Wachsende Hoffnung und der Blick in Richtung Zukunft - humedica hilft mit

von Sven Ramones, 04.04.2011

Jahrzehntelanger Bürgerkrieg und der verheerende Tsunami haben tiefe Narben hinterlassen in Sri Lanka. Doch der Inselstaat im Indischen Ozean blickt heute in eine hoffentlich bessere Zukunft. Das Land steht vor einem Neuanfang und humedica ist mit vielen Projekten aktiv daran beteiligt.

Mit unserer Serie „Sri Lanka: Hilfsprojekte für den Neuanfang“ möchten wir Ihnen in den kommenden Tagen die verschiedenen Arbeitszweige von humedica in Sri Lanka vorstellen.

Fast drei Jahrzehnte Bürgerkrieg

Mehr als 25 Jahre lang bekriegten sich in Sri Lanka Regierungstruppen und Rebellen der „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) in einem brutal geführten bewaffneten Kampf, der erst im Jahr 2009 ein Ende fand.

Der grausame Bürgerkrieg hat in weiten Teilen Sri Lankas deutlich seine Spuren hinterlassen. Foto: humedica/Bernd Gisch

Der Krieg geht zurück auf einen seit Jahrtausenden schwelenden Konflikt zwischen der Bevölkerungsgruppe der Singhalesen und der ethnischen Minderheit der Tamilen.

Nach der Unabhängigkeitserklärung Sri Lankas von Großbritannien 1948 beginnen sich die Spannungen zwischen den Gruppen auf politischer Ebene weiter zu verschärfen.

Gesetzliche Erlasse der regierenden Gruppe der Singhalesen führen über Jahrzehnte hinweg zu wachsenden Benachteiligungen der tamilischen Minderheit.

Mit dem Ziel, einen eigenen unabhängigen Staat auf der Insel Sri Lanka aufzubauen, gründen tamilische Freiheitskämpfer 1976 die Rebellengruppe der „Befreiungstiger von Tamil Eelam“. Der uralte Konflikt zwischen Singhalesen und Tamilen war erneut entfacht.

Als Reaktion auf gewalttätige anti-tamilische Proteste verüben die „Befreiungstiger“ im Jahr 1983 einen blutigen Anschlag gegen sri-lankische Soldaten, bei dem mehrere Angehörige der Regierungstruppen getötet werden.

Mit Hilfsgüterverteilungen konnte humedica den Kriegsopfern Unterstützung zukommen lassen. Foto: humedica

Die Feindseligkeiten zwischen Singhalesen und Tamilen hatten sich damit zu einem Bürgerkrieg gesteigert, der in seinem jahrzehntelangen Verlauf mit grausamer Härte auf beiden Seiten geführt werden sollte. Leidtragende waren wie so oft die Menschen der Zivilbevölkerung.

Die Bewohner Sri Lankas sahen sich in den folgenden Jahrzehnten des Krieges der ständigen Bedrohung durch Gewalt ausgesetzt. Für viele endete eine Flucht vor den Kriegsgräueln in Internierungslagern.

Da unter den Flüchtlingen oftmals Angehörige der „Befreiungstiger“ vermutet wurden, überwachte die Regierung die Flüchtlingscamps mit äußerster Strenge. Internationale Hilfsorganisationen bekamen nur in seltenen Fällen Zugang zu den internierten Menschen in den Lagern.

Der Krieg in Sri Lanka forderte Schätzungen zufolge mindestens 70.000 Tote mit zahlreichen Opfern unter der Zivilbevölkerung. Bis zu 250.000 Menschen blieb nur noch die Flucht vor den bewaffneten Auseinandersetzungen in ihren Heimatgebieten.

Der Tsunami 2004

Inmitten der Kriegswirren trifft eine verheerende Naturkatastrophe das ohnehin angeschlagene Land. Im Dezember 2004 löst ein Seebeben vor der Küste Sumatras eine Flutwelle aus, die weitreichende Verwüstungen in Küstenregionen des Indischen Ozeans verursacht.

Die Gewalt der Wassermassen des Tsunamis ließ häufig nur Trümmer und Ruinen zurück. Foto: humedica

Häuser werden zerstört, Privatbesitz geht verloren und unzählige Menschen kommen ums Leben. Für Sri Lanka gehen offizielle Stellen von zehntausenden Todesopfern infolge des gewaltigen Tsunamis aus. Für viele Menschen im Land verschlechterte sich die Lebenssituation zusätzlich.

Das Land und seine Bewohner wurden schwer erschüttert in den vergangenen Jahrzehnten. Doch das Ende des unsagbaren Leids, das die Menschen in Sri Lanka erfahren mussten, markiert heute den Ausgangspunkt für einen Neubeginn.

Die zahlreichen Hilfsprojekte von humedica in Sri Lanka sollen den Menschen notwendige Unterstützung und Versorgung in dieser Zeit des Aufbruchs bringen.

Erfahren Sie im nächsten Teil unserer Serie mehr zum Engagement von humedica im Süden und im Norden des Inselstaats.

Ärzteteams von humedica, hier Dr. Andreas Knie (ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Kaufbeuren und Arzt), brachten nach dem Tsunami in Sri Lanka medizinische Versorgung zu Menschen in Not. Foto: humedica

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