Wo es sonst keine medizinische Hilfe gibt

von Margret Müller/RBU, 20.10.2011

Das medizinische Team von humedica und Operation Blessing Philippinen konnte nach der Fahrt in das abgelegene Dorf Ditawini bereits am ersten Tag 103 Patienten behandeln. Die Bewohner des Dorfes litten stark unter den Folgen der Taifune „Nesat“ und „Nalgae“. In den vergangenen Jahren war erst ein einziges Mal ein Arzt in dem Dorf.

Anstelle von Brücken müssen die Flüsse als Straßen dienen und durchfahren werden. Gesichert werden die kleineren Fahrzeuge durch ein Drahtseil von einem größeren Truck. Foto: humedica/Margret Müller

Die Fahrt nach Ditawini ist ein kleines, sehr feuchtes Allrad-Abenteuer. Fast jede Brücke wurde von mindestens einem der zwei Taifune getroffen oder gar zerstört. Die Ausweichwege führen immer durch reißende Bäche und die unbefestigten Straßen sind vor allem durch die vergangenen, wasserreichen Wochen von Löchern übersät.

Mit jedem durchquerten Bach wird klarer, dass es für die sehr armen Bewohner der Dörfer, die wir besuchen, wohl keinen Weg hinaus gibt: sie sind von der Außenwelt abgeschottet.

In Ditawini leben 740 Menschen. Die meisten von ihnen sind Farmer von Reis, Kokosnuss und Mais oder von Beruf Fischer. Die Wirbelstürme haben alle Pflanzen zerstört, also auch die Ernte dieses Jahres. Vielen Bewohnern ist damit die Lebensgrundlage genommen, einigen fehlt Geld, um Nahrungsmittel einzukaufen. Als letzte Möglichkeit ernähren sich viele Familien von Wurzeln.

Den Fischern erging es ähnlich: ihre Boote wurden zerstört und bräuchten Reparaturen, die 2.000 Pesos kosten, was ungefähr 35 Euro entspricht. Für die Fischer eine kosmische Summe.

Schnell steht eine lange Schlange vor der Registrierung und wartet geduldig auf einen Termin bei den Ärzten. Insgesamt können 103 Patienten behandelt werden, die zumeist unter Atemwegserkrankungen oder Hautkrankheiten leiden, die auch durch Wasser und die dauernde Feuchtigkeit verursacht werden.

Viele von ihnen nutzen zudem die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einem Team von Pastoren, die sich Zeit für die emotionalen Belastungen der Bewohner nehmen. Wir sind innerhalb von sieben Jahren erst das zweite Ärzteteam im Dorf, das nächste Krankenhaus scheint gefühlt auf einem anderen Planeten zu stehen.

Der erfahrene humedica-Katastrophenhelfer Dr. Rashid al Badi war bereits in Pakistan, Haiti und Japan tätig, bevor er aktuell für die Philippinen seine Hilfe anbot und nun ehrenamtlich Menschen in Not hilft. Foto: humedica/Margret Müller

Wir sind sehr dankbar, dass wir in Ditawini sein und vielen Menschen seit Jahren das erste Mal medizinische Hilfe anbieten können. Trotzdem wird in dieser Gegend noch viel mehr benötigt. Es fehlt an Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und neuen Einkommensmöglichkeiten. Bitte helfen Sie in dieser Not.

      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Asien
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Großes bewirken mit nur ein paar wenigen Klicks können Sie auch durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×