Ein Leben konnte gerettet werden - dank der gemeinsamen Hilfe

von Stuart Corlett, Ruth Bücker, 20.01.2012

Shan ist ein Staat im südostasiatischen Land Mynamar, welches auf der Liste des Human Development Index Platz 149 einnimmt und somit zu den gering entwickelten Ländern zählt. Dies zeigen nicht zuletzt auch die unzulänglichen oder gar nicht vorhandenen Möglichkeiten einer adäquaten medizinischen Betreuung.

Dank der Seminare und dem dafür benötigten, gelieferten Equipment konnten bereits 200 Personen zu medizinischen Fachkräften ausgebildet werden. Foto: humedica/Stuart Corlett

Um diesem Zustand entgegenzuwirken, bildet humedica gemeinsam mit der lokalen Hilfsorganisation Partners Relief & Development in dem Grenzgebiet zwischen Thailand und Myanmar medizinische Fachkräfte aus. Darüber hinaus bestehen Weiterbildungsseminare für Pflegekräfte mit bereits vorhandenem medizinischem Grundwissen.

Stuart Corlett, ein leitender Mitarbeiter des humedica-Partners, erlebte persönlich mit, wie die (Weiter-) Bildungsmaßnahmen das Leben eines jungen Mannes retten konnten, der ohne die Kenntnisse der Pflegekräfte und das benötigte Equipment hätte sterben müssen.

„Im Jahr 2009 begann die Zusammenarbeit meiner Organisation Partners Relief & Development und den zuständigen Gesundheitsstellen in Shan, bei der es um die Ausbildung von medizinischen Kräften ging. Vor Beginn dieser Maßnahme standen nur zwei ausgebildete Mediziner zur Behandlung von Patienten zur Verfügung, die aus einem sehr großen Einzugsgebiet stammen.

Seit Beginn der Ausbildungen haben wir mehr als 200 junge Frauen und Männer geschult. Hunderte Privatpersonen und Organisationen wie humedica haben dazu beigetragen, dies möglich zu machen. Vor wenigen Tagen nun war ich auf einer Abschlussveranstaltung der Auszubildenden des Jahres 2011 und wurde Zeuge einer medizinischen Begebenheit, die mir beinahe schon wie ein Wunder vorkam.

Etwa um die Mittagszeit wurde ein zwanzigjähriger Mann in unsere Ausbildungsklinik eingeliefert. Seine flache Atmung und dass er sich vor Schmerzen krümmte, legte die Befürchtung nahe, dass er dem Tod bereits näher stand, als dem Leben. Ich konnte beobachten, wie sich unsere Absolventen des ersten Jahrgangs von 2009 gemeinsam mit den leitenden Ärzten Dr. Bert White und Paul Baynham des Patienten annahmen und ihn untersuchten.

Bei seiner Einlieferung kämpfte der junge Mann ums Überleben. Er hat gewonnen - dank der gemeinsam ermöglichten Hilfe. Foto: humedica/Stuart Corlett

Ich war sehr beeindruckt, mit welcher Effizienz das Team an die Behandlung heranging - es fehlt immer noch an manch maßgeblichen Laborutensilien und bis zur Einlieferung des jungen Mannes war darüber hinaus keine Stromversorgung vorhanden. Trotz der widrigen Umstände diagnostizierte das Team relativ schnell eine Meningitis (Anmerkung: Entzündung des Gehirns, die mit starken Schmerzen und Fieber einhergeht und ohne Behandlung häufig tödlich endet).

Die Absolventen unserer Schulungsmaßnahmen legten ihm sofort eine Infusion. Allerdings stellte sich dann die große Frage, welche weiterführenden Behandlungsmaßnahmen vorzunehmen seien.

Meningitis gibt es in diversen Ausprägungen und in entwickelten Ländern würden Ärzte normalerweise eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit entnehmen, um die Art des Erregers festzustellen. Mit unseren bescheidenen Möglichkeiten war dieser aufwendige Vorgang leider nicht möglich.

Allerdings war - es erschien mir in diesem Moment wirklich wie ein Wunder - genau an diesem Tag ein neuer Generator in der Klinik eingetroffen, der von humedica finanziert worden war und den wir innerhalb kürzester Zeit in Gang setzen konnten.

Dank des gewonnen Stroms konnte das Team nun zumindest das Mikroskop zur Analyse des abgenommenen Blutes heranziehen. Die Betrachtung der weißen Blutzellen gab dem zuständigen Arzt weitere Auskünfte über den Erreger - und war gleichzeitig eine bedeutende Lehrstunde für die Studenten. Sofort konnte mit der intravenösen Behandlung fortgefahren werden.

Nach wenigen Minuten kam der Mann wieder zu Bewusstsein und sein Zustand verbesserte sich sichtlich von Augenblick zu Augenblick. Es war für mich wirklich als beobachtete ich in diesen Momenten, wie ein Wunder geschieht.

Dank des von humedica finanzierten Generators konnte die Stromversorgung für die Klinik des Partners gesichert werden. Foto: humedica/Stuart Corlett

Gleichzeitig war es unbeschreiblich und unglaublich berührend, die medizinischen Fachkräfte an und mit dem Patienten arbeiten zu sehen, die wir selber ausgebildet hatten. Und auch sehen und ahnen zu können, zu welchen Leistungen die neu auszubildenden Frauen und Männer zukünftig fähig sein werden.

Der junge Mann aus Shan, der sterbenskrank in unsere Klinik eingeliefert wurde, ist dank der Gaben und der Arbeit vieler Menschen am Leben. Ein Dank gilt dabei den Ausbildern und all denjenigen, die diese Arbeit über Jahre hinweg unterstützt und begleitet haben. Viele von ihnen nahmen es auf sich, während ihres Lehrens und Lernens für Wochen oder Monate ihre Familien nicht zu sehen.

Danke auch an humedica für die Betten, das medizinische Equipment während der vergangenen Jahre und für den lebensrettenden Generator. Danke an alle, die hinter diesen möglich gemachten Hilfslieferungen stehen.

Und nicht zu vergessen: Der junge Mann ist dank Ihnen am Leben, er und seine Familie werden Ihnen das nie vergessen.“

Ende 2012 werden weitere sechs Studenten einen Kenntnisstand erreicht und ausreichend praktische Erfahrung gesammelt haben, um eine Gesundheitsstation oder Klinik in Shan leiten zu können, in der ebenfalls Leben gerettet werden können. Bereits an dieser Stelle ein vorgezogenes Danke an Sie, dass Sie die Fortsetzung der humedica-Hilfslieferungen unterstützen werden.

      humedica e. V.
      Stichwort „Myanmar
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 Euro direkt in die humedica-Projektarbeit.

Danke! Foto: humedica/Stuart Corlett

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