Von glücklichen, prägenden und traurigen Erfahrungen

von Alina Kuffner, Manuela Kiechle/RBU, 12.03.2012

Im vergangenen Jahr schlossen Alina Kuffner und Manuela Kiechle ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester ab. Doch anstatt eine Anstellung in einem deutschen Krankenhaus anzunehmen und einen sichereren Weg mit bekannten Inhalten zu wählen, entschlossen sich die zwei jungen Frauen für einen außergewöhnlichen Start in ihr Berufsleben.

Dass es auch schwere Momente gab, sieht man der lebensfrohen Alina Kuffner auf dem Bild nicht an. Foto: humedica/Manuela Kiechle

Mit der Neugier auf Unbekanntes und der gleichzeitigen Ungewissheit, was dies im Einzelnen bedeuten würde, machten sich die beiden Allgäuerinnen auf den Weg in den Niger. In der humedica-Klinik in Kollo waren sie fünf Monate unterstützend tätig und kehrten voll neuer Eindrücke, die von traurigen Momenten bis zu glücklichen Ereignissen alle Höhen und Tiefen beinhalteten, Ende Februar nach Deutschland zurück.

„Für uns beide war es ein jahrelanger Traum, einmal in einem afrikanischen Land zu arbeiten. Nach unserer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester bekamen wir mit humedica die Möglichkeit, für fünf Monate in den Niger zu gehen. Es war unsere erste Zeit in Afrika und so konnten wir in eine für uns bisher unbekannte Welt eintauchen. Jeder Tag war ein neues Abenteuer für uns und das, was wir erlebt haben, hat unsere Leben geprägt.

So ein Langzeiteinsatz bringt sehr viele Vorteile mit sich: Wir bekamen dadurch die Chance, mit den Menschen zu leben und Teil ihres Alltags zu werden. Fernab von unserer täglichen Arbeit in der Klinik, haben wir in dem lokalen Personal Freunde gefunden, die uns einen tollen Einblick in das nigrische Leben ermöglichten.

Nach und nach wurde uns die doch sehr andere Denk- und Lebensweise immer vertrauter. Die nigrische, nicht allzu schnelle Arbeitsweise war nicht immer ganz leicht für uns zu verstehen, aber wir merkten auch, dass in diesem Land einfach alles mehr Zeit und Geduld braucht. So kam beispielsweise der langersehnte Hilfscontainer aus Deutschland einfach mehrere Wochen zu spät an, weil er irgendwo in Afrika feststeckte.

Wir mussten lernen, mit bestimmten Situationen umgehen zu können und sie so anzunehmen, wie sie eben sind. Zurück in Deutschland können wir dadurch nun Vieles lockerer sehen. Und wenn wir auf die Arbeit zurückblicken, gab es sowohl glückliche, als auch viele traurige Momente.

Für uns als deutsche Kinderkrankenschwestern war es nicht immer leicht zu akzeptieren, wie anders im Vergleich zu Deutschland mit Kranken, vor allem mit kranken Kindern, umgegangen wurde. Unser Ziel war es, das Personal im Umgang mit den Kleinen zu sensibilisieren und mehr Wert auf Zwischenmenschlichkeit in der Pflege zu legen. Schlussendlich hatten wir das Gefühl, dass wir erfolgreich waren.

Die Hungersnot droht und prophylaktisch wird in der humedica-Klinik und den umliegenden Gesundheitsstationen darauf geachtet und entgegen gewirkt. Foto: humedica/Alina Kuffner

Doch es gab auch Tage und Wochen, in denen es nicht immer leicht für uns war. Vor allem, als wir für drei Wochen die humedica-Klinik verließen und in einem nationalen Krankenhaus in der Hauptstadt Niamey arbeiteten, begegnete uns das Leid und die Armut dieses Landes noch deutlicher als in Kollo.

Dass Kinder starben, obwohl dies aufgrund ihres Zustands nicht hätte geschehen müssen, machte uns sehr traurig. Diese Zeit fiel gerade in die Weihnachtszeit und so waren die Wochen für uns sehr schwer. Familie und Freunde fehlten und es gab Momente, in denen wir einfach nur in den Flieger steigen und heim wollten.

Im Nachhinein war jedoch auch diese Zeit sehr prägend und förderlich für unser persönliches und berufliches Leben.

Wir sahen viele unterernährte Kinder, schockierende Krankheiten und Fehlbildungen, waren entsetzt über die bittere Armut und Unterentwicklung dieses Landes, doch auch begeistert von der Herzlichkeit und der Kultur der Menschen. Wir sind dankbar für jeden einzelnen Moment, den wir im Niger erleben durften und in Erinnerung werden uns hauptsächlich die vielen schönen Erlebnisse bleiben.

Genauso dankbar sind wir euch, dem humedica-Team, dass ihr uns so eine tolle Zeit ermöglicht habt und wir hoffen, dass dies nicht unser letzter Einsatz mit humedica war!

Ganz viele liebe Grüße,
Eure Alina Kuffner & Manuela Kiechle“

Liebe Freunde unserer Arbeit: aufgrund der drohenden Hungersnot benötigen wir Ihre Hilfe noch dringender. Unterstützen Sie mit einer gezielten Spende die humedica-Klinik und die umliegenden Gesundheitsstationen, in denen Kranke und Hungerleidende Zuflucht und Fürsorge erfahren.

      humedica e. V.
      Stichwort „Klinik Kollo
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Fünf Monate war Westafrika ihre Heimat. Fünf Monate, die Alina Kuffner (links) und Manuela Kiechle (rechts) nicht vergessen werden. Foto: humedica

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