Iran: Die Erde bebt immer wieder

humedica-Ärzte erste internationale Helfer

von Steffen Richter, 14.08.2012

Auch der überraschende Fund ihres Sparschweins inmitten einer Trümmerwüste konnte das Lächeln nicht auf die Gesichter der beiden Teenager zurückbringen. Verständlich.

Das kleine Dörfchen Bajeh Bajeh, 35 Kilometer entfernt von Varzagahan, ist wie so viele in seiner unmittelbaren und mittelbaren Nachbarschaft dem Erdboden gleich. Zwei schwere Erdstöße mit einer Stärke von 6.4 überraschten Millionen Menschen rund um die Metropole Täbris unweit der iranisch-türkischen Grenze.

Sie erfolgten direkt hintereinander, was zu einer gewaltigen Panik führte. humedica erreichte das Gebiet nur 48 Stunden nach dem Beben in Person des iranischen Koordinators Cyrus Ghiasi, ein Ärzteteam aus Deutschland folgte kurze Zeit später.

Sie mussten feststellen, dass die Zerstörungen deutlich massiver waren, als angenommen. Gleiches gilt für die Zahl verletzter Menschen. Ihr Leben verloren hier 33 Menschen.

„Ich habe auch nach dem Erdbeben 2003 in Bam schon viel gesehen“, schrieb Cyrus Ghiasi aus der Region Varzagahan, „aber meine Eindrücke aus vier Dörfern heute waren für mich zu viel.“ Dass es an Allem fehlt berichtete der iranische Ingenieur auch, der normalerweise an der Technischen Universität zu Berlin arbeitet. „Und die Erde bebt immer wieder, alleine in dem beschriebenen Dorf haben wir zwei Nachbeben erlebt.“

Stärke des Bebens spricht für gewaltige Zerstörungen:
humedica-Ärzteteam erreicht ohne Probleme Erdbebenregion

Für humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß, der sich zur Zeit der Beben im Libanon aufhielt, um dort Hilfe für syrische Flüchtlinge zu organisieren, waren bereits die genannten Statistiken zu den heftigen Beben Auslöser für die Aktivierung eines Einsatzteams.

„Schaut man sich die bestätigte Stärke der Erdbeben an und weiß um die Bevölkerungsdichte in dieser Region, stand leider zu befürchten, dass es viele Verletzte geben würde.“ humedica verfügt über sehr viel Erfahrung im Bereich der Katastrophenhilfe nach Erdbeben und ebenso über sehr gute Kontakte im Iran, wo Koordinator Cyrus Ghiasi sofort bereit war, seinen Urlaub in Teheran zu unterbrechen und den Hilfseinsatz zu unterstützen.

Hilfreich für einen erneut schnellen Einsatz war auch die Tatsache, dass die humedica-Helfer ohne Probleme vom iranischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main mit Visa und einem Empfehlungsschreiben ausgestattet wurden, entsprechend schnell konnte das Einsatzgebiet erreicht werden. Dort stellte humedica die ersten ausländischen Ärzte, nachdem der Iran internationale Hilfe ausdrücklich akzeptiert hatte.

Zum Team gehörten die Koordinatoren Cyrus Ghiasi und Margret Müller ( beide Berlin), der erfahrene Arzt Dr. Christian Scholber (Hannover), der chirurgische Pfleger Klaus Ruhrmann aus Rheda-Wiedenbrück sowie die angehende Ärztin Hanna Bellmann (Köln).

Überblick noch nicht möglich:
Größeres Gebiet betroffen

Die Beben ereigneten sich nach offiziellen Angaben rund 60 Kilometer außerhalb der Millionenstadt Täbris, die selbst von Opfern und Schäden weitgehend verschont blieb. Umso schlimmer betroffen waren hunderte Dörfer rund um Täbris. Quellen sprechen von mehr als zweihundert sehr stark zerstörten Ortschaften und befürchten weitere Opfer.

Die Hilfe des humedica-Teams wird sich auf diese Dörfer (erste Anlaufstelle war das Städtchen Ahar) nordöstlich von Täbris, konzentrieren und umfasst insbesondere medizinische Möglichkeiten, da die fünf Einsatzkräfte auch ein speziell abgestimmtes MediKit dabei haben: Medikamente und Bedarfe für bis zu 3.000 Patienten. Darüber hinaus ist auch die Verteilung von Hilfsgütern denkbar.

Wir möchten Sie freundlich bitten, die Mission unserer ehrenamtlichen Helfer in der Erdbebenregion mit einer gezielten Spende zu unterstützen. Während diese Zeilen entstehen, ist die Situation rund um Täbris weiterhin kritisch. Bitte geben Sie uns die Chance zu gezielter Hilfe.

      humedica e. V.
      Stichwort „Erdbebenhilfe Iran
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

      SWIFT-Code: BYLA DE M1 KFB
      IBAN: DE35734500000000004747

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