So fern und gleichzeitig doch so nah

Advent in Afrika

von Lynn Peters/RBU, 20.12.2012

Während in Deutschland Weihnachtsgeschenke gekauft, alles für den Heiligen Abend vorbereitet und mit reichlich Plätzchen, Punsch und feierlicher Stimmung die Adventszeit versüßt wird, stehen für die kongolesischen Flüchtlinge in Uganda ganz andere Dinge im Vordergrund. So auch für die ehrenamtlichen humedica-Einsatzkräfte, wie die kürzlich nach Deutschland zurückgekehrte Medizinstudentin Lynn Peters.

„Alle Jahre wieder - wer kennt es nicht?! Die Frau versucht, das Haus in einen Traum aus Lichtern und Lametta zu verwandeln und die benötigten Weihnachtsgeschenke aufzutreiben. Sie kämpft sich dabei durch die einkaufenden Menschenmassen in der Stadt, während ihr Mann in der schneidenden Kälte nach dem perfekten Weihnachtsbaum sucht, aber keiner der angebotenen gut genug erscheint.

Bei diesem ganzen Trubel vergisst man nur allzu leicht den wahren Geist der Weihnachtszeit: Besinnung auf das, was wirklich zählt und die Feier der Geburt Jesu Christi.

Mir selbst ging es nicht anders - bis ich nach Uganda kam. Vor meiner Abreise war meine größte Sorge noch, wem ich dieses Jahr was genau zu Weihnachten schenken soll - im Prinzip hat doch schon jeder alles. Wenn ich nun zurückblicke, wirkt diese Sorge heute belanglos und nahezu lächerlich, verglichen mit den Sorgen, die die Menschen in Uganda quälen.

Die meisten Menschen, die wir versorgen, sind Flüchtlinge aus dem Nachbarstaat Kongo, wo zurzeit Bürgerkrieg herrscht und das Gesundheitssystem zusammenbrechen ließ. Viele Patienten, vor allem Kinder, sind oft schwer krank, haben zum Beispiel Malaria mit sehr hohem Fieber und nehmen einen mehrstündigen Fußmarsch auf sich, um unsere Gesundheitsstation an der kongolesisch-ugandischen Grenze aufzusuchen.

Viele der Flüchtlinge wurden aus ihrer Heimat vertrieben und haben durch den Krieg einen ihrer Lieben verloren. Vor diesen Schicksalen erschienen mir dann die Sorgen, die ich bis zu meiner Abreise hatte, auf einmal sehr unbedeutend. Eine Geschichte ist mir besonders in Erinnerung geblieben:

Es ist die Geschichte der achtjährigen Murab. Beim Kochen hatte sich ein Unfall ereignet, bei dem ihr siedendes Wasser über den Unterschenkel und den Fuß gegossen wurde. Das Mädchen zog sich eine starke Verbrühung zu. Da Murab immer barfuß unterwegs war, hatte sich die Wunde durch den Schmutz entzündet.

So kam sie dann zu uns zur Behandlung, wo wir gleich mit der Therapie und der Wundversorgung begannen. Es war keine leichte Aufgabe, denn ohne Schuhe und mit dem Schlamm der Regenzeit hat sich die Wunde immer wieder entzündet. Doch Murab kam jeden Tag, auch wenn es für sie ein langer Weg bis zu uns war und ihr das Gehen immer noch Schmerzen bereitete.

Durch diese unermüdliche Ausdauer des jungen Mädchens konnten wir nach knapp zwei Wochen täglicher Wundpflege zu unserer großen Zufriedenheit sagen, dass die Infektion abgeklungen und die Heilung schnell vorangeschritten war, sodass es nicht mehr lange dauern würde, bis die Haut wieder vollkommen intakt sein würde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein Bild davon vermitteln, wie ich die Adventszeit in Afrika erlebt habe - so weit weg von Schnee und Plätzchen wie nie zuvor. Und dem Geist der Weihnacht doch so nah. Und vielleicht konnte ich hiermit noch ein weiteres kleines Weihnachtsgeschenk auf Ihre Liste für Weihnachten setzen. Denn selbst kleine Geschenke machen dort, wo Menschen fast nichts haben, große Unterschiede.“

Das Fest der Nächstenliebe, der Hoffnung und des Gebens steht vor der Tür, und trotz der sicherlich auch bei Ihnen bereits eingetretenen Geschäftigkeit rund um Weihnachten, möchten wir Sie um einen Moment des Innehaltens bitten. Um einen Moment, in dem auch Sie sich darauf besinnen, was wirklich zählt.

Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen in Uganda mit Ihrer Weihnachtsspende, die dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird und Liebe und Licht in die oft vorherrschende Trostlosigkeit bringt. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Flüchtlingshilfe Uganda
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer kleinen sms können Sie Großes bewirken: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro tragen Sie mit 4,83 Euro unmittelbar zu den humedica-Hilfsmaßnahmen bei.

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