„Jetzt habe ich Hoffnung, dass die Wunde heilt“

Hauttransplantation in der Wüste

von Antje Weber, 13.05.2013

Eine Hauttransplantation im Flüchtlingscamp ist kein leichtes Unterfangen. Sengende Hitze, schlichte medizinische Ausstattung und schwierige hygienische Bedingungen stellen das humedica-Team vor manche Herausforderung. Doch die Transplantation in der vergangenen Woche gelang. Die 25-jährige Esho kann nun auf vollständige Heilung ihrer Wunde am Knöchel hoffen.

Es ist ein großer Tag für Esho. Die junge Äthiopierin wird wie jeden Morgen von ihrem Mann mit dem Eselskarren in die Gesundheitsstation von humedica gebracht. Die Anspannung ist ihr anzusehen. Vor fünf Tagen wurde ihr ein Stück Haut vom Bein auf eine große Wunde am Fuß transplantiert. Nun wird sich zeigen, ob die Operation erfolgreich war.

Eine kleine juckende Stelle hatte sich entzündet und zur großflächigen Wunde entwickelt. Keine Seltenheit bei den hygienischen Bedingungen im Süden Äthiopiens. Durch die Verletzung ist sie bettlägerig und kann ihre Kinder nicht allein versorgen. Ihre Heilung ist daher für die ganze Familie wichtig.

Am schwierigsten war es, eine sterile Umgebung für die Transplantation zu schaffen“, erläutert Dr. Miriam Wilms, die behandelnde Chirurgin aus Duisburg. In einem eigens vorbereiteten Raum verlief die, durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland ermöglichte, Operation problemlos. „Aus Pappe haben wir eine Schiene gebaut, um sicherzustellen, dass die Patientin den Fuß anschließend vollständig ruhig hält. Sonst haben wir keine Chance, dass die Haut anwächst“, fährt sie fort.

Ob die Bemühungen erfolgreich waren, wird sich nun zeigen. Im Wasserbad löst die Ärztin den Verband vorsichtig ab. Was zum Vorschein kommt, sorgt für Erleichterung. Die Haut ist angewachsen, die Wunde nicht entzündet. „Jetzt habe ich Hoffnung, dass die Wunde heilt“, ist Esho sichtlich erleichtert.

Seit zwei Jahren lebt sie mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann in dem Flüchtlingslager Melkadida. Beide stammen aus Dollo Ado, der Grenzstadt zu Somalia. Wegen der Dürre haben sie ihre Kamele verloren und sind für einen Neuanfang nach Melkadida gekommen.

Nach der erfolgreichen Transplantation ist die Chance auf Heilung groß. „Die ersten Tage sind am wichtigsten. Ich bin sehr optimistisch, dass das Gewebe nun vollständig anwächst und die Wunde heilt“, so Dr. Wilms. „Esho wird bald wieder laufen können.

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