Viele Gründe, die zum Weitermachen bewegen

von Katja Weber, 19.04.2012

Sechs Monate alt und gerade mal 3,1 Kilogramm schwer: Man braucht keine Waage und kein Messband, um zu sehen, dass Ahmed unternährt ist. Seine Eltern sind mit seinen sieben Geschwistern aus dem rund 140 Kilometer östlich gelegenen Meru ins Flüchtlingslager nach Benane gekommen. Ihre Geschichte gleicht allen anderen Geschichten. Die Ziegen und Kühe sind wegen der Trockenheit verhungert. Der Familie blieb nichts mehr als woanders auf ein wenig Nächstenliebe zu hoffen.

Bis in Kürze ein Sonnenschutz errichtet wird, müssen die wartenden Patienten mit diesem ausgetrockneten Baum als Schattenspender auskommen. Foto: humedica/Katja Weber

Offiziell ist Den-Nur immer noch kein Flüchtlingslager - eine Registrierung durch die Regierung hat bisher nicht stattgefunden. Deswegen teilt die Dorfbevölkerung in Benane nach wie vor ihre Lebensmittellieferungen mit den Zugereisten. Deren Zahl hat sich inzwischen auf rund 600 Familien, also geschätzte 3.600 Personen erhöht. Viele, viele leere Mägen.

Aber dennoch hat sich zumindest in anderen Bereichen manches verbessert: Vor kurzem hat humedica einen Wassertank zum freien Gebrauch am Rand des Lagers - eine Ansammlung von einfachen Grashütten - installiert. Endlich sauberes Wasser in der Nähe, eine unvorstellbar große Verbesserung, wie die Heimatlosen dankbar bemerken.

Nebenbei bringen die Helfer des humedica-Partners World Concern ihnen bei, wann und wie man sich richtig die Hände wäscht und auf diese Weise Krankheiten vermeidet, die durch mangelnde Hygiene hervorgerufen werden.

Außerdem begann humedica Anfang des Jahres damit - gemeinsam mit dem Partner - diese Menschen medizinisch zu versorgen. Alle 14 Tage findet eine mobile Klinik unter freiem Himmel am Rande des Flüchtlingsdorfes statt. Viele Frauen, Kinder und Männer kommen mit großen und kleinen gesundheitlichen Problemen zu uns, oftmals ausgelöst durch die Trockenheit, und immer wieder auch hervorvorgerufen durch fehlende, mangelhafte oder unausgeglichene Ernährung.

Ahmeds Mutter tat gut daran, auch dorthin zu kommen. Der Zustand des Babys wurde von der Ernährungsexpertin Roselyn so kritisch eingeschätzt, dass sie noch am selben Tag einen Krankenpfleger gemeinsam mit Mutter und Baby nach Garissa, die nächst gelegene größere Stadt, schickte. Dort im Krankenhaus gibt es eine Spezialeinrichtung für Unternährte.

Der kleine Ahmed ist immer noch geschwächt, aber, für die humedica-Helfer offensichtlich, auf dem Weg der Besserung. Foto: humedica/Katja Weber

Schon zwei Wochen später konnte Ahmed wieder entlassen werden: Er hat rasch an Gewicht zugenommen und kann nun von der mobilen humedica-Klinik mit der notwendigen hochkalorischen Spezialnahrung versorgt werden.

Roselyn freut sich sehr und fühlt sich bestätigt: Kinder wie Ahmed sind für sie der ausschlaggebende Grund, sich der Hitze und dem Staub auszusetzen, anstatt irgendwo in einem klimatisierten Büro an einem Schreibtisch zu arbeiten. Bitte unterstützen Sie dieses Engagement am Horn von Afrika mit Ihrer Spende. Bitte unterstützen Sie Hilfsmaßnahmen wie für den kleinen Ahmed. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Gemeinsames können wir auch mit einer kleinen sms von Ihnen Großen bewirken: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und mit 4,83 Euro der abgebuchten 5 Euro ein humedica-Projekt unterstützen.

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