Die Hoffnung der Massai

von Katja Weber, 09.03.2012

Semeyian Korinko ist eine Massai. Sie hat neun Ziegen, die sie jeden Tag zum Grasen führt. Früher hatte die 38-Jährige auch Kühe, aber die sind alle in den trockenen vergangenen Jahren umgekommen. Immer, wenn sie Geld braucht für Essen, Schulgeld oder Kleidung für sich und ihre vier Kinder, verkauft sie eine der wertvollen Ziegen. Oder die Nachbarn helfen ihr mit ein wenig Mais aus.

Semeyian wünscht sich für ihre vier Kinder eine bessere Zukunft. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Foto: humedica/Katja Weber

Ihr deutlich älterer Mann kann sie nicht ausreichend versorgen, denn stammestypisch ist sie eine von vier Ehefrauen, die alle Kinder haben. Bei der aktuellsten Verteilung erhält sie eine großartige Aufstockung und Bereicherung ihres Speiseplans: 18 Kilogramm Bohnen, 25 Kilogramm Unimix (mit Vitaminen angereichertes Mais- und Sojabohnen-Gemisch), 25 Kilogramm reinen Mais, 24 Kilogramm Maismehl, 4 Liter Öl und 500 Gramm Salz.

Sechs Wochen lang sollen diese Vorräte für Semeyian und ihre Familie ausreichen. Es werden aber weitere Menschen davon profitieren: Die Massai pflegen Gemeinschaft, und noch bevor Semeyian die Lebensmittelausgabe richtig verlassen hat, hat sie Päckchen mit Mehl oder Bohnen an andere abgegeben, die heute nichts erhalten haben.

Ungefähr 85 Prozent der Massai-Bevölkerung im Süden Kenias hungern. Das Mashuru-Gesundheitszentrum führt eine Statistik, nach der 1.000 Kinder in den umliegenden Dörfern unterernährt sind. humedica hilft dort in sieben Ansiedlungen mit lokalen Lebensmitteln. Mehrere Verteilungen bringen den Menschen Mahlzeiten für insgesamt drei Monate.

In Befragungen wurden die 240 am stärksten betroffenen Familien ausgewählt. Es sind hauptsächlich die Frauen, die am frühen Morgen bis zu einer Stunde in ihrer gewohnt zügigen Massai-Gangart laufen, um zu den Verteilorten zu kommen. Vor Ort ansässige evangelisch-lutherische Kirchengemeinden haben humedica bei der Organisation unterstützt und ihre Kirchen als Treffpunkte angeboten.

Seit Jahren kämpfen die Massai mit der Veränderung ihrer Lebenssituation in ihrer Heimat. Es gibt immer weniger Weidefläche, weil das Land Stück für Stück verkauft wird und nicht mehr wie früher allen gehört. Die Kuhherden mit mehreren hundert Tieren sind größtenteils verschwunden, erst recht seitdem in den trockenen Jahren kein Gras mehr wächst.

Ein Nahrungsmittelvorrat für sechs Wochen passt in die wenigsten deutschen Autos. Bei den Massais muss ein Esel genügen. Foto: humedica/Katja Weber

Neben Machete und Knüppel tragen die einstigen Nomaden mit ihrer farbenfrohen Kleidung nun Handys mit sich herum. Gut ist, dass immer mehr Kinder zur Schule gehen, auch immer mehr Mädchen. Aber ihre Noten liegen weit unter dem Landesdurchschnitt, und die meisten schaffen es nicht bis zum kenianischen Abitur.

Das Massai-Land und seine Menschen sind wunderschön - aber es fehlt an allem: Infrastruktur, Wasser, Nahrung und an Arbeitsplätzen.

Semeyian’s Wunsch für die Zukunft ist, dass ihre Kinder gesund heranwachsen und einmal erfolgreiche junge Leute werden. Junge Menschen, die ein besseres Leben führen werden, als es der vierfachen Mutter momentan möglich ist. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende für die Bevölkerung am Horn von Afrika bei der Erreichung dieses Zukunftswunsches.

      humedica e. V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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