„Muzungu, Muzungu!“

Flüchtlingskinder haben ihr Lachen nicht verloren

von Stefanie Huisgen, 06.07.2012

„Die Koordinierung der vielfältigen Hilfsmaßnahmen im Flüchtlingslager Nyakabande läuft auf Hochtouren. In zahlreichen Gesprächen hat sich humedica-Koordinatorin Heidi Nicklin mit Vertretern der ugandischen Regierung und Mitarbeitern der Hilfsorganisationen am Ort, allen voran UNHCR, über die Art und Weise der humanitären Hilfe ausgetauscht und abgestimmt.

In Kürze werden ein Arzt und eine Krankenschwester in Kisoro eintreffen, die das humedica-Team komplettieren und nach ihrer Ankunft mit der Erstversorgung der Flüchtlinge in der Gesundheitsstation beginnen können.

Im Rahmen der Organisierung und Koordinierung der Hilfe haben wir Nyakabande bereits zweimal einen Besuch abgestattet. Besonders überrascht hat uns dabei die positive Atmosphäre im Camp, was unter den gegebenen Umständen keine Selbstverständlichkeit ist. Die Menschen sind freundlich und grüßen uns oder nicken uns zu. Vor allem die Kinder sind total aus dem Häuschen, wenn sie uns sehen, und begrüßen uns mit freudigen „Muzungu, Muzungu!“-Rufen.

Im Gegensatz zu den anwesenden Personen im Lager, Flüchtlingen und Helfern gleichermaßen, fallen wir durch unsere helle Hautfarbe sofort auf. Daher ist es nicht schwer, zu erraten, dass „Muzungu“ das Äquivalent für „Weiße bzw. Weißer“ ist.

Der Kontrast unserer Hautfarben kommt umso deutlicher zum Tragen, als ich meinen Fotoapparat heraushole, um die kleinen Mädchen und Jungen zu fotografieren, die begeistert vor dem Objektiv posieren und sich beim anschließenden Betrachten der Bilder auf dem Kameradisplay dicht um mich herum drängen.

Jeder möchte einen Blick auf das fotografische Ergebnis erhaschen und es ertönt schallendes Gelächter, wenn sich die Kinder auf dem Bild wiedererkennen. Als wir uns auf einen Rundgang durch das temporäre Lager begeben, um mehr über dessen Struktur zu erfahren, werden wir von einer großen Kinderschar begleitet.

Seine einzige Lebensgrundlage, die Nähmaschine, nahm dieser Mann mit auf die Flucht nach Uganda. Foto: humedica/Stefanie Huisgen

Im Vergleich zu dem eher unspektakulären Alltag im Camp scheint unser Besuch eine Art Attraktion zu sein. Unterwegs zwinkern mir einige Kinder verschwörerisch zu, zeigen mit dem Finger auf sich und dann auf die Kamera - sie möchten gerne alleine fotografiert werden!

Es ist erstaunlich, dass diese kleinen Geschöpfe trotz der widrigen Umstände, in denen sie sich befinden, ihr Lachen nicht verloren haben und einen fröhlichen Eindruck erwecken. Mit dieser Reaktion hatten wir vor unserer Ankunft in keinster Weise gerechnet. Schließlich haben die Kinder in ihren jungen Jahren schon eine der wohl schlimmsten Erfahrungen gemacht, die es auf der Welt gibt: den Verlust ihrer Heimat und damit auch einem Stück ihrer Identität.

Darüber hinaus sind viele Kinder ohne ihre Eltern nach Uganda gekommen, sind entweder Waisen oder haben Mutter und Vater in den Wirren der Flucht aus den Augen verloren. Manche haben Verwandte, die sich im Lager um sie kümmern können, andere sind mit ihren Geschwistern in Nyakabande auf sich allein gestellt.

Gestern Morgen ist uns bei unserem zweiten Besuch ein Mädchen, kaum älter als acht Jahre, begegnet, die ihr kleines Geschwisterkind auf dem Rücken herumtrug und uns erzählte, dass sie noch auf weitere Geschwister aufpassen müsse. Welch große Verantwortung für solch ein zartes, kleines Wesen!

Bitte stehen Sie den Menschen in Nyakabande und insbesondere den Kindern in dieser schwierigen Zeit bei und tragen mit einer Spende zugunsten der Flüchtlingshilfe Uganda dazu bei, ihnen ein Stück Normalität zurückzugeben und den Weg in eine bessere und sichere Zukunft zu ermöglichen! Herzlichen Dank.“

      humedica e. V.
      Stichwort „Flüchtlingshilfe Uganda
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ein Lächeln verringert die Distanz. Ein Lächeln hilft über das Erlebte hinweg. Foto: humedica/Stefanie Huisgen

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