„Damit sie ihr Lachen nicht verlieren“

Wenn das Kleben eines Pflasters zur Herausforderung wird

von Hiltrud Ritter/ DWA, 05.11.2012

Krankenschwester Hiltrud Ritter war für humedica in Melkadida im Einsatz und berichtet uns von ihrem äthiopischen Alltag, ihren Eindrücken und Erlebnissen:

„Am 10. April 2012 war es endlich wieder soweit: Ich stieg aus dem Flugzeug in Dollo Ado, Äthiopien. Es schlug mir eine unbeschreibliche Hitze entgegen. Bei brütenden 45 Grad bekommt das Wort „Schwitzen“ eine völlig neue Bedeutung.

Diese Temperaturen und der rote Staub würden mich nun die nächsten zwei Wochen begleiten. Faszinierend war, dass ich die Hitze schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr spürte. Der Staub begleitete mich allerdings weiterhin jeden Tag, den ich in der Gesundheitsstation verbrachte, um im „Dressingroom“ - dem Verbandsraum, zu arbeiten. Selbst als der lang ersehnte Regen einsetzte war die staubige Luft noch deutlich spürbar.

Der Regen weichte die Erde innerhalb kürzester Zeit vollkommen auf und erweckte den Anschein, als würde es nie wieder trocken werden. So schnell, wie der Regen alles unter Wasser legte, trocknete jedoch alles auch wieder aus und es herrschte eine Dürre wie eh und je. Das Wunder, das man eigentlich für unmöglich hielt, geschah. Es fing fast unmerklich im Kleinen an, doch auf einmal explodierte alles: Die Wüste wurde grün! Nur die Luft war weiterhin staubig.

Der Staub erschwerte es ungemein, Wunden sauber zu halten oder Verbände zu fixieren. Wunden gibt es leider überall sehr viele. Am häufigsten begegneten mir kleine Kinder mit Brandwunden, da häufig am offenen Feuer gekocht wurde.

Die Behandlung und Versorgung von Brandwunden stellte in diesen zwei Wochen meine Hauptaufgabe dar. Jeder, der bereits eine Brandwunde hatte, kennt die Schmerzen und weiß, wie wichtig Sauberkeit für den Heilungsprozess ist.

Die mangelnde Sauberkeit war allerdings das größte Problem, das wir in Melkadida zu bewältigen hatten. Die Wundbehandlung und besonders der Heilungsprozess waren sehr erschwert durch die Bedingungen, von denen das Land beherrscht wird: Staub und Hitze. Selbst das Kleben eines Pflasters wurde zur großen Herausforderung.

Was mich immer wieder tief beeindruckte, war die stoische Gelassenheit der Menschen, selbst bei den Kleinsten. Meist ließen sie alles klaglos über sich ergehen. Kam es doch einmal zu Tränen, so waren sie mit Kleinigkeiten schon sehr schnell zufrieden zu stellen; ein Luftballon bewirkte schon Wunder.

Die strahlenden Kinderaugen waren und sind das schönste Geschenk, das ich mir vorstellen kann. Sie blickten einen so hoffnungsvoll an, dass für mich nur eines zählt: diese Arbeit im Vertrauen auf Gott und mit dessen Hilfe zu verrichten.

Auch wenn es nur wenig ist, was man als Einzelner tun kann - für die Menschen dort ist es wichtig zu merken, dass sie nicht vergessen sind, damit sie auch weiterhin ihr Lachen nicht verlieren.

Ich bin Gott unendlich dankbar für die Zeit, die ich in Melkadida verbringen durfte. Ich wurde so reich beschenkt. Vielen Dank für all Ihre Gebetsunterstützung!“

Auch Sie selbst können unsere Einsätze in Melkadida durch eine konkrete Spende an unser „Hungerhilfe Afrika“-Projekt tatkräftig unterstützen! Vielen Dank.

      humedica e. V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer kleinen sms für Menschen in Not Großes erreichen: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro gehen 4,83 Euro in die humedica-Projektarbeit.

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