Die Geschichte hinter dem Bild: Drei kleine Wunder ergeben ein großes

von Dr. Wolfgang Heide/RBU, 18.09.2012

Viele Augenblicke im Leben stellen ganz besondere Momente dar, die in Erinnerung bleiben und Spuren hinterlassen. Dies können Augenblicke sein, in denen es um die gegenwärtige Situation geht. Dies können aber auch Augenblicke sein, in denen viele Erinnerungen gebündelt werden und die eine Geschichte erzählen, die weit über den einzelnen Augenblick hinausgeht. Die Geschichte hinter dem Bild über drei kleine Wunder im Iran, die unsere Einsatzkraft Dr. Wolfgang Heide erleben durfte.

„In einem der abgelegenen Dörfer kam eine 50-jährige Frau mit einer tiefen Fleischwunde an der Hand zu uns. Die Wunde hatte sie sich beim Sturz auf einen Zelthering zugezogen. Die Mitarbeiter des Roten Halbmondes hatten einige Stunden zuvor die Wunde mangels Nahtmaterial nur mit einem Pflaster bedeckt.

Da die Menschen in diesen kargen Gegenden körperlich sehr hart für ihr täglich Brot arbeiten müssen, schien die Frau verständlicherweise sehr verzweifelt, da sie ihre Hand so nicht voll einsetzen und belasten konnte. Ganz zu schweigen von der Frage, ob diese tiefe Wunde sich von allein schließen würde oder es gar zu einer Nekrose, also einem Absterben des Hautlappens kommen würde.

Trotz eingeschränkter hygienischer Bedingungen entschloss ich mich dazu, die Wunde unter tatkräftiger Mithilfe der Krankenschwester Sabine Brehm und der Unterstützung unseres Koordinators Dieter Schmidt zu versorgen, der sich nicht zu schade war für jegliche „Handlangertätigkeiten“.

Die Wunde wurde gereinigt, genäht und dick verbunden. Wir konnten nun nur für die Frau beten und hoffen, dass sich das Ganze nicht infizierte. Wir gingen davon aus, die Frau nicht mehr zu sehen, in Anbetracht der vielen Dörfer, die noch zu versorgen waren.

Einige Tage später allerdings geschah das kleine Wunder: die Behandelte stand am Weg, den wir zu einem anderen Dorf nahmen. Ich hätte sie gar nicht gesehen, aber unsere Krankenschwester Sabine erblickte sie sofort und bat den Fahrer bestimmt zum Halt. Am staubigen Straßenrand auf einer unserer Kisten wurde der Verband gewechselt und das kleine Wunder setzte sich fort. Die Wunde war weder infiziert, noch an irgendeiner Stelle insuffizient.

Mit neuem Verband und unter Bekundung ihrer Dankbarkeit zog unsere Patientin von dannen. Wir hofften, dass sich jemand finden würde, der die Fäden ziehen könne.

Teil 3 unseres kleinen Wunders: Wieder einige Tage später fanden wird die Frau erneut am Straßenrand, sie hatte wohl auf uns gewartet. Wir konnten den Verband abermals wechseln und die Fäden ziehen, das Ergebnis war perfekt. Die Frau kann wieder ihrer täglichen Arbeit nachgehen. Mit vielen Dankbarkeitsgesten verabschiedete sie sich von uns.

Das ist eine meiner und vielleicht auch unsere gemeinsame Geschichte hinter diesen Bildern.“

Bitte unterstützen Sie uns auch neben der Hilfe des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland bei unseren Hilfsmaßnahmen im Iran, deren Fokus sich auf die Verteilung von Hilfsgütern gerichtet hat. Vielen Dank!

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