftung und Präsident des neu gegründeten „Sino-German Institute Disaster and Emergency Medicine“ am Tongji Hospital in Wuhan, befand sich Prof. Dr. Dr. Bernd Domres ohnehin bereits in China. Auf die Anfrage von humedica, ob er sich zu Planungen von Hilfsmaßnahmen in das Erdbebengebiet begebe, reagierte er umgehend und positiv.

Mit dem Bus fuhren der erfahrene Katastrophenmediziner, der mit humedica bereits sechs Einsätze nach Erdbeben absolvierte, und sein chinesischer Begleiter von Chengdu in die Stadt Ya´an. Gemeinsam mit einer Einsatzgruppe ging es dann mit Rettungsfahrzeugen weiter in die Gebirgsregion um Lushan.

Die ersten 72 Stunden nach einem Erdbeben sind aus medizinischer Sicht die bedeutsamsten und kritischsten. Und in dieser Phase haben die chinesischen Helfer und Organisationen Beeindruckendes geleistet“, fasst Prof. Domres seine ersten Eindrücke zusammen. „Die Versorgung der Verletzten ist in diesem Ausnahmezustand unentgeltlich. In den Krankenhäusern wird ununterbrochen gearbeitet, die Schwerstverletzten konnten ausgeflogen werden.“

Diese Einschätzung des Chirurgen aus dem Katastrophengebiet bestärkt das Vorhaben von humedica, den Fokus der Unterstützung auf Hilfsgüterverteilungen oder auf Wiederaufbaumaßnahmen zu legen. „Insbesondere die umliegenden Dörfer von Lushan, die sich im Gebirge befinden, hat es schwer getroffen. Es sind glücklicherweise keine so flächendeckenden Zerstörungen wie beispielsweise in Haiti zu verzeichnen, aber Hilfe für diese kleinen Gebirgsdörfer ist dennoch wichtig.

Neben Gesprächen mit lokalen Verantwortlichen über konkrete Möglichkeiten der Hilfe, ginge es in der ersten Phase seines Besuches aber auch darum, Zeichen zu setzen: „Wir können hier unsere Solidarität und Freundschaft bekunden – als Anfang einer Phase, in der wir dann gemeinsam helfen und voneinander lernen können.

Parallel zu der Erkundungstour laufen weitere Planungen mit der Hilfsorganisation CRASH Japan, mit der humedica bereits nach dem Tsunami in Japan im Jahr 2011 zusammenarbeitete. Hilfsgüterverteilungen und Traumabewältigung standen damals im Vordergrund der Maßnahmen.

Liebe Freunde und Förderer: Solidarität und Freundschaft – wir können gemeinsam den Betroffenen des Erdbebens in China helfen, ihnen zur Seite stehen und Hoffnung bringen. Helfen Sie uns und somit den Menschen der Provinz Sichuan mit Ihrer Spende. Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Erdbeben China
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer kleinen sms können Sie Großes bewirken: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro gehen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Projekte.

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