Zahnmedizinische Aufklärung in Ostafrika statt Weihnachten bei der Familie

von Dr. Dieter Bischofberger/ DWA, 21.02.2013

Der aus Freiburg stammende Zahnmediziner Dr. Dieter Bischofberger berichtet von seinem Einsatz, den er zusammen mit seiner Assistentin Ute Benz in den humedica-Familienpatenschafts-Projektstandorten Mercato und Kazanchis in Äthiopien durchführte.

„Kurz vor unserer Abreise nach Äthiopien hatten weder Frau Benz als zahnärztliche Mitarbeiterin noch ich als Zahnarzt eine Arbeitserlaubnis für unsere Tätigkeit in der Gesundheitsstation im Flüchtlingslager Melkadida, nahe der äthiopisch-somalischen Grenze.

Trotz intensiver Bemühungen, sowohl seitens der Mitarbeiter des humedica-Teams in Addis-Abeba, als auch unsererseits, war es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.

Nach Rücksprache mit der Hauptzentrale von humedica in Deutschland, änderten wir spontan die Pläne und führten in den beiden Familienpatenschaftsprojekten der Organisation zahnmedizinische Prophylaxekurse und Gesundheitsaufklärung durch. Wir hatten uns sehr schnell mit unserer neuen Aufgabe identifiziert.

Sehr hilfreich waren für uns die Bereitschaft, Unterstützung und das Entgegenkommen der einheimischen Sozialarbeiter Rigbe und Fekadu im Projekt Mercato und Hadra im Projekt Kazanchis. Für alle Beteiligten war dies eine neue Erfahrung.

Das erste Projekt hieß nach dem Standort „Mercato“ und befand sich mitten in den Slums von Addis-Abeba. Die Zielgruppe waren Jugendliche und Kinder der Familienpatenschaften, die Betreuung ihrer Hausaufgaben sowie und eine tägliche warme Mahlzeit erhalten. Auch ihre Eltern wurden in dieses Projekt miteinbezogen, sodass alle Familien des Patenschaftsprogrammes von der zahnmedizinischen Aufklärung profitierten.

Da so eine zahnmedizinische Prophylaxe für Eltern und Kinder in beiden Projekten zum ersten Mal stattfand, waren wir gezwungen zu improvisieren.

Um es vorweg zu nehmen, es war in beiden Projekten ein voller Erfolg. Sowohl die Eltern als auch die Kinder und wir selbst hatten großen Spaß und die vielen Fragen zeigten, dass die Äthiopier an dieser Thematik sehr interessiert waren.

Als Hilfsmittel standen uns ein Flipchart und Demonstrationstafeln zur Verfügung, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten. Da wir die Seminare auf Englisch hielten, möchte ich vor allem Fecadu für seine Übersetzung ins Amharische danken.

Zahnarztassistentin Ute Benz und ich teilten uns je nach Zielgruppe die Aufgaben. Während ich die Seminare und Workshops für die 30-40 Erwachsenen übernahm, war Frau Benz für die ebenso vielen Kinder zuständig.

Wir behandelten folgende Themen: Funktion und Aufbau der Zähne, Stellenwert gesunder Zähne für den Organismus, die Entstehung von Karies und Schmerzen, Zahnbürsten contra Zahnputzhölzer, Ernährung und Zähne, Zahnputzdemonstration (für die Kinder und Jugendlichen).

Die Grundsatzfrage, die wir uns danach stellten und auch mit den Sozialarbeitern diskutierten, war, ob solche Unterweisungen sinnvoll sind und ob man dies gegebenenfalls wiederholen oder gar ausbauen sollte. Was bringt nun eine solche Spontanaktion? Ist sie nicht von zweifelhaftem Wert, wenn sich die Gesundheitssituation in den Slums nicht verbessern lässt?

Wir sagen eindeutig "Nein"! Natürlich wäre es illusorisch, rasche Erfolge zu erzielen. Die Aufklärung müsste noch besser – vor allem auf die Kinder abgestimmt, kontrolliert und als Dauereinrichtung installiert werden.

Es wäre sinnvoll und wichtig die Kinder zu untersuchen, einen DMF-T (engl. brüchige oder verfaulte, fehlende oder gefüllte Zähne) zu bestimmen und gegebenenfalls eine Zahnbehandlung zu veranlassen.

Abschließend möchten wir uns bei dem humedica-Team in Deutschland, als auch vor Ort in Addis Abeba für ihr Engagement bedanken.“

Wir möchten Herrn Dr. Bischofberger und Frau Benz für ihren unermüdlichen Einsatz danken, dass sie an Weihnachten und Neujahr für humedica im Einsatz waren, um sich um die Menschen in Äthiopien zu kümmern und Nächstenliebe in Aktion zu zeigen. Herzlichen Dank dafür!

Wenn Sie Interesse haben, eine Patenschaft oder Teilpatenschaft für eine Familie zu übernehmen, so können Sie sich hier darüber informieren und gerne eine Patenschaft in den Ländern Äthiopien, Sri Lanka, Brasilien oder Haiti abschließen!

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