Zuversicht, aber keine Entwarnung

von Antje Weber/RBU, 11.04.2012

Große Aufregung herrschte in den vergangenen Wochen in Brazzaville, nachdem in verschiedenen Auffanglagern für die obdachlos gewordenen Menschen die ersten Cholerafälle gemeldet wurden. Mittlerweile werden mehr als 20 Fälle gezählt, acht sind offiziell bestätigt worden.

humedica-Koordinatorin Antje Weber organisiert seit Anfang April die Hilfsmaßnahmen in der Republik Kongo. Foto: humedica

Bei schlechten hygienischen Verhältnissen breitet sich die Krankheit oft rasant aus und kann viele Opfer fordern. humedica hat unmittelbar reagiert und die erfahrene Ärztin Dr. Irmgard Harms entsendet, die bereits das Cholera-Behandlungszentrum im Norden Haitis aufgebaut und etabliert hat.

Schmutziges Trinkwasser und schlechte hygienische Bedingungen bergen das größte Risiko für einen Ausbruch der Cholera”, erklärt Dr. Irmgard Harms. Die Katastrophenmedizinerin und langjährige Leiterin eines Gesundheitsamtes hatte nach Bekanntwerden der ersten Cholerafälle in Brazzaville und einer Unterstützungsanfrage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihren derzeitigen Einsatz in Äthiopien unterbrochen und flog umgehend in die Republik Kongo. Nach einem ersten Besuch in den Camps zeigt sie sich aber sichtlich erleichtert.

In allen Camps steht ausreichend sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Damit sinkt die Gefahr einer flächendeckenden Ausbreitung entscheidend. Doch vielerorts sind die hygienischen Bedingungen noch unzureichend und eine endgültige Entwarnung kann nicht gegeben werden”, fasst die Expertin ihre Eindrücke zusammen.

Um die hygienischen Bedingungen zu verbessern und weitere Cholerafälle zu verhindern, hat das humedica-Team in der Republik Kongo bereits erste Hilfsmaßnahmen durchgeführt. In zwei der Camps wurden so genannte Hygienekits verteilt, die Artikel wie beispielsweise Seife, Zahnbürste, Damenbinden und Handtücher enthalten. Zumindest basishygienische Zustände können so auch in den Zeltlagern erreicht werden.

Darüber hinaus ist es wichtig, vor allem für die Kinder zu sorgen. Sie sind besonders gefährdet, an der im schlimmsten Fall tödlich verlaufenden Darminfektion zu erkranken. In den vergangenen zwei Wochen hat ein Ärzteteam von humedica in einem Camp medizinische Hilfe geleistet und ist dabei besonders auf ein Problem aufmerksam geworden. “Viele Kinder tragen ihre Windeln mehrere Tage. Das führt schnell zu Hautproblemen. Auch Krankheitserreger können sich weiter verbreiten”, erläutert Dr. Irmgard Harms.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat humedica alle Kinder in den acht Camps, die jünger als drei Jahre sind, mit Windeln versorgt. Mehr als 3.500 der waschbaren Windeln wurden verteilt und erleichtern nun die Hygiene vor Ort.

Neben den Windeln verteilte humedica auch Hygienepakete an Familien der Auffanglager, um wenigstens ein gewisses Mindestmaß an Hygiene fördern zu können. Foto: humedica/Ursula Miller

Darüber hinaus behandeln humedica-Helfer weiterhin in einer Klinik in Brazzaville die Opfer der Explosionsserie. Die Brandwunden müssen gesäubert und frisch verbunden und Infektionen behandelt werden. Sowohl bei den eindämmenden Hilfsmaßnahmen gegen eine Choleraepidemie, als auch bei der weiterhin notwendigen, medizinischen Behandlung der Explosionsopfer brauchen wir Ihre Hilfe in Form einer gezielten Spende.

      humedica e. V.
      Stichwort „Katastrophe Kongo
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit dem Senden einer kleinen sms können Sie Großes bewirken: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und mit 5 Euro helfen Sie in den humedica-Projekten.

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