Immer noch Trockenheit und Wassermangel

von Katja Weber, 16.02.2012

Seit rund sechs Monaten ist humedica in Kenia aktiv. Verschiedene Projekte über das ganze Land verteilt sollen den Menschen helfen, die von der Jahrhundert-Dürre betroffen sind. Was ist die Bilanz nach dieser Zeit?

Auch dank der Verteilung von 23,5 Tonnen Energienahrung durch humedica leiden die Menschen in Turkana mittlerweile nicht mehr an Unterernährung. Foto: humedica/Katja Weber

Einerseits hat sich die Situation hier nicht wirklich gebessert. Immer noch leiden landesweit 3,75 Millionen Menschen unter der Dürre und haben nicht genug zu essen. Die Menschen fliehen weiterhin vor der Trockenheit, von Somalia nach Kenia, und von Kenia nach Äthiopien - wo es auch nicht viel besser ist. Der Regen kam zwar zwischendurch, aber er brachte nicht genug Wasser. Immer noch vertrocknet die Ernte auf den Feldern, bevor sie richtig reifen kann.

Andererseits ist da Florence aus Mwingi, Ostkenia. Sie ist HIV-positiv. Sie konnte dank der kontinuierlichen Lebensmittelspenden von humedica jeden Tag genug essen, hat sogar zugenommen. Und die wichtige Folge: So gestärkt konnte sie jeden Tag ihre überlebenswichtigen Medikamente einnehmen. Während der letzten Regenzeit im Dezember hat sie ein wenig Gemüse angebaut, das ihr wenigstens über die nächsten Wochen hilft.

Und da sind die Zwillinge Ruth und Kennedy im größten Slum Afrikas, Kibera, mitten in Nairobi. Sie wurden monatelang mit Babymilch versorgt, die ein deutsches Unternehmen über humedica gespendet hatte. Denn selbst in Nairobi war der Hunger angekommen. Die Lebensmittelpreise sind durch die knappen Ernten so sehr gestiegen, dass viele Menschen noch mehr Mühe als sonst haben, ihre tägliche Mahlzeit zu finanzieren.

Aus Turkana erreichen uns auch gute Nachrichten: Im Norden Kenias ist die akute Unterernährung kein Thema mehr. Rund 23,5 Tonnen NRG5 Energienahrung hat humedica gemeinsam mit der Partnerorganisation AMREF dort verteilt, hauptsächlich an Kinder, schwangere oder stillende Frauen und ältere Menschen in abgelegenen Dörfern.

Das sind nur ein paar Beispiele unserer Arbeit. Tonnenweise Spezialnahrung aus Deutschland und lastwagenweise lokale Lebensmittel haben wir seit August 2011 an zehntausende Menschen in ganz Kenia verteilt. Ob es geholfen hat? Ja, hat es. Das sehen wir immer wieder, wenn wir die Menschen treffen, die dank der humedica-Spenden ihre Teller füllen konnten.

In den vergangenen Wochen waren wir allerdings etwas weniger häufig in den Einsatzgebieten unterwegs als zu Projektstart. Wir sind froh, dass wir gute, verlässliche Partner gefunden haben, die sich vor Ort auskennen und deren Strukturen unsere Arbeit sehr effizient machen.

humedica-Mitarbeiter Joshua Ogola (r.) im Gespräch mit Johnston, dem es seit der regelmäßigen Versorgung mit Nahrungsmitteln deutlich besser geht. Foto: humedica/Katja Weber

Außerdem lässt die Sicherheitslage Reisen in bestimmte Gegenden, vor allem im Osten Kenias, nicht mehr zu. Dort sind somalische Milizen unterwegs, die sowohl für uns als humedica-Team (Anmerkung der Redaktion: Katja Weber ist Regional-Koordinatorin, Joshua Ogola verantwortet Logistik und Projekte), aber auch für die lokalen Mitarbeiter eine Gefahr darstellen.

Bis Ende Juli 2012 wird humedica aktive Hungerhilfe in Kenia leisten. Sicherlich sind wir nur ein kleiner Baustein im Hilfsorganisationen-Puzzle, das die Bedürftigen hier versorgt, egal ob kurz- oder langfristig.

Aber wir wissen, dass jeder einzelne Mensch die Spenden aus Deutschland und unseren Einsatz vor Ort wert ist. Und wir hoffen, noch vielen Not leidenden Menschen zu helfen, sodass wir uns Schritt für Schritt zurückziehen können und die Menschen eines Tages selbst dazu in der Lage sein werden, für sich und ihre Familien zu sorgen.

Bis zu diesem Tag ist es jedoch noch ein weiter Weg. Bitte gehen Sie ihn mit uns gemeinsam und unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen am Horn von Afrika mit einer gezielten Spende. Herzlichen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer kleinen sms können Sie Großes bewirken: Senden Sie eine Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro direkt in die humedica-Projektarbeit.

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