Aus der Trauer: Polycarps Familie blickt weiter nach vorne

von Julie Lanquillon/RBU, 28.01.2013

Seit Mitte Januar ist Julie Lanquillon, Studentin der Europastudien, als neue Praktikantin bei humedica und unterstützt die Abteilung Fundraising. Eine ihrer ersten Aufgaben ging aktuell über die Grenzen Europas hinaus: sie erkundigte sich bei Agnes Onsongo, der Witwe des verstorbenen humedica-Landesdirektors im Sudan, über deren Befinden. Dank Paten aus Deutschland können Agnes und ihre Söhne seit dem Tod des geliebten Gatten und Vaters finanziell unterstützt werden.

Mit ihren fünf und acht Jahren haben Lee und Leo bereits sehr viele Schwierigkeiten überwinden müssen, die sie aber auch stärker werden ließen. Foto: humedica

„Nun ist wieder mehr als ein Jahr vergangen und Agnes (32 Jahre), der achtjährige Leo und sein fünfjähriger Bruder Lee beginnen, Erinnerungen in ihrem noch relativ neuen, aber schon geliebten Zuhause zu sammeln. Auch wenn hier und da noch einzelne Dinge am Haus fehlen, ist die Familie unglaublich dankbar für ihr wunderbares Heim und dass der Bau und Umzug möglich waren.

Auch der Schulwechsel der zwei Jungs verlief gut und beide besuchen nun die „Golden Elites Primary School“ in der kenianischen Stadt Kisumu. Es handelt sich um eine Privatschule mit einem starken christlichen Fundament, auf das ihr gesamtes Handeln gegründet ist. Sie gehört zu den sehr guten Grundschulen des Landes.

Der Grund für die Veranlassung des Schulwechsel war ein kindlicher und unbedachter Kommentar des kleinen Leo, der Agnes aber nachdenklich machte und zum Handeln anregte: nach dem Tod seines Vaters sagte Leo einmal zu seiner Mutter Agnes, dass er und sein Bruder sicherlich auf eine bessere Schule gehen könnten, wenn ihr Vater noch am Leben wäre.

Agnes berührte die Aussage ihres Sohnes sehr und sie begann, sich über Möglichkeiten eines Schulwechsels und verschiedene Angebote zu informieren. Hieraus folgte letzten Endes der Wechsel auf die „Golden Elites Primary School“. Die Teilnahme an dem Unterricht ist zwar teurer als der Besuch einer öffentlichen Schule, gibt den Jungs aber eine bessere und höher qualifizierte Ausbildung.

Leo und Lee lieben es, zur Schule zu gehen und haben dort auch schon einige neue Freunde gefunden. Wenn sie gegen 16.30 Uhr nach Hause kommen, erzählen sie Agnes immer gerne über ihre Lehrer und den Unterricht. Der Bus holt die Jungen jeden Morgen um sieben Uhr ab und bringt sie am Nachmittag wieder nach Hause. Die Fahrt dauert jeweils etwa 20 Minuten. Ihre letzten Weihnachtsferien verbrachten Leo und Lee bei ihren Großeltern. Im April stehen die nächsten Ferien an.

Agnes ist immer noch an einer Grundschule beschäftigt. Sie hofft aber, dass sie bald eine Anstellung an einer höheren Schule erhält. Ihren Abschluss in Sozialwesen, den sie im Jahr 2010 erreichte, würde sie auch gerne beruflich einsetzen. In diesem Bereich Arbeit zu finden, war bisher leider nicht erfolgreich. Entmutigen lässt sich die tapfere junge Frau aber keineswegs.

Dank der Unterstützung aus Deutschland können Agnes und ihre Söhne wieder lachen und in einem neuem Umfeld und mit neuen Freunden positiver in die Zukunft blicken. Foto: humedica

Der größte Teil Ihrer großzügigen Spenden, der 150.000 Kenia Schilling umfasst (entspricht etwa 1.300 Euro), wird von Agnes für das jährlich anfallende Schulgeld verwendet, das auch die Fahrtkosten und tägliche Mittagessen in der Schule enthält. Die Mahlzeit in ihrer Mittagpause nehmen Leo und Lee in der Schule und nicht zu Hause ein, da der Weg zu weit wäre.

Von Ihrer Anteilnahme, liebe Freunde und Unterstützer, in Form von Spenden, Gedanken und Gebeten, sind Agnes und ihre Söhne sehr gerührt. Sie bedanken sich von ganzem Herzen für die von Ihnen erwiesene Güte und würden Ihnen ihren Dank am liebsten persönlich, von Angesicht zu Angesicht, ausdrücken. Jeder einzelne Kenia Schilling hat einen lebenslang anhaltenden Effekt in ihren Leben und insbesondere auch in ihren Herzen hinterlassen, den, so Agnes, ihnen niemand mehr nehmen kann.

Auch wird die junge Familie nie ihren Vater im Himmel vergessen, der täglich seinen Schutz und seine Gnade über Agnes, Leo und Lee kommen lässt und in Form Ihrer Anteilnahme und Seines himmlischen Trostes Kraft sendet. Familie Onsongo wünscht ihren Unterstützern aus Deutschland einen gleichfalls reichen Segen.“

Für Ihre Unterstützung auch aus der humedica-Zentrale in Kaufbeuren ein herzliches Dankeschön. Und die Bitte, Agnes, Leo und Lee auf ihrem Weg auch weiter mit Ihrer Spende zu begleiten.

      humedica e. V.
      Stichwort „Familie von Polycarp
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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