Fertigstellung von 20 Schulen für 5.000 Kinder

von Ruth Bücker, 02.02.2012

70 Jahre, vieler Umbrüche und zahlreicher Reformen bedurfte es, bis Pakistan nach Erklärung der Unabhängigkeit im Jahr 1940 ein stabiles Schul- und Universitätssystem aufgebaut hatte. Die schweren Überschwemmungen im Sommer 2010 warfen diesen Entwicklungsprozess zunächst wieder stark zurück und gefährdeten in vielen Teilen Pakistans den Zugang zu Bildung.

Projektsachbearbeiter Dr. Toni Großhauser mit einer Schulklasse, die dank der humedica-Wiederaufbaumaßnahmen wieder Zugang zu Bildung haben. Foto: humedica

Allein in der nordwestlich gelegenen Provinz Khyber Pakhtunkhwa waren 2.000 Schulen von den Auswirkungen der Flut betroffen, 300 völlig zerstört. Der Zugang zu Bildung und somit zu einer perspektivenreichen Zukunft waren sprichwörtlich davon geschwemmt worden: die Schulgebäude und das Mobiliar waren nicht mehr nutzbar, Lehr- und Lernmaterialien zerstört worden.

Lokale Mitarbeiter der humedica-Partnerorganisation ARO (Aid for Refugees and Orphans) befürchteten für die ländlichen Regionen eine Zunahme der Kinderarbeit und prognostizierten für den schlimmsten eintreffenden Fall einen Anstieg der Jugend- und Kinderkriminalität und aufgrund mangelnder Alternativen und Unwissenheit einen steigenden Anstieg der Beitritte in radikale Gruppierungen.

Die Aussicht für ihre Zukunft nach der Jahrhundertflut war für die Mädchen und Jungen zunächst keine mit Perspektive. Und keineswegs der Blick auf eine gesicherte Zukunft. Gemeinsam mit ARO konnte humedica an dieser Situation aber zumindest in den vier Distrikten Charsadda, Nowshera, Swat und D.I. Khan etwas ändern.

Bereits im vergangenen Sommer nahmen humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß, der zuständige Projektsachbearbeiter Dr. Toni Großhauser und Ruth Bücker, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit, an einer liebevoll geplanten und durchgeführten Schuleröffnung in Charsadda teil.

Robuste neue Wände waren frisch verputzt und gestrichen und die Klassenzimmer waren mit Tischen und Stühlen neu eingerichtet worden. Freundliche Bilder von Blumen, Tieren oder von bunten Comicfiguren schmückten die Wände. Lokale Mitarbeiter von ARO hatten darüber hinaus für die Sanierung der Sanitätsanlagen und die Erneuerung der Elektrizität gesorgt.

Bedarfsklärungen bei den Schülern hatten zusätzlich ergeben, dass sich rund 90 Prozent der von den Schulen profitierenden Familien nach dem Verlust all ihres Hab und Guts keine Schulmaterialien hätten leisten können. Um diesem Notstand entgegenzuwirken, erhielten die Mädchen und Jungen neue Schultaschen, Uniformen, Schreibhefte und Stifte, um ihren Schulalltag antreten zu können.

Den Weg ebnen für die Zukunft: dank der engagierten humedica-Partner in Pakistan und Ihrer Spenden aus Deutschland konnte dies in Form von 20 Schulen getan werden. Foto: humedica/ARO

Ebenso wie bei dieser Schule, wurden bei 19 weiteren die Räumlichkeiten renoviert und mit Schulmobiliar ausgestattet, für eine geregelte Stromversorgung, hygienisch einwandfreie Sanitätsanlagen und für den ständigen Zugang zu sauberem Wasser gesorgt - ermöglicht durch Ihre Spenden aus Deutschland, liebe Freunde unserer Arbeit.

Schulen als Zeichen der gelebten Nächstenliebe. Insgesamt wurde durch diese nun abgeschlossene Hilfsmaßnahme des Wiederaufbaus 5.000 Kindern der weiterführende Zugang zu Bildung ermöglicht. 5.000 Mädchen und Jungen, die nun in einem geeigneten Umfeld lernen können. 5.000 junge Menschen, deren neuer Weg in eine bessere Zukunft in einem der 20 Schulgebäude beginnen kann. Vielen Dank!

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