„Die Menschen müssen wissen, dass sie Hilfe bekommen“

von Ruth Bücker, 21.11.2012

Dass wir hier so nahe an einem Kriegsgebiet sind, spürt man zunächst gar nicht“, berichtet Klaus Ruhrmann aktuell von der türkisch-syrischen Grenze. „Erst als wir die ersten Betroffenen kennenlernten, die unter schlimmsten Bedingungen in die Türkei geflohen sind, wurde dieser Umstand wieder richtig bewusst.

Gemeinsam mit dem Bonner Arzt Dr. Markus Hohlweck und Koordinator Patrick Khamadi (Kaufbeuren) stellt der Wundpfleger aus Rheda-Wiedenbrück das erste humedica-Team für den Hilfseinsatz direkt in Syrien. Vor drei Tagen waren die Drei in die türkische Stadt Gaziantep geflogen, gestern hatten sie unmittelbar an der syrischen Grenze die logistisch-organisatorischen Grundlagen für die kommenden Tage gelegt.

Ein Zivilist in den Trümmern seiner Heimat in Nordsyrien. Foto: REUTERS/Umit Bektas

Mittlerweile haben die Helfer die türkisch-syrische Grenze überquert und kommen ihrem Einsatzgebiet somit Stück für Stück näher. Und somit auch den Menschen, die unter Extrembedingungen fliehen mussten und nun unter nicht minder extremen Umständen ausharren und ihre Hoffnung, dass sie bald wieder in ihr Zuhause zurückkehren können, irgendwie aufrecht erhalten.

Wenn es dieses Zuhause überhaupt noch gibt. „In Gaziantep trafen wir eine siebenköpfige Familie aus Syrien“, erzählt die Pflegekraft Klaus weiter. „Das jüngste Kind war gerade mal sieben Monate alt, das älteste acht Jahre. Die Familie musste aus Aleppo fliehen, als ihr Wohnviertel unter Bombenbeschuss geriet. Ihr Zuhause wurde zerstört.

Nicht nur die Kinder traumatisierte dieses Erlebnis schwer. Auch die Eltern waren ob dieses Ereignisses und der anschließenden Flucht mehr als mitgenommen, Tränen waren nicht nur bei den jungen Familienmitgliedern zu sehen. „Der Vater machte sich große Sorgen, wie sein Leben weitergehen, wie er seine Familie und ihr Leben schützen soll. Er weinte vor Verzweiflung.“ Welch allzu menschliche Reaktion, in diesen unmenschlichen Umständen.

Die Mitglieder der Familie sind sieben von insgesamt knapp 115.000 Personen, die aus Syrien in die benachbarte Türkei fliehen mussten, um ihr Leben zu retten. Mehr als 2,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind laut Angaben der UN-OCHA innerhalb Syriens betroffen. Mindestens 1,2 Millionen Syrer wurden zu Binnenflüchtlingen, befinden sich also innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht.

Ihnen zu helfen ist die Aufgabe des humedica-Teams: „Wir haben noch in der Türkei erste Materialien und Medikamente eingekauft. Wir erwarben Schmerzmittel, Antibiotika, Wundversorgungsmaterialien und Salben, um während der Erkundungen für weitere Hilfsmaßnahmen bereits erste Behandlungen durchführen zu können“, erklärt Klaus Ruhrmann weiter.

Die Menschen müssen wissen, dass sie Hilfe bekommen. Wir sind erwartungsoffen und bereit, ihnen diese Hilfe zukommen zu lassen.

Bitte unterstützen Sie uns mit einer Spende bei diesem großen Unterfangen in Syrien. Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Syrische Flüchtlinge
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Mit dem Senden einer sms können Sie ebenfalls zum Helfer in der Not werden: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro in die humedica-Projektarbeit.

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