20 Tonnen Hilfsgüter für Pakistan auf dem Weg

von Ruth Bücker, 27.08.2012

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem schwerste Monsunregenfälle und Überschwemmungen die Bevölkerung Pakistans heimsuchten. 18 Millionen war damals die geschätzte, erschreckend hohe Zahl der Menschen, die durch die Zerstörung ihrer Häuser und des Verlusts ihrer Habseligkeiten direkt betroffen waren. Oder indirekt durch die nicht mehr intakte Infrastruktur.

Unmittelbar nach der Katastrophe entsendete humedica medizinische Teams über einen Zeitraum von mehreren Wochen ins Land, die den Betroffenen zur Seite stehen konnten. Neben Verletzungen, die durch Trümmer oder Gegenstände in den Fluten unmittelbar von der Katastrophe rührten, wurden auch basismedizinische Behandlungen durchgeführt. Für viele der insbesondere armen Familien die erste Behandlung, die ihnen zuteil wurde.

Unterricht auf dem Boden wird bald für noch mehr Kinder der Vergangenheit angehören. Foto: humedica/Toni Großhauser

Der Fokus der Hilfsmaßnahmen verlagerte sich nach wenigen Monaten der Nothilfe auf die Versorgung mangel- oder unterernährter Kinder und besteht bis heute in dem Wiederaufbau von zerstörten Wohnhäusern und Schulgebäuden. Eine zusätzliche und anhaltende Form der Unterstützung findet im Rahmen der Versorgungshilfe statt.

Wir sind gerade wieder dabei, zwei Container für Pakistan versandfertig zu machen“, berichtet Hermann Schäffler, Leiter des humedica-Lagers. Auch mit ein wenig Stolz in der Stimme, denn die zu versendende Menge an Hilfsgütern hat beträchtliche Ausmaße. „Wir bringen zwei Container auf den Weg, die jeweils 40 Fuß fassen. Das entspricht jeweils einer Länge von zwölf Metern, einer Höhe von 2,70 Meter und einer Breite von 2,40 Meter.“

Zwei Empfänger werden von den insgesamt etwa 20 Tonnen Hilfsgütern profitieren. Zum einen erhält ein in der Stadt Sukkur ansässiges Partnerkrankenhaus Einrichtungsgegenstände wie Pflegebetten und Rollstühle, medizinisches Equipment und Behandlungsmaterialien wie beispielsweise Verbandsstoffe, Handschuhe oder Medikamente.

Zum anderen enthalten die Container in Deutschland gespendetes Schulmobiliar und Farbe. humedica beteiligte sich bereits maßgeblich an dem Wiederaufbau mehrerer Schulgebäude, die durch Fluten zerstört und abgetragen worden waren. In vielen der neuen Klassenzimmer sind für die Mädchen und Jungen aber immer noch keine Tische und Stühle vorhanden, die Innen- und Außenwände erhielten noch keinen Anstrich.

Mit den wertvollen Inhalten der Container wird man nun auch diesem Mangel begegnen können. Und über Spielsachen und Kuscheltiere können sich die Kinder zusätzlich freuen. Denn wo die Fluten ganze Häuser wegrissen und zerstörten, machten sie auch vor den kleinen Freuden der Kinder nicht Halt und sorgten hier ebenso für ein - zwar nicht lebensbedrohliches, aber dennoch bedeutendes - Manko.

Aus dem Schrecken der Vergangenheit etwas Positives ziehen

Der Großteil der Verluste, die aufgrund der Fluten und Erdrutsche im Jahr 2010 auftraten, waren der nicht ausreichend widerstandsfähigen Bauweise der Gebäude, mangelhafter Vorbereitung der Dorfbewohner auf eine derartige Katastrophe und einem fehlenden funktionierenden Frühwarnsystem geschuldet.

humedica initiierte gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation AoG (Assemblies of God) aus diesem Grund in sechs verschiedenen Regionen Pakistans Trainings zu dem Thema „Risikoreduzierung im Katastrophenfall“. Verantwortliche der einzelnen Ortschaften, Gemeindeoberhäupter, Lehrer und medizinisches Personal nahmen rege an den Diskussionen teil, in denen es maßgeblich darum ging, aus dem Schrecken der Vergangenheit etwas Positives für zukünftige Überschwemmungen zu ziehen.

Beispielsweise sei eine bessere Bauweise ein erster Schritt zur Verringerung der Gefahren. Oder die Ausstattung öffentlicher Einrichtungen und der Familien mit Schwimmwesten, um einem Tod durch Ertrinken insbesondere bei Kindern vorzubeugen. Auch Schwimmtraining war ein banal klingender, aber unter Umständen lebensrettender Vorschlag zur Reduzierung der Gefahren durch die Wassermassen.

Von Mai bis Ende Juli wurden mit diesen Zusammenkünften insgesamt 433 Personen erreicht, die das neu gewonnene Wissen aufgrund ihrer Stellung in der eigenen Gemeinde an hunderte Familien weitergeben können.

Gespräche und Trainings, die im Zweifelsfall Leben retten können. Für den Moment zumindest für Aufmerksamkeit und Vorbeugung sorgen. Foto: humedica/Toni Großhauser

Die Hoffnung besteht selbstverständlich darin, dass es nicht mehr zu einer solchen Katastrophe wie im Sommer 2010 kommen mag. Auch wenn sich Naturgewalten kaum stoppen lassen, kann man die Betroffenen dennoch sehr gut auf bestimmte Szenarien vorbereiten. Dabei steht humedica den Menschen auch weiterhin bei. Bitte unterstützen Sie dieses tolle Projekt mit Ihrer Spende. Vielen herzlichen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Fluthilfe Pakistan
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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