Langfristiges Engagement im Kampf gegen die Dürre

von Maren Kuchler, Ruth Bücker, 27.02.2012

Seit 2010 betreibt humedica sein bewährtes Patenschaftsprogramm auch in Äthiopien, in dessen Rahmen mittlerweile 120 Familien in den Armenvierteln der Hauptstadt Addis Abeba und im ländlichen Debre Zeyt unterstützt werden. Sie erhalten monatlich Nahrungsmittelpakete und Hygieneartikel.

Typisch für das Bild der Somaliregion sind die so genannten Tukuls, traditionelle somalische Rundhütten aus Stofffetzen und Bauresten. Foto: humedica/Ruth Bücker

Auch die medizinische Versorgung und Schulbesuche der Kinder werden ermöglicht, es werden Nachhilfeunterricht und Freizeitaktivitäten angeboten. Darüber hinaus werden die Familien von unseren Mitarbeitern vor Ort betreut, es gibt Schulungen zu Hygiene, HIV/AIDS und Einkommensförderung. Und auch die alltäglichen Probleme finden immer ein offenes Ohr bei unseren Mitarbeitern.

Zusätzlich werden Projekte für die Gemeinschaft gefördert, in Debre Zeyt wurden vergangenes Jahr beispielsweise vier neue Klassenzimmer gebaut und in Mercato öffentliche sanitäre Anlagen erneuert.

Mehr als ein halbes Jahr ist humedica nun auch im Süden Äthiopiens vertreten und leistet in dem Flüchtlingslager Melkadida medizinische Hilfe für Betroffene der Hungersnot aus Somalia. Der Wunsch und das Bemühen nach einem langfristigen Engagement, auch für die äthiopischen Opfer der Dürre am Horn von Afrika, haben nun Früchte getragen.

Unser Mitarbeiter Ibrahim wird ab sofort ein neues Patenschaftsprojekt im Osten Äthiopiens betreuen. So sollen Familien auch hier bezüglich Nahrungsmittel, medizinischer Versorgung und Schulbesuche unterstützt werden.

Der Standort für das neue Projekt liegt in der Somaliregion, in und um die Provinzhauptstadt Jijiga herum. Etwa 600 Kilometer von Addis Abeba entfernt, wird die Region vor allem von Somalis bewohnt. Durch die Kolonialisierung wurde die somalische Gesellschaft räumlich getrennt, so dass ein Teil von ihnen in Äthiopien lebt.

Trockenes Geäst zur Stabilisierung der Tukuls findet sich schnell. Für Wasser müssen viele der Familien bis zu 13 Kilometer Fußmarsch auf sich nehmen. Foto: humedica/Ruth Bücker

Die Somalis sind sehr familienzentriert und eine „give-and-take culture“ gewohnt. Also eine Kultur des Gebens und Nehmens, was auch bedeutet, wer immer ein Einkommen hat, versorgt damit auch den Rest seiner Familie.

Die Hauptprobleme der Region sind Trockenheit und Dürre. Dies ist jedoch kein neues Phänomen: bereits seit Jahren ist Wasser dort Mangelware. Von etwa 4,5 Millionen Einwohnern leben 85 Prozent als Viehhalter in ländlichen Gegenden. Sie besitzen Schafe, Ziegen, Kühe oder Kamele und ziehen immer dann weiter, wenn es zu trocken wird. Andere bauen Hirse oder Mais auf kleinen Farmen an.

Gemeinsam ist allen jedoch die Abhängigkeit von der Regenzeit. Im Moment gibt es zwar Nahrungsmittel, aufgrund der späten Regenzeit und der geringen Ernte jedoch eindeutig zu wenig.

Im Rahmen des neuen Familienpatenschaftsprojekts wurden zu Beginn 30 Familien registriert, die nun auf die Unterstützung aus Deutschland hoffen dürfen. Auffallend bei den Patenschaftsfamilien in diesem Gebiet ist vor allem die hohe Anzahl an alleinstehenden Frauen, die wegen verschiedener, aber stets gleich tragischer Umstände ihre Männer verloren haben und die Kinder nun alleine versorgen müssen.

Wie zum Beispiel Layala Muhumed Faran. Die Mutter von sechs Kindern trägt das ganze Gewicht der Verantwortung für ihre Familie, da ihr Mann während der Schwangerschaft des letzten Kindes starb.

Witwe Layala Muhumed Faran mit ihren zwei Töchtern und den vier Söhnen. Während der Schwangerschaft ihres jüngsten Sohnes verstarb ihr Ehemann an Bluthochdruck. Foto: humedica

Die Familie besitzt ein kleines Stück Land, welches der Bauer vor seinem Tod selbst bestellte und so für ausreichend Nahrungsmittel sorgte. Nach seinem tragischen Tod steht die Familie nun alleine da und hat zusätzlich zu der Trauer auch die Zukunftsängste zu bewältigen.

Die Witwe Layala kann das Feld nicht selbst bestellen, die anhaltende Trockenheit tut für das Erliegen der Landwirtschaft ihr Übriges. Tägliche Mahlzeiten werden zur Herausforderung. Zu der nächstgelegenen Wasserstelle sind es 13 Kilometer zu Fuß - die Länge einer Strecke. Wie sich die Kinder ohne eine Möglichkeit auf Schulbildung aus dieser Situation herausbefördern sollen, stellt ein weiteres Problem dar.

Ebenso wie Layala Muhumed Faran mit ihrer Familie, liegen die dringendsten Nöte bei allen bisher registrierten Familien in der Versorgung mit ausreichend Lebensmitteln und dem Zugang zu Trinkwasser. Wie auch an den anderen Standorten werden die bedürftigen Familien aus diesem Grund Nahrungsmittel bekommen. Auch Pläne für die Bohrung von Brunnen werden bereits geprüft und wenn möglich, umgesetzt.

Um nachhaltig Veränderungen und Verbesserungen zu bewirken, ist es darüber hinaus von größter Bedeutung, den Kindern eine angebrachte Schulbildung zu ermöglichen und für ihr gesundheitliches Wohl zu sorgen. Sei es durch die Übernahme der Kosten einzelner Behandlungen oder Medikamente oder durch den Einsatz medizinischer humedica-Teams aus Deutschland.

Wir können gemeinsam mit Ihnen nachhaltig Leben verändern. Wir können sie mit Ihnen gar erhalten. Für 10 Euro je Familienmitglied pro Monat können Sie über unser Antragsformular eine Patenschaft für eine Familie übernehmen!

Wenn Ihnen eine dauerhafte Unterstützung selbst nicht möglich ist, Sie aber eine Familie unterstützen möchten, können Sie dies auch mit einer gezielten Einzelspende für das humedica-Familienpatenschaftsprogramm tun. Vielen Dank!

      humedica e. V.
      Stichwort „Familienpatenschaften
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte verändern Sie mit uns gemeinsam die Leben zahlreicher Menschen in Jijiga. Weitere Eindrücke finden Sie in unserer Fotoshow-Leiste auf der Startseite. Foto: humedica/Ruth Bücker

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