humedica realisiert Hilfe für Überlebende der eingestürzten Textilfabrik

von Lina Koch, 15.08.2013

Der Schutt ist zur Seite geräumt, der Alltag längst wieder eingekehrt. Doch tausende Familien leiden noch immer unter den Auswirkungen des 24. April 2013, dem Tag, als in Dhaka der riesige Gebäudekomplex Rana Plaza einstürzte. Gemeinsam mit der Partnerorganisation Koinonia unterstützt humedica Betroffene.

Die Opfer sind begraben, aber die Überlebenden stehen weiterhin vor dem Nichts. Sabina Bepary ist 18 Jahre alt und das zweite von fünf Kindern. Nachdem ihr kranker Vater seinen Gebrauchtwarenladen aufgeben musste, kam sie vor fünf Jahren gemeinsam mit ihrer Familie nach Dhaka und sorgte als Näherin allein für deren Lebensunterhalt. Beim Einsturz des neunstöckigen Gebäudes, befand sich Sabina gerade an ihrem Arbeitsplatz.

Sie wurde vom Dach förmlich eingeschlossen, innerhalb kürzester Zeit waren alle Fluchtwege nach draußen versperrt. Bis die Rettungskräfte sie entdeckten, vergingen drei Tage und drei Nächte. 72 Stunden ohne Wasser oder Nahrung – umgeben von den toten Körpern ihrer Freunde und Kollegen.

Das Glück, am Leben zu sein, wird von der hoffnungslosen Zukunftsaussicht ihrer Familie und folgenschwerer Traumata getrübt. „Ich kann die Zeit, die ich unter dem eingestürzten Dach verbringen musste, nicht vergessen. Ich habe Albträume und Panikattacken“, erzählt die 18-jährige heute.

Wie Sabina ergeht es vielen der Überlebenden in Dhaka. Zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden sich mindestens 3.500 Männer und Frauen im Gebäude. 1.129 von ihnen starben in den Trümmern.

2.438 Menschen konnten gerettet werden. Allerdings haben sie nicht nur ihren Arbeitsplatz und damit häufig das einzige Einkommen ihrer Familie verloren, sondern leiden bis heute oftmals unter schweren physischen und psychischen Wunden.

Die Frauen haben Angst erneut in einem maroden Fabrikgebäude zu arbeiten. Hunderten Betroffenen wurden Arme oder Beine amputiert, weshalb sie wohl nie wieder für ihren Lebensunterhalt werden sorgen können.

Die Folge: Die Familien können die Miete für ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr begleichen und werden obdachlos. Besonders schwierig ist die Lage für Witwen; ohne schulische Ausbildung ist ihnen die Aussicht auf Arbeit versperrt. Ohne Hilfe von außen haben sie keine Zukunft.

Wie Yasmin Begum. Gemeinsam mit ihrem Mann Mojammel Haque verließ sie ihre Heimat, um sich in Dhaka ein besseres Leben aufzubauen. Mojammel erarbeitete sich eine Festanstellung in einem der Textilunternehmen im Rana Plaza und ernährte auf diesem Weg seine kleine Familie.

Beim Zusammenbruch des Gebäudes wurde er unter einer Säule eingeklemmt. Obwohl noch am gleichen Tag gerettet, erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Yasmin und ihre einjährige Tochter Tanha sind nun auf sich allein gestellt. Aufgrund ihrer schlechten Bildung wird Yasmin keine Beschäftigung finden. Sie hat keine Eltern oder Verwandten, die ihr unter die Arme greifen können.

Es sind Schicksale wie die von Yasmin, Tanha und Sabina, die humedica zum Handeln veranlassten. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Koinonia Bangladesh werden wir in den kommenden sechs Monaten 35 besonders vom Einsturz der Textilfabrik betroffene Familien unterstützen.

Um sich eine eigene Existenz aufbauen zu können, erhalten die verwitweten Frauen Nähkurse. Traumapatienten bekommen die Möglichkeit einer therapeutischen Behandlung und Schwerverletzte können Rehabilitationsmaßnahmen wahrnehmen. Zusätzlich werden alle Familien über den gesamten Zeitraum finanziell entlastet.

Die Realisierung dieses humedica-Projekts konnte nur durch das Engagement von Menschen wie Günther Veit erreicht werden. Den Landsberger Unternehmer beschäftigte das Unglück von Dhaka so sehr, dass er sich entschloss die Hilfsmaßnahmen großzügig zu unterstützen:

„Für unsere Firma war Bangladesch in den vergangenen vier Jahren der beste Absatzmarkt in Asien. Wir haben davon profitiert, deshalb möchten wir jetzt etwas zurückgeben. Ich denke, jeder sollte sich überlegen, wie viel Geld er dadurch gespart hat, dass er billig produzierte Textilien einkaufen konnte. Dann geben wir den Menschen in Bangladesch doch nur das Geld, das ihnen eigentlich zusteht.“

Mit einer konkreten Spende können auch Sie, liebe Freunde und Förderer, die Familien in Dhaka unterstützen. Verhelfen Sie unschuldig in Not geratenen Menschen wie Sabina und Yasmin zu einer neuen Perspektive. Herzlichen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Einsturz Textilfabrik“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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