Fröhlichkeit ist in Uganda trotz schwerer Situation nicht ausgelöscht

Medizinische und emotionale Hilfe

von Damaris Walter, 13.09.2012

Wundversorgungen, emotionale Unterstützung, ein gefülltes Gesundheitszentrum - sehr viel Arbeit gibt es in diesen Tagen für die humedica-Helfer in Uganda. Heute erreichen uns gute Neuigkeiten aus dem ostafrikanischen Land; lesen Sie selbst.

Viel gab es in den vergangenen Monaten über das sonst eher friedliche Uganda zu berichten. Die Kriege und politischen Konflikte im Nachbarland Demokratische Republik Kongo ließen zuletzt rund 20.000 Menschen aus dem Ostkongo in den angrenzenden südwestlichen Teil Ugandas fliehen.

Ärztin Dr. Petra Kranz-Ries behandelt alle Wunden und kümmert sich um das Wohlergehen der Geflohenen. Foto: humedica/ Heidi Nicklin

Viele der traumatisierten und verängstigten Menschen, die Bunagana oder Nyakabande nach oft dramatischer Flucht endlich erreichen, sind unbegleitete Kinder. Diese und auch all die anderen Flüchtlinge sind sehr dankbar, dass sie hier Hilfe finden.

humedica leitet zusammen mit den Ärzten von MTI (Medical Teams International) eine Gesundheitsstation in Nyakabande, das nur 250 Meter vom Flüchtlingslager entfernt liegt. Die meisten Patienten sind medizinisch unterversorgt und werden sofort behandelt. Außerdem finden die Kongolesen, die den traumatischen Umständen in ihrer Heimat entflohen sind, hier auch emotionalen Beistand, Trost und Geborgenheit.

Die verantwortliche Koordinatorin von humedica, Heidi Nicklin (West Kilbride), organisiert mit Unterstützung von Volker Domres (Tübingen) die Hilfsmaßnahmen. Der aktuelle Bericht des Duos weckt Hoffnung.

Das neue Team, bestehend aus Dr. Petra Kranz-Ries (Aystetten), Krankenpfleger Philipp Nowack (Hamburg) und den beiden Koordinatoren ist im Einsatz. Von dem Transitlager (vorübergehendes Durchzugslager für einen Kurzaufenthalt der Flüchtlinge) in Nyakabande fahren jeden Donnerstag mehrere Busse in das 300 Kilometer, und damit neun Stunden entfernt gelegene Camp, wo die Flüchtlinge mittelfristig bleiben können.

Diese Transfers bedeuten einen gewaltigen logistischen Aufwand, dennoch sind die Einsatzkräfte sehr motiviert und kümmern sich besonders um die Flüchtlingskinder, die ihre traumatischen Erlebnisse erst verarbeiten müssen. Besonders Krankenpfleger Philipp wollen die Kinder gar nicht mehr gehen lassen, weil sie so viel Spaß mit ihm haben; mit Koordinatorin Heidi Nicklin sangen sie sogar „Bruder Jakob“ auf Französisch! Diese Begeisterung und dieses Lachen ist für die Helfer das schönste vorstellbare Dankeschön für einen großartigen Einsatz, der Tag für Tag mit Herausforderungen aufwartet.

Etwa das kleine Mädchen, das vor wenigen Tagen aus einem offenen Bus gefallen ist; sie kam mit Schürfwunden davon und war sehr tapfer, als Philipp ihre Verbände wechselte. Oder eine junge Frau, die mit ihrem Baby auf dem Rücken von einem Motorrad-Taxi („Boda Boda“) stürzte, hatte „Glück im Unglück“: Ihrem Kind passierte nichts, sie selbst trug eine Platzwunde am Kopf und Schürfwunden davon.

Viele Entzündungen entstehen aufgrund der Vernachlässigung zunächst kleiner Wunden. Vor wenigen Tagen erst lief ein Zwölfjähriger aus Angst vor dem Krankenhaus davon; man kann nur beten und hoffen, dass der Junge mit seinen Verletzungen auch ohne Behandlungen überlebt.

2.000 Eimer mit Deckel und drei LKW-Ladungen mit insgesamt 12.000 warmen Decken konnte das Team nach einer langen und beschwerlichen Anfahrt aus Kampala, der Hauptstadt Ugandas, anliefern. Zusammen mit URCS (Rotes Kreuz Uganda) und UNHCR (Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen) verteilt humedica Hilfsgüter des täglichen Gebrauchs an Schwangere, Mütter mit Kleinkindern, unbegleitete Kinder, alte Menschen und an andere Bedürftige.

Eine sichere Lagerung der Hilfsgüter wird durch die Aufbewahrung in speziellen Lagern der Partnerorganisation und des URCS gewährleistet. „Mit den Eimern haben wir große Freude ausgelöst, ich habe schon beobachtet, wie die Kinder damit gleich zum Markt geschickt wurden, um Gemüse zu holen“, berichtete Koordinatorin Heidi Nicklin.

Seit Anfang September arbeitet das gesamte Team ausschließlich im Gesundheitszentrum der Grenzstadt Bunagana. Die Einwohnerzahl Bunaganas hat sich nach offiziellen Angaben in kürzester Zeit aufgrund der nicht registrierten Flüchtlinge im Ort verdreifacht, was immense Herausforderungen und Aufgaben mit sich bringt.

Die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen plant, die Gesundheitsstation noch weiter auszubauen. Die Dienste von humedica sind in Bunagana unverzichtbar und unser Team bringt sich entsprechend auch weiterhin mit viel Geschick, Engagement und Nächstenliebe ein!

Bitte helfen auch Sie den Flüchtlingen und unterstützen Sie unseren Einsatz in Uganda mit einer Spende. Herzlichen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Flüchtlingshilfe Uganda
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

      SWIFT-Code: BYLA DE M1 KFB
      IBAN: DE35734500000000004747

Mit 5 Euro können Sie auch durch das Senden einer sms Ihren Beitrag zu der humedica-Hilfe leisten. Einfach, schnell und sicher Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro gehen 4,83 Euro unmittelbar in die Projektarbeit.

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