Demokratische Republik Kongo: Gemeinsame Hilfe mit neuem Partner

von Stefanie Huisgen, 29.05.2012

Als drittgrößter Staat auf dem afrikanischen Kontinent verfügt die Demokratische Republik Kongo über eine große Anzahl an Bodenschätzen. Trotzdem lebt die Bevölkerung in bitterer Armut, der Ressourcenreichtum war dem Land bisher nicht von Nutzen. Im Gegenteil: Kolonisation, Ausbeutung und Kriege stürzten die DR Kongo in ein verheerendes Chaos, das in weiten Teilen des Landes bis heute anhält - und humanitäre Hilfsaktionen aufgrund der instabilen Sicherheitslage nahezu unmöglich macht.

In der vergangenen Woche besuchte die Vorsitzende der UPDC, Jeanne-Marie Sindani (links), humedica-Mitarbeiterin Andrea Trautmann in ihrem Kaufbeurer Büro, um über die gemeinsame Hilfsgüterlieferung der Organisationen in die Demokratische Republik Kongo zu sprechen. Foto: humedica/Stefanie Huisgen

Vor allem in den östlichen Provinzen gibt es zahlreiche Unruheherde und bewaffnete Konflikte zwischen diversen Rebellengruppen und UN-gestützten Truppen der Regierung. Eine dieser betroffenen Provinzen ist Süd-Kivu. Nur ein schmaler Landstrich trennt kongolesisches Terrain von seinem Nachbarn Ruanda - und die Provinzhauptstadt Bukavu befindet sich genau an einem Ende dieses Nadelöhrs.

Nach aktuellen Angaben des Auswärtigen Amtes ist Bukavu bislang von bewaffneten Auseinandersetzungen verschont geblieben. Dennoch liegt die Stadt mit ihren 450.000 Einwohnern in einem umkämpften Gebiet, das in besonderem Maße von politischer und sozialer Instabilität gekennzeichnet ist.

Doch gerade das Wohl der Bevölkerung eben jener Stadt ist es, das humedica und seinem neuen Partner am Herzen liegt. Die gemeinnützige Organisation UPDC e.V. (L’Union des Patriotes de la Diaspora Congolaise) setzt sich seit vier Jahren für bedürftige Menschen in der DR Kongo ein. Insbesondere das Schicksal sexuell missbrauchter Frauen berührt die Vorsitzende der UPDC und gebürtige Kongolesin, Jeanne-Marie Sindani, zutiefst.

„Es ist furchtbar zu sehen, wozu Menschen in der Lage sind“, erzählt Sindani bei ihrem Besuch in der Kaufbeurer humedica-Zentrale und spricht damit die Massenvergewaltigungen an Frauen und Mädchen durch Soldaten aus Nachbarländern der DR Kongo, insbesondere Ruanda, an. „Ich frage mich, was in den Köpfen dieser Menschen vorgeht, die Frauen und Kindern solch ein Leid zufügen.“

Seit 1988 lebt Sindani im bayerischen Fürstenfeldbruck bei München und ist bestrebt, mit ihrer 2008 gegründeten Organisation den Menschen im Kongo langfristig zu helfen. Derzeit konzentrieren sich ihre Bemühungen auf zwei Krankenhäuser in Bukavu, darunter das weltweit bekannte Panzi-Krankenhaus, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil. In dieser Klinik haben sich die gut ausgebildeten lokalen Ärzte auf die Behandlung von Vergewaltigungsopfern spezialisiert.

Innerhalb der vergangenen 15 Jahre seien mehr als 2,5 Millionen Frauen und Kinder Opfer sexueller Gewalt geworden, schreibt die UPDC auf ihrer Homepage. Ihnen möchte die UPDC mit Unterstützung von humedica dringend benötigte Hilfsgüter zukommen lassen, wie z.B. Krankenhausbetten, Verbandsmaterialien, Operationssets und auch Gehhilfen. Zahlreiche Opfer sind als Folge der brutalen Gewaltanwendung so schwer verletzt, dass sie beim Gehen auf fremde Hilfe angewiesen sind - sofern sie dazu überhaupt in der Lage sind.

Mehr als 25.000 Frauen, die Opfer sexueller Übergriffe geworden sind, wurden in den vergangenen Jahren im Panzi-Krankenhaus medizinisch versorgt. Das Hospital erlangte nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Besuche aus der Prominentenwelt (George Clooney, Charlize Theron) traurige Berühmtheit. Foto: Jeanne-Marie Sindani

„Unsere Hilfe ist zwar ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Sindani, „aber selbst ein kleiner Beitrag kann schon viel bewirken.“ Sobald die angefragten Utensilien vorhanden sind, wird ein 40’ Fuß Container seine Reise in die beiden Hospitäler nach Bukavo antreten. Im Vorjahr hat die UPDC bereits ein Krankenhaus in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa mit Hilfsgütern unterstützt.

Die riskante Sicherheitslage im Land lässt die Entsendung von humedica-Ärzteteams in die östliche Region der DR Kongo leider nicht zu. Dennoch können Sie, liebe Freunde und Förderer, mit einer gezielten Spende für unseren Zweig der Versorgungshilfe oder einer Sachspende dazu beitragen, dass die beiden kongolesischen Krankenhäuser ihre notwendige Ausstattung zur Behandlung der Vergewaltigungsopfer erhalten. Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Versorgungshilfe“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Im Rahmen der Gefängniseinsätze, die humedica mit dem Partner PFI (Prison Fellowship International) regelmäßig durchführt, werden dringend Ärzte, insbesondere Zahnärzte, und Krankenschwestern für einen Einsatz im Süden der DR Kongo vom 15. bis 30. September 2012 gesucht! Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Frau Petra Berwanger unter Tel. 08341 966 148 43 oder p.berwanger@humedica.org.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×