Mit eigenen Augen die persönlichen Katastrophen sehen

von Raphael Marcus/RBU, 27.12.2012

Allgemein gesprochen handelt es sich bei einer Katastrophe um eine Situation, in der die Ressourcen der Betroffenen nicht ausreichen um ihre Misere abzuwehren, sie zu bekämpfen oder sich danach zu rehabilitieren. Wie gesagt: eine sehr grobmaschige Umschreibung. Und auch wenn der Titel eine Richtung der weiteren Definition andeutet, ist es nicht meine Absicht, darüber ausführlicher zu schreiben.

Nein, ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass es auch kleine Katastrophen gibt. Regionale Katastrophen, persönliche Katastrophen oder Katastrophen, deren Auswirkungen vielleicht in der Quantität der Betroffenen nicht ausreichen, um Schlagzeilen zu machen. Deren Qualität der Schäden aber nicht geringer ist als bei den uns allgemein bekannten und vermeintlich großen Katastrophen.

Und so kam es, dass während sich Hurrikan Sandy auf dem Weg Richtung Amerikas Ostküste befand, der Zyklon Nilam eine andere Ostküste im Visier hatte. Und zwar die Küste Tamil Nadus in Indien. Und auf dem Weg dahin überflog Nilam knapp die nördliche Küste der wunderschönen Insel Sri Lanka. Seine Ausmaße: annähernd 170.000 betroffene Menschen, tausende beschädigte und hunderte völlig zerstörte Häuser und viele persönliche Katastrophen.

Mehr als 10.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Und wessen Zuhause nicht evakuiert werden musste, der hatte dennoch Schäden zu beseitigen oder zumindest Tageslöhne verloren. Ein Umstand, der es schwierig macht, die eigene Familie zu ernähren und das ohnehin bereits schwere Leben zu einer Katastrophe heranwachsen lässt.

In so einer Situation gibt es keine richtigen Ressourcen, um die Umstände zu bekämpfen, sie abzuwehren oder sich davon zu rehabilitieren. Und vielleicht müsste man den Ansturm auf die von humedica verteilten Hilfsgüter an die betroffenen Menschen sehen, um zu verstehen, wie sehr sich die Bevölkerung nach Nahrung, einer Behausung und anderen Materialen sehnt.

Die Familien, die sich aufgrund der Hilfsgüterverteilungen um das lokale humedica-Team versammelten, wurden von der regionalen Verwaltung als die ärmsten und am stärksten betroffenen Familien ausgewiesen und gehörten aus diesem Grund zu den Empfängern. Sehnsüchtig erwarteten sie das Ankommen der Lastwagen von humedica Lanka, lokale Tochterorganisation und ausführender Partner der Fluthilfe nach dem Zyklon Nilam.

Katastrophe ist nicht nur Zerstörung und Tod. Sie kann sich auch in einem zweiwöchigen Ausfall des Fischerei-Ertrags zeigen, der für eine Familie in Sri Lanka bereits Unterernährung und Erkrankung der Kinder nach sich ziehen kann. Und der nach dringend benötigter Hilfe schreit.

humedica führte verschiedene Verteilungen durch, eine davon in Nagarkovil, die bereits vom verheerenden Tsunami 2004 am schlimmsten getroffenen Region Sri Lankas. Und die Region, die fünf Jahre später leider erneut heimgesucht wurde von schrecklichen Taten und Schlagzeilen machte als letztes Schlachtfeld eines blutigen Bürgerkrieges.

Die Menschen in Nagarkovil schlafen in kleinen Strohhütten und fischen für die täglichen Mahlzeiten aus dem nahen Meer - für etwas anderes ist meist kein Geld vorhanden. Als der Zyklon Nilam die Strände erneut überflutete und die Felder in Seen verwandelte, war es für die Bevölkerung unmöglich, sich selbst aus dieser Misere zu befreien. Die ohnehin armen Familien hatten nun zusätzliche Lasten zu bewältigen.

Gelindert werden konnten diese Umstände allerdings durch die 3.000 verteilten Wellblechplatten, die durch die Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland bestellt werden konnten und die Besitzer der dachlosen Hütten bereits erreicht haben.

Eine Hilfe im Schatten anderer Katastrophen, die dennoch Licht in das Leben all dieser Familien gebracht hat. Ebenso wie die Familienpatenschaften, die seit Jahren die Menschen im Norden Sri Lankas begleiten und unterstützen. Auch Sie können zum Lebensveränderer werden und Pate einer Familie sein. Näheres dazu erfahren Sie hier.

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