Danke für sechs Jahre Hilfsmaßnahmen im Sudan

von Ruth Bücker, 04.03.2011

Ein Sprichwort besagt, wenn sich an einem Ort eine Tür schließt, öffnet sich dafür eine andere. Mit etwas Wehmut, überwiegend aber mit Freude darüber, wie vielen Menschen geholfen werden konnte, beendete humedica Ende Juni 2010 seinen sechsjährigen Einsatz in der sudanesischen Bürgerkriegsprovinz Darfur.

Sechs Jahre Nächstenliebe in Aktion im Süd-Darfur. Foto: humedica

Seit 2004 war humedica in dem nordostafrikanischen Mammutstaat helfend tätig. Sechs Jahre Hilfsmaßnahmen, in denen dank des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland über sieben Millionen Euro in effiziente Hilfe umgesetzt und Leben gerettet werden konnten.

Sechs Jahre medizinische Hilfe, die hunderttausenden vertriebenen Menschen, Kindern und Kranken zu Gute kam. Sechs Jahre Hilfsmaßnahmen, die nun mit einem gründlich vorbereiteten Abzug von humedica ihr Ende nehmen.

Im Jahr 2004 startete humedica sein Engagement in dem Bundesstaat Süd-Darfur aufgrund bewaffneter Unruhen und daraus resultierender Flüchtlingsströme mit einem Ärzteteameinsatz. Die ehrenamtlichen Mediziner stellten den Grundstein dar für das über die Jahre hinweg gewachsene und am Ende größte humedica-Projekt.

Mit der Beschreibung aller Inhalte und Maßnahmen könnten einerseits Tage verbracht und hunderte Seiten beschrieben werden, andererseits fehlt es aber an den passenden Worten für das beeindruckende Ausmaß der Hilfe, die geleistet werden konnte.

Sehr gedrosselt umfasste das Engagement von humedica medizinische Versorgung, Bildungsmöglichkeiten, die Koordination eines Flüchtlingslagers und insbesondere in den ersten Jahren des Engagements die Verteilung von Nahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern.

humedica bedeutete medizinische Versorgung

In und um Nyala, der Hauptstadt des Süd-Darfur, betrieb humedica in fünf Flüchtlingslagern Basisgesundheitsprojekte. Insgesamt hatten durch diese Klinikstandorte 200.000 Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Sowohl so genannte Expatriats (eingereiste Mitarbeiter) als auch einheimische Mediziner nahmen sich den Leiden von über einer Millionen Patienten an. Foto: humedica

In der etwa 80 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Kass baute humedica während der vergangenen sechs Jahre eine weitere Klinik auf, zu der 135.000 Einwohner Zugang und somit die Möglichkeit hatten, medizinische Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Aufgrund der auf Dauer angelegten Bauweise wird dies auch zukünftig eine medizinische Anlaufstelle sein.

Neben Behandlungen der gängigen Krankheiten umfassten die Maßnahmen in den Kliniken in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium, dem Welternährungsprogramm und UNICEF Impfkampagnen bei Erwachsenen und Kindern, medizinische Versorgung während der Schwangerschaft oder auch eine 24-Stunden-Geburtsklinik.

Ebenfalls in Zusammenarbeit mit UNICEF und dem Gesundheitsministerium wurden darüber hinaus zahlreiche Workshops durchgeführt, die die Kompetenzen des lokalen medizinischen Personals wesentlich verbessert haben.

Mit Hilfe der Durchführung so genannter mobiler Kliniken erhielten darüber hinaus auch Personen Zugang zu medizinischer Basisversorgung und Impfkampagnen, die nicht in einem der Flüchtlingslager lebten. Ausgestattet mit einem Labor konnten schnelle Tests durchgeführt und in Notfällen die Patienten auf schnellstem Weg in eine der ebenfalls von humedica betriebenen Ambulanzen gebracht werden.

Die Zahl der Menschen, denen durch stationäre und mobile Kliniken geholfen werden konnte, kann nur geschätzt werden, liegt aber bei etwa 1.150.000 Patienten. Über eine Millionen Menschen, denen der Zugang zu medizinischer Versorgung ohne das Engagement von humedica verwehrt geblieben wäre.

humedica bedeutete Zugang zu Wissen

Auf dem Boden sitzend folgten die kleinen Mädchen und Jungen dem Unterricht der Lehrer. Foto: humedica

Die Verbesserung der Bildung für Mädchen und Jungen im Sudan lag humedica in den vergangenen sechs Jahren neben der medizinischen Versorgung besonders am Herzen. Gemeinsam mit dem sudanesischen Bildungsministerium, das die Lehrer stellte, war es ein Ziel der Arbeit, Kindern eine Umgebung zu bieten, in der sie auf die bestmögliche Art und Weise lernen konnten.

Dazu gehörte einerseits, Mädchen wie Jungen die Chance zu geben, an grundlegenden Erziehungsprogrammen teilzunehmen. Andererseits beinhaltete dies die Planung, Bau und Gestaltung der Schulen, so dass die Kinder eine friedliche und zweckmäßige Atmosphäre erlebten.

Insgesamt konnten in den vergangenen Jahren über 40 neue Schulgebäude errichtet, beziehungsweise bereits bestehende Räumlichkeiten renoviert werden. Für insgesamt 9.000 Schülerinnen und Schüler bedeutete dies die Möglichkeit, Unterricht in Englisch, Mathematik, islamischer Rechtslehre und Theologie, sowie in Arabisch und in wissenschaftlichen Fächern zu erhalten.

Lesen Sie in den kommenden Tagen mehr über die vergangenen sechs Jahr im Sudan.

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