Medizinische Versorgung auch für Menschen in abgelegener Bergregion

von Christiane Bähr/SHU, 21.02.2012

Seit Ende Dezember 2011 koordiniert Christiane Bähr die humedica-Hilfsmaßnahmen auf den Philippinen. Dort hatten im Herbst vergangenen Jahres und zuletzt kurz vor Weihnachten mehrere Wirbelstürme für Verwüstung und Elend gesorgt. Gemeinsam mit medizinischen Teams, die jeweils für etwa zwei Wochen im Einsatz sind, steht die Hildesheimerin der einheimischen Bevölkerung helfend zur Seite.

Atemwegserkrankungen, Wundinfektionen und Hautkrankheiten gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, die die humedica-Ärzteteams behandeln. Foto: humedica/Christiane Bähr

„Vier Monate, nachdem die Taifune „Nesat“ und „Nalgae“ über die philippinische Hauptinsel Luzon hinweggefegt sind, hat sich die Lage in den nordöstlich gelegenen Provinzen Aurora und Isabella sichtbar verbessert. Dennoch wurde die Arbeit der humedica-Ärzteteams in den vergangenen Monaten aufgrund schlechter Wetterverhältnisse häufig beeinträchtigt.

Im Januar 2012 war es den medizinischen Hilfskräften bei guten Wetterbedingungen jedoch möglich, zwei Wochen durchgängig medizinische Hilfe zu leisten und dabei auch in sehr abgelegene und schwer erreichbare Regionen vorzudringen.

Dort leiden auch heute noch zahlreiche Menschen an den Folgekrankheiten der Taifun-Katastrophe, die sich im September und Oktober 2011 ereignet hatte. So behandelte das humedica-Einsatzteam um Dr. Ingeborg Olzowy, Pflegekraft Katrin Lange und Medizinstudentin Saskia Frölich viele Patienten mit Atemwegserkrankungen, grippalen Infekten, Wundinfektionen und Hautkrankheiten.

Ein wichtiges Ereignis für die Menschen in den Provinzen Aurora und Isabella war zudem die Verteilung von 650 Fischernetzen und Kerosinlampen. Viele Fischer hatten aufgrund der starken Taifune ihre Fangnetze und zumeist auch ihre Boote verloren.

Bis zum heutigen Zeitpunkt waren sie häufig aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, sich neue Fischernetze zu kaufen. Diese Situation beeinflusste viele Familien in starkem Maße, weil sie meist mit dem Fischfang ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Da aufgrund der Taifune auch viele Stromleitungen zerstört worden waren, beschloss humedica zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Operation Blessing, zusätzlich 650 Kerosinlampen an besonders betroffene Familien auszuteilen. Ihre tiefe Dankbarkeit zeigten uns die Menschen mit ihren lachenden Gesichtern und der großen Gastfreundschaft, die uns in vielen Dörfern entgegengebracht wurde.

Mit gutem Gewissen verließen wir Ende Januar 2012 die Provinzen Aurora und Isabella, da den Menschen ausreichend Hilfe in Form von Hilfsgütern und medizinischer Versorgung geleistet werden konnte. Wir sind voll Zuversicht, dass die Menschen ihr Leben nun wieder gut meistern können.

Auf schlammigen Wegen und mit schwerem Gepäck begeben sich humedica-Helfer in entlegene Bergdörfer, um die Menschen medizinisch zu versorgen. Foto: humedica/Christiane Bähr

Anfang Februar 2012 begaben sich die humedica-Kräfte in die Provinz Quirino, eine Region, die ebenfalls stark von den Taifunen im Herbst 2011 betroffen war. Da Quirino in den Bergen der Philippinen liegt, ist es häufig sehr schwierig, die kleinen abgelegenen Bergdörfer zu erreichen.

Besonders in Zeiten von Taifunen sind diese Dörfer oft wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Da es in diesen Regionen auch keine ansässigen Ärzte gibt, haben viele Menschen sich noch nie medizinisch untersuchen lassen.

Nun sind sie sehr dankbar, dass humedica und Operation Blessing die häufig sehr anstrengende und zeitaufwendige Anreise auf sich nehmen, um ihnen zu helfen und zu zeigen, dass sie trotz ihrer abgelegenen Wohnlage nicht vergessen werden.

In den ersten zwei Februarwochen konnte unser medizinisches Team, bestehend aus den beiden Ärzten Dr. Gabrielle Harms und Dr. Martin Schulz, sowie Krankenpfleger Klaus Ruhrmann und Medizinstudent Manuel Bobrich, an diesem Ort bereits zahlreichen Menschen helfen.

Für viele Menschen in dieser Gegend ist es sehr wichtig, zu spüren, dass sich jemand Zeit für sie nimmt und für sie interessiert. Seit dem vergangenen Wochenende wird die medizinische Versorgung der Menschen in der Provinz Quirino von einem neuen humedica-Einsatzteam weitergeführt."

Liebe Freunde und Förderer, bitte stehen Sie den Menschen auf den Philippinen auch weiterhin helfend zur Seite und unterstützen die humedica-Hilfsmaßnahmen mit einer gezielten Spende. Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Fluthilfe Asien“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Unterstützen können Sie uns auch mit dem Senden einer sms: Schicken Sie eine Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den abgebuchten 5,- Euro fließen 4,83 Euro direkt in die humedica-Hilfsprojekte.

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