Durch Sonderspenden beginnt die Zukunft heute

von Ruth Bücker, 09.07.2012

Der junge Musiker Quirin Kapfhammer wollte nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti den betroffenen Familien helfen. Er dachte dabei an ein Flugzeug, mit dem er Ärzte, Krankenschwestern, Medikamente und andere Hilfsgüter in den schwer getroffenen Karibikstaat transportieren würde.

Das von ihm, seiner Mutter und weiteren engagierten Beteiligten organisierte Benefizkonzert im niederbayerischen Wörth brachte zwar keinen Hilfsflieger ein. Aber die nicht minder beeindruckende und bewegende Spende am Ende des Veranstaltungsabends ermöglichte zahlreichen Familien den Start in ein neues Leben - und lachen konnten sie auch wieder, so wie es sich der damals elfjährige Initiator gewünscht hatte.

Durch gagefreie Auftritte, wie beispielsweise des österreichischen Trios „Zillertal Pur“, durch gespendete Tombolagewinne, Bewirtungserlöse und während der Veranstaltung getätigte Spenden, lag die Endsumme des Benefizkonzertes, das unter dem Motto „A Herzerl für Kinder“ stand, bei knapp 19.000 Euro. Ein Betrag, mit dem sowohl in Brasilien als auch in Haiti vieles bewirkt werden konnte.

Neu erweckter und realisierter Traum

Zahlreichen Begünstigten des Patenschaftsprogramms in Haiti konnte der Besuch einer Schule ermöglicht und somit der Weg in die Zukunft geebnet werden. Nach der unmittelbaren Katastrophenhilfe ein Weg, den humedica stets gemeinsam mit den Betroffenen beschreitet und auf langfristige und nachhaltige Auswirkungen setzt.

Ihr Traum und damit die Hoffnung auf eine gute Zukunft lagen unter den Trümmern. Nun kann sie wieder lachen und ihre Krankenschwesterausbildung fortführen. Foto: humedica/Maren Kuchler

Dabei geht es nicht nur um den Besuch einer Schule, die vergleichbar mit einer Grund- und Realschule oder einem Gymnasium ist, sondern umfasst auch den weiteren Ausbildungsweg, wie die Geschichte der Haitianerin Marie-Yolaine zeigt. Die heute 30-Jährige wurde bei dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 durch herabstürzende Trümmer sehr schwer verletzt. Das Erdbeben nahm der jungen Frau und ihrer Familie darüber hinaus allen Besitz, das Dach über dem Kopf und stürzte sie in die Hilfsbedürftigkeit.

Trifft man die lebensfrohe Marie-Yolaine zweieinhalb Jahre nach der Lebens verändernden, ja zerstörenden Katastrophe, sind ihr die Schrecken und die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit zumindest äußerlich kaum noch anzusehen: Sie geht regelmäßig zu der von humedica ermöglichten und betriebenen Krankengymnastik und ist gemeinsam mit ihren Familienmitgliedern Teil des Patenschaftsprogramms.

Was für sie aber ein besonderer Höhepunkt der Unterstützung ist und ihr stets ein Lachen auf das Gesicht zaubert, sind ihre Zukunftsaussichten: ihren Wunsch, Krankenschwester zu werden, musste sie aufgrund ihrer körperlichen wie finanziellen Schwierigkeiten nach dem Erdbeben zunächst aufgeben. Dank der Sonderspende kann sie nun ihre Ausbildung zur Krankenschwester wieder aufnehmen und damit den Traum, den sie sich von der Naturgewalt nicht nehmen ließ, weiterleben.

Ein Geschäft für alle im Nirgendwo

Eine weitere, ebenso nachhaltige und nicht minder effiziente Hilfe verläuft in Form der Vergabe von Startkapital. Für Frauen und Männer, die unverschuldet in Not geraten und zunächst auf externe Hilfe angewiesen sind, ist ein eigenes Startkapital die Chance auf eine Zukunft, die heute beginnt.

Es geht dabei um eine Form der Hilfe zur Selbsthilfe, wodurch die Betroffenen nach der anfänglichen finanziellen Unterstützung wieder einen Zustand des selbstbestimmten Lebens erreichen. Sie sind nicht lebenslang auf Almosen angewiesen, sondern erreichen durch eigene Bemühungen die Chance auf ein vielversprechendes Leben für sich und ihre Familien.

Ein Zeltvorbau, der Orpheline und ihrer Familie ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und ihre Lebensgrundlage darstellt. Foto: humedica

Orpheline hat diese Chance bekommen und für sich und ihre Familie ergriffen. Durch das Erdbeben obdachlos geworden, zogen sie und ihr Mann gemeinsam mit den drei Töchtern auf ein Stückchen Land außerhalb der Trümmerstadt Port-au-Prince, welches von der Regierung für Erdbebenopfer freigegeben worden war.

Ein Zelt im Nirgendwo stellte ihr neues Zuhause und die neue Unterkunft für viele Betroffene dar, Einkaufsmöglichkeiten waren zunächst nicht gegeben und der Weg in die Stadt ein beschwerlicher. Mit diesem Zustand unzufrieden aber voller Tatendrang, selbst etwas für sich und die Familie zu tun, errichtete Orpheline mit der humedica-Starthilfe in Form eines Zeltvorbaus ein kleines Gewerbe.

Mit einem gemeinsam kalkulierten und dem Erlös des Benefizkonzertes entnommenen Budget kaufte die junge Frau kalte Getränke und Konserven, Reis, Kohle, Zutaten für selbst hergestellte Erdnussbutter und weitere Nahrungsmittel und Güter, die sie den ebenfalls in der errichteten Zeltstadt lebenden Nachbarn verkauft.

Ihr Geschäft ist gut angelaufen, Orpheline kann von Tag zu Tag mehr für sich und ihre Familie sorgen und die Hoffnung, die unmittelbar nach dem Erdbeben in unerreichbarer Ferne zu liegen schien, hat zurückgefunden zu der jungen Frau.

Wir verschenken Hoffnung - und greifbare Hilfestellung

Existenzgründungen und die Ermöglichung von Aus- und Weiterbildungen sind Grundsteine auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben. Die Chance darauf, das in Trümmer gelegte Leben wieder aufzubauen. Die Aussicht darauf, mit immer weniger fremder Hilfe den Weg in die Zukunft gehen zu können. Es sind individuelle Einzelspenden im Rahmen des Familienpatenschaftsprogramms oder besonderer Aktionen wie das anfangs erwähnte Benefizkonzert, die dies alles ermöglichen.

Und dafür möchten wir Ihnen an dieser Stelle von Herzen danken und Sie um weitere Hilfe in Form von gezielten Spenden zu Gunsten der Patenschaftsfamilien bitten.

      humedica e. V.
      Stichwort „Familienpatenschaften
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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