Trauerfeier für Todesopfer bewegt alle - Behandlungen der Verletzten gehen weiter

von Katja Völkl/RBU, 13.03.2012

Die schwere Explosionsserie am 04. März dieses Jahres forderte nach aktuellen Schätzungen 250 Menschenleben. 250 Familien, die um ihre geliebten Angehörigen trauern, nahmen eine Woche nach der Katastrophe Abschied von den Verstorbenen. Unsere Medienkoordinatorin Katja Völkl berichtet aus Brazzaville von diesem schrecklichen und tragischen Tag.

„Bereits am frühen Morgen laufen überall im Hotel die Fernseher. Und überall die gleichen Bilder: Politiker, die Reden des Beileids halten. Trauernde Menschen und mit Blumen geschmückte Särge. Auch das Personal in der Lobby unserer Unterkunft trägt heute schwarze Kleidung. Die Anteilnahme in der Stadt ist groß.

"Die Anteilnahme aller hier in Brazzaville ist groß.", beschreibt Katja Völkl. Die Trauerfeier in Gedenken an die Todesopfer der Explosion fand eine Woche nach der Katastrophe statt. Foto: humedica/Katja Völkl

Vor unserem Gebäude stehen mehrere schwer bewaffnete Soldaten. Auch unterwegs treffen wir immer wieder auf Straßensperren. Helikopter kreisen über der Stadt und Polizei- und Militärfahrzeuge rauschen mit Sirenengeheul durch die Straßen. An diesem schrecklichen Tag herrscht eine gedrückte Atmosphäre.

Auf dem Weg zum Flughafen sehen wir in der Ferne eine riesige Menschenmenge, die sich auf einem öffentlichen Platz versammelt hat. Wir holen die unser Team ergänzenden Kollegen Dr. Annette Frick und Dr. Norman Hecker sowie das restliche medizinische Gepäck vom Flughafen ab.

Aufgrund der vielen Transportbehälter, die medizinisches Equipment, Operationsbestecke und Medikamente enthalten, und der zwei zusätzlichen Personen, fahren Dr. Philipp Fischer und ich im Taxi zurück. Der Kleinbus fährt in einigem Abstand voraus.

Wir erreichen eine von Soldaten bewachte Straßensperre. Der Kleinbus vor uns darf passieren, dann stellt sich ein Soldat vor uns in den Weg. Unser Taxifahrer diskutiert mit dem Soldaten. Schließlich werden wir durch gewunken und können zu unserer Unterkunft fahren, um das Gepäck abzuladen.

Dort treffen wir auch Dr. Emmanuel Goma Foutou. Seit der Ankunft unseres Teams steht er uns beratend zur Seite und unterstützt uns bei der Organisation unserer Hilfsmaßnahmen. Dr. Fotou hat an der Beerdigung und der Trauerfeier für die 200 Menschen teilgenommen.

Die Opferzahlen liegen wesentlich höher, doch es sind noch nicht alle identifiziert“, so der kongolesische Mediziner. Alle führenden Persönlichkeiten und Delegationen des Landes und der Nachbarländer seien anwesend gewesen, ebenso wie die Angehörigen der Opfer, Bürger der Stadt und kirchliche Würdenträger.

Es herrschte eine sehr stille und traurige Atmosphäre“, beschreibt Dr. Foutou. „Aber es war auch ein bewegender Moment, den Zusammenhalt und die Anteilnahme aller gegenüber den betroffenen Familien zu erleben.“

Prof. Dr. Dr. Bernd Domres ist als erfahrener Katastrophenmediziner mit dem humedica-Team in einer Klinik tätig. Es müssen hauptsächlich Frakturen und schwerste Brandverletzungen behandelt werden. Foto: humedica/Katja Völkl

Ich frage ihn, weshalb wir so viel Militär gesehen haben und er erklärt, dass es ein hohes Sicherheitsrisiko gab, weil sich die Explosion in einem Militärgebiet ereignet habe und dort auch die meisten Toten zu beklagen seien. Daher sei auch die Anteilnahme des Militärs sehr hoch.“

Für die Menschen, die bei dieser mehr als schrecklichen Katastrophe ihr Leben verlieren mussten, können wir nichts mehr tun. Allerdings können wir den tausenden Verletzten mit medizinischer Versorgung zur Seite stehen.

In dem Stadtteil Makalekele haben die humedica-Ärzte eine Klinik übernommen und führen dort Operationen von Brüchen durch, behandeln schwerste Verbrennungen und müssen in besonders schlimmen Fällen Gliedmaßen amputieren, die von Trümmern akut gequetscht wurden und das Leben des Verletzten ohne diese drastische Maßnahme gefährden würden.

Die ersten Hilfsmaßnahmen konnten dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht werden. Für den weiteren Betrieb der Klinik brauchen wir aber Ihre Unterstützung, liebe Freunde und Förderer. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende, den Betroffenen in der Republik Kongo medizinische Versorgung zuteil werden zu lassen.

      humedica e. V.
      Stichwort „Katastrophe Kongo
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer sms können Sie unsere Hilfsbemühungen unterstützen: Senden sie eine Textmitteilung mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90 und tragen mit 5 Euro, von denen 4,83 Euro direkt an humedica gehen, zu den Maßnahmen im Kongo bei. Vielen Dank!

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