„Pastor Sam“ bringt Neuigkeiten aus Manipay nach Altusried

von Stefanie Huisgen, 04.11.2011

Mehr als fünf Jahre liegt der letzte Besuch des srilankischen Pastors Sam Rajasuriar an der Grund- und Mittelschule Altusried schon zurück. Am vergangenen Freitag war die Zeit für ein Wiedersehen gekommen: Gemeinsam mit humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß hat sich Pastor Rajasuriar in die Altusrieder Schule begeben, um den 476 Schülerinnen und Schülern etwas über die aktuelle Situation in der Internationalen Schule Manipay zu berichten.

Die Schülerinnen und Schüler in Altusried lauschen einem Vortrag über die humedica-Schule in Sri Lanka. Foto: humedica/Stefanie Huisgen.

Der Zeitpunkt des Besuches hätte passender nicht sein können, denn nur eine Woche zuvor hatte die Schule einen Sponsorenlauf veranstaltet. Die Kinder der Grund- und Mittelschule waren so viele Runden gelaufen, wie es ihre Kondition zuließ.

Vor der Sportveranstaltung hatten die jungen Läuferinnen und Läufer im Verwandten- und Bekanntenkreis „Sponsoren“ gesucht, die für jede absolvierte Runde eine bestimmte Summe bezahlen wollten. Auf diese Weise war ein beträchtlicher Betrag von 3.000 Euro zusammengekommen.

Mit dem Erlös möchte die Grund- und Mittelschule Altusried drei soziale Projekte fördern. Ein Drittel der Spendensumme fließt in den Sozialfonds der Schule, womit Schülern aus sozial schwächeren Familien beispielsweise die Teilnahme an einer Klassenfahrt oder einem Schulausflug finanziert werden kann. Weitere 1.000 Euro sollen einem Projekt für Straßenkinder in der Ukraine zugute kommen, das die Schule seit 2010 unterstützt.

Schulleiter Hermann Danner nutzte die Gelegenheit des Besuches von Pastor Rajasuriar und Wolfgang Groß, um einen Scheck über 1.000 Euro an humedica zu überreichen. Mit dem letzten Drittel des Erlöses aus dem Sponsorenlauf soll die Internationale Schule Manipay unterstützt werden.

Wolfgang Groß und Pastor Sam Rajasuriar erzählen von der Internationalen Schule Manipay. Foto: humedica/Stefanie Huisgen.

Seit nunmehr 30 Jahren veranstaltet die Grund- und Mittelschule Altusried alljährlich Projekte zugunsten von humedica. Diese langjährige Tradition wollen Schulleiter Hermann Danner und dessen Stellvertreter Johannes Breitfeld gerne beibehalten.

Um den Schülern einen Eindruck davon zu vermitteln, was mit ihrem erlaufenen Spendengeld geschieht, machte sich humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß gemeinsam mit Pastor Rajasuriar, dem Leiter der 1994 ins Leben gerufenen humedica-Tochterorganisation humedica International Lanka, auf den Weg nach Altusried.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Hermann Danner stellte Wolfgang Groß das humedica-Schulprojekt in Manipay vor. Manipay ist ein Vorort von Jaffna, einer Provinzhauptstadt auf der nördlichen Halbinsel Sri Lankas.

Wolfgang Groß erzählte im Rahmen einer kleinen Präsentation zunächst den Grundschülern von der humedica-Schule in Manipay und hatte für seine sehr junge Zuhörerschaft auch viele Bilder im Gepäck. Im Anschluss daran wurden in einem separaten Vortrag auch die Schüler der Mittelschule über die neuen Entwicklungen in der srilankischen Schule informiert.

Nachgefragt: Zwei Mädchen im Gespräch mit Wolfgang Groß und Pastor Sam. Foto: humedica/Stefanie Huisgen.

So erfuhren die jungen Zuhörer, dass die Internationale Schule Manipay in nur viereinhalb Monaten erbaut und am 5. Januar 2006 eröffnet worden war. Besonders erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler darüber, dass der Unterricht in der srilankischen Schule ausschließlich auf Englisch stattfindet.

Auf Nachfrage der Kinder erklärte Pastor Rajasuriar, dass die Beherrschung der englischen Sprache heutzutage eine der besten Voraussetzungen sei, um weltweit an einer Universität angenommen zu werden: „Die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Schule Manipay bekommen durch den Unterricht in englischer Sprache eine qualitativ hohe Ausbildung und haben gute Chancen, einmal zum Studieren ins Ausland gehen zu können.“

Zurzeit werden etwa 600 Schüler und auch Schülerinnen - der Unterricht für Mädchen ist in Sri Lanka keine Selbstverständlichkeit - von 55 Lehrkräften unterrichtet. Die Klassen sind verglichen mit den Gegebenheiten im Rest des Landes relativ klein und haben eine Stärke von 20 bis 25 Schülern. Ab dem nächsten Jahr wird es auch einen Abiturjahrgang geben, der die Schule mit dem renommierten Cambridge-Abschluss verlassen wird.

Für jene Kinder, die eine weite Strecke zur Schule zurücklegen müssen, besteht die Möglichkeit, im schuleigenen Wohnheim zu übernachten oder mit dem Schulbus zu fahren. Mittlerweile sind vier Schulbusse im Einsatz, die die Kinder morgens zur Schule bringen und mittags wieder nach Hause fahren.

"Wer hat Fragen?" Wolfgang Groß und Pastor Sam stehen den Schülern Rede und Antwort. Foto: humedica/Stefanie Huisgen.

Damit die Kinder etwas unabhängiger sind, würde Pastor Rajasuriar ihnen gerne Fahrräder schenken. Dann wären die Schüler nicht mehr nur auf den Bus angewiesen, der nur zweimal täglich fährt.

Für dieses Vorhaben sowie die Finanzierung von Schuluniformen werden dringend weitere Spendengelder benötigt. „Der Unterricht ist kostenlos, aber für die Schuluniformen sowie Schulmaterial müssen die Eltern der Kinder selbst aufkommen“, berichtet Pastor Rajasuriar.

„Zudem benötigen wir etwa 300.000 Euro für den Kauf eines Grundstückes und den Bau einer eigenen Vorschule. Seit drei Jahren befindet sich unsere Vorschule in einem gemieteten Gebäude. Nun möchten wir ein vierstöckiges Haus errichten und dort unsere Vorschule unterbringen“, erläutert der srilankische Geistliche weiter. Zum jetzigen Zeitpunkt besuchen 75 Kinder die Vorschule und werden von sechs Lehrern unterrichtet.

Nachdem Wolfgang Groß und Pastor Rajasuriar ihre Vorträge beendet hatten, wurde für die jungen Zuhörer noch eine kleine Fragerunde veranstaltet, wobei Wolfgang Groß die Funktion des Übersetzers einnahm - denn der Gast aus Sri Lanka sprach Englisch.

„Kannst du bitte auch etwas in deiner Muttersprache sagen?“, fragte ein Grundschüler und forderte „Pastor Sam“ - wie die Kinder ihn der Einfachheit halber nennen durften - auf, ein paar Worte auf Tamilisch zu formulieren.

Pastor Sam Rajasuriar holt sich bei Johannes Breitfeld Anregungen für die humedica-Schule in Manipay. Foto: humedica/Stefanie Huisgen.

Ein Schüler der Mittelschule wollte wissen: „Habt ihr sauberes Wasser in Sri Lanka?“ Darauf gab „Pastor Sam“ zur Antwort, dass das Trinkwasser in Sri Lanka vor dem Benutzen zuerst gereinigt werde.

Ein anderer Schüler schien sich besonders für das Schulprojekt zu interessieren und fragte: „Wie viele Schulen wollt ihr noch bauen?“ Ihm erklärte „Pastor Sam“, dass das Bauvorhaben für die Vorschule zunächst das größte Projekt sei, das es zu verwirklichen gelte.

Im Anschluss an den Vortrag für die Schüler ließen sich Wolfgang Groß und sein srilankischer Freund von Johannes Breitfeld, dem stellvertretenden Direktor, durch die Schulgebäude in Altusried führen.

Pastor Rajasuriar zeigte sich sehr beeindruckt von der guten Ausstattung der Räumlichkeiten. Die neuen Tafeln hatten es ihm besonders angetan. Nun wird er dafür beten, dass solch moderne Schulutensilien auch bald Einzug in die Internationale Schule Manipay halten werden.

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