Unter erschwerten Bedingungen das Licht der Welt erblickt

von Katja Völkl/RBU, 20.03.2012

Freud und Leid, Tod und Leben liegen oft eng beieinander. So auch in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo. Während auf der einen Seite viele 100 Explosionsopfer zu beklagen sind und noch immer Menschen mit Brand- oder Amputationsverletzungen im Krankenhaus liegen, erblickt nur einen Raum weiter ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt. Dr. Annette Frick vom humedica-Team war maßgeblich daran beteiligt:

Dr. Annette Frick stellt der jungen Mutter ihren neugeborenen Sohn vor. Foto: humedica/Katja Völkl

"Wir haben die Explosionsopfer in Makalekele versorgt. Ich habe dem Personal dort mit den Narkosen geholfen. Dann wurde eine schwangere Frau in den Nebensaal gebracht. Es gab offenbar Komplikationen. Da es hier kein Ultraschallgerät gibt, konnten wir nichts Genaues feststellen. Deshalb wurde ein Kaiserschnitt gemacht. Ich habe eine Teilnarkose vorgenommen, damit die Mutter das Kind dann gleich sehen kann."

Allerdings gab es auch hier noch Komplikationen. Das Baby hatte einige Startschwierigkeiten mit seinem neuen Leben, denn zunächst atmete es nicht und hatte auch keinen Herzschlag. „Es war ganz schlapp und grau“, berichtet die erfahrene Anästhesistin aus Tübingen weiter.

Wir haben es etwa 15 Minuten lang wiederbelebt und künstlich beatmet. Dann endlich ist es zu sich gekommen und hat anfangs nur ganz kläglich gequäkt. Aber schließlich hat es doch einen richtigen Lebensschrei von sich gegeben."

Nicht nur schon existierendem, sondern auch neuem Leben helfen - und das unter erschwerten Bedingungen, auch dafür ist das humedica-Ärzteteam in den Kongo gereist. Und unter so schwierigen Bedingungen einem kleinen Baby zum Leben zu verhelfen, ist ein ganz besonderes Gefühl, wie auch Annette Frick erzählt.

"Das war auch für mich eine ganz neue Erfahrung. Es gibt hier nicht das entsprechende Equipment wie in Deutschland. Das Kind wurde einfach auf einen kalten Metalltisch gelegt. Und da haben wir dann noch um das Leben des Kindes gerungen. Letztendlich hat der Neugeborene es gut überstanden. Wir haben es am nächsten Tag im Krankenhaus besucht, es ging ihm gut und darüber haben wir uns als ganzes Team von humedica sehr gefreut."

Die Mutter wird die Geburt ihres kleinen Sohnes wohl nie vergessen. Ebenso wenig werden Dr. Frick und das humedica-Team in Brazzaville dieses Ereignis vergessen. Und vielleicht wird mit dem kleinen Kongolesen ein besonderes Andenken entstehen, denn die Eltern überlegten, ihren neugeborenen Sohn „Frick“ zu nennen.

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      humedica e. V.
      Stichwort „Katastrophe Kongo
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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