Unterstützung im Boklomayo Health Center

von Sven Ramones, 23.02.2012

Die Bilder der Hungersnot am Horn von Afrika gingen vergangenes Jahr wochenlang durch die Medien. Bilder von Flüchtlingen, zumeist aus Somalia, die vor Dürre, Hunger und Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind. Internationale Unterstützung erreichte die Menschen in den Flüchtlingslagern in Äthiopien und Kenia damals und heute auf schnellem Wege. Aber es waren nicht nur die Flüchtlinge, die schwer von den Auswirkungen der Dürre betroffen waren.

Bereits zum zweiten Mal ist Sven Ramones in Äthiopien helfend tätig. Das Bild zeigt den humedica-Koordinator bei der Verteilung von speziell für Mütter und Babys zusammengestellten Hilfspaketen. Foto: humedica/Simone Winneg

Allzu schnell geriet die einheimische Bevölkerung der Länder, die die Flüchtlinge aufnahmen, in Vergessenheit. Auch sie litten unter dem ausbleibenden Regen, dem Verlust von Ernte, Vieh und somit ihres Lebensunterhalts.

Hilfe war und ist bis heute in vielfältigen Bereichen notwendig. Nahrung, Wasser, Ausbildungsprogramme und medizinische Hilfe stellen weiterhin die dringendsten Bedürfnisse dar.

Unter diesen Voraussetzungen entschloss sich humedica dazu, gemäß unserer Kernkompetenz der medizinischen Not- und Katastrophenhilfe, neben dem Engagement für Flüchtlinge in Äthiopien auch die so genannte „host community“ (die gastgebenden Gemeinden) im Süden des Landes zu unterstützen.

Das „Boklomayo Health Center“ ist eines der drei großen Gesundheitszentren im näheren Umkreis von Dollo Ado, einer Grenzstadt zu Somalia und zentraler Anlaufpunkt der Flüchtlingswellen seit vergangenem Jahr. Das Gesundheitszentrum ist gemäß der neuesten äthiopischen Standards gebaut und medizintechnisch gut ausgestattet. Drastischer Mangel allerdings besteht an qualifiziertem Personal und Medikamenten, sowie an Ausrüstungsgegenständen für den täglichen Bedarf.

Die staatliche Finanzierung ist nicht ausreichend für den effektiven Betrieb der Einrichtung und eine hinreichende medizinische Versorgung der Bevölkerung. Diese Umstände schlugen sich bislang im Stillstand der Arbeit des Health Centers und einer entsprechend schlechten ärztlichen Versorgung der Menschen in der Umgebung nieder.

humedica-Koordinatorin Simone Winneg bei der Lieferung erster Medikamente für das Gesundheitszentrum von Boklomayo. Foto: humedica/Sven Ramones

Durch umfangreiche Unterstützung möchte humedica diese Ausgangslage deutlich verbessern. Die ersten Lieferungen von hochwertigen Medikamenten und medizinischen Bedarfsgütern befähigten die Einrichtung dazu, medizinische Versorgung für Patienten auch kostenfrei anzubieten, um Hilfsbedürftigen ärztliche Betreuung zugänglich zu machen.

Die Zahlen der Patienten, die seither medizinische Hilfe und Versorgung im Health Center von Boklomayo suchen, sind deutlich sichtbar angestiegen. Viele der Menschen waren früher nicht gekommen, weil sie sich eine Behandlung gar nicht leisten konnten.

Darüber hinaus stattete humedica die Gesundheitsstation mit einem Generator zur Stromversorgung aus. Notwendige medizinische Geräte für Behandlung, Labor, Lagerung und Hygiene können damit überhaupt erst betrieben werden.

Erheblicher Mangel besteht außerdem an den grundlegendsten Ausstattungsgegenständen. Während Krankenhausbetten ausreichend vorhanden sind, fehlt es an Matratzen, Laken oder auch Kopfkissen, um stationäre Patienten angemessen unterzubringen.

Putzmittel, Besen und Eimer sind ebenso wenig vorhanden wie Reinigungsmittel, was zusätzlich ein hygienisch sauberes Umfeld für eine Krankenhausumgebung erschwert. Die Infektionsgefahr durch Schmutz und Keime steigt dadurch erheblich. Es wird schwieriger, Krankheiten und Wunden richtig zu heilen.

Reinigungsmaterialien gehören daher ebenfalls zu den umfangreichen Hilfsgüterlieferungen, die das Health Center von Boklomayo von humedica erhält.

Der Anreiz für einheimisches Personal, bei internationalen Organisationen zu arbeiten, ist durch die höhere Bezahlung wesentlich größer als in einem staatlich geförderten Health Center, wie das in Boklomayo, tätig zu sein. Dementsprechend herrscht auch in Boklomayo ein dramatischer Mangel an qualifizierten medizinischen Kräften, die die lokale Bevölkerung in der Gesundheitsstation versorgen könnten.

Ohne Unterstützung ist es für die Angestellten staatlicher Gesundheitseinrichtungen schwierig. humedica unterstützt hier in Boklomayo, um das einheimische System zu fördern. Foto: humedica/Sven Ramones

humedica bemüht sich daher darum, mit so genannten „top-ups“ die Gehaltsunterschiede zwischen staatlich Angestellten und denen bei Hilfsorganisationen zu verringern und das lokale medizinische Personal bei ihrer Arbeit im Health Center zu motivieren. Dazu werden zusätzliche administrative Strukturen eingeführt. Anwesenheitslisten sorgen für die notwendige Transparenz und kontrollieren die regelmäßige Arbeit des Personals.

Dies ist ebenfalls Teil der Einführung in ein geregeltes Klinikmanagement. Dazu zählt zum Beispiel auch Führung und Pflege des Medikamentenbestands, sowie die Dokumentation und Berichterstattung über die medizinischen Tätigkeiten im Health Center, um ihren erfolgreichen Verlauf und Fortschritte nachvollziehen zu können.

Darüber hinaus sollen Schulungen und Trainings in verschiedenen Bereichen dazu beitragen, dass die Fähigkeiten des medizinischen Personals im Gesundheitszentrum stetig ausgebaut werden. Diese Fortbildungen schlagen sich deutlich in der Qualität der Behandlung nieder und kommen in der Folge den Patienten zugute.

Neben Hygieneschulungen für das Personal und Aufklärung der Bevölkerung zielen weitere geplante Trainings auch auf die Bedeutung von Geburtenvor- und -nachsorge ab. Müttern soll damit beispielsweise nahe gebracht werden, welche Vorteile eine Entbindung und Versorgung im Health Center gegenüber von Geburten Zuhause und ohne medizinische Aufsicht haben.

Zu diesem Zweck ist auch angedacht, medizinische Einsatzkräfte von humedica zur Fortbildung des einheimischen Personals in das Gesundheitszentrum zu entsenden.

Die Unterstützung für das Health Center von Boklomayo und damit für die „host community“ der Region ist umfangreich und bedarf weiterhin der Unterstützung unserer Freunde und Förderer. Auch nach der lang ersehnten ersten Regenzeit seit mehreren Jahren in der Region, wird sich die Lebenssituation der Menschen unglücklicherweise nicht von einem Tag auf den anderen verändern können.

Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch die einheimische Bevölkerung braucht unseren Beistand. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Foto: humedica/Sven Ramones

Helfen Sie uns mit einer gezielten Spende bitte auch weiterhin bei den Hilfsmaßnahmen in den Flüchtlingslagern und auch bei der Unterstützung der ansässigen Bevölkerung am Horn von Afrika, die ebenfalls unter den aktuellen Umständen leiden. Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch eine sms: Textmitteilung mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Projektarbeit.

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