Nicht Leben retten, aber Leben verändern

von Ruth Bücker, 05.07.2011

In den vergangenen Jahren konnte in Simbabwe in den Bereichen der Gesundheitsvorsorge, der Behandlung von HIV und AIDS und im Kampf gegen Armut und Ungleichheit viel erreicht und bereits verbessert werden. Dennoch sind die Lebensbedingungen für die Menschen in dem südafrikanischen Staat nicht gut.

HIV-infizierte Mütter mit ihren Kindern, die für die antiretroviruale Therapie in das St. Joseph-Krankenhaus kommen. Foto: humedica

Bei dem so genannten Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen, der anhand verschiedener Indikatoren wie beispielsweise Bildung, Pro-Kopf-Einkommen oder Lebenserwartung die Lebensqualität und den Wohlstand einzelner Länder misst und miteinander vergleicht, belegte Simbabwe im vergangenen Jahr Platz 169 - dies ist der letzte Rang und diagnostiziert für die Bevölkerung des Landes eine dramatische Situation im Gesundheits- und Bildungswesen und der allgemeinen Lebenssituation.

Seitdem im Jahr 2009 eine schwere Choleraepidemie in Simbabwe ausbrach, engagierte sich auch humedica mit medizinischen Einsätzen und Hilfslieferungen in dem ohnehin strukturell schwachen Land.

Insgesamt knapp 80 Tonnen an Medikamenten, medizinischem Equipment, Büromaterialien, Hygieneartikeln und anderen Hilfsgütern, die den Bedürfnissen der lokalen Partnerorganisationen entsprachen, wurden seitdem entsendet.

Das entspricht etwa der Größe von fünf Lastwagenladungen, die in den vergangenen drei Jahren ihren Weg nach Simbabwe fanden und dort von Kinderheimen oder Krankenhäusern eingesetzt werden konnten.

Eine erst kürzlich bei den Dominikaner-Schwestern angekommene Hilfslieferung beinhaltete auch etwas ganz speziell für die Kleinen. Tüten und Kartons voller Teddybären und Plüschkatzen, gefüllt mit Stoffhunden und anderen Kuscheltieren warteten auf die kleinen Besucher und Patienten des St. Joseph-Krankenhauses.

Mit dem HI-Virus infizierte Mütter erscheinen regelmäßig in der Klinik, um für sich selber und in vielen Fällen auch für ihre Kinder die Medikamente der antiretrovirualen Therapie richtig dosiert zu erhalten und einzunehmen. Patienten, deren gesundheitliche Lage eine solch ambulante Behandlung nicht mehr zulässt, werden stationär in dem Krankenhaus behandelt.

Es ist zwar "nur" ein Kuscheltier, aber ebenso Symbol für Hoffnung und Kind-Sein. Foto: humedica

Insbesondere die Kinder leiden darunter - sowohl an der eigenen Erkrankung als auch an dem Leiden der Mütter. Die aus Deutschland gespendeten Kuscheltiere verpsrachen hier ein wenig Linderung der Trauer und der Schmerzen und sorgten stattdessen für fröhliches Kinderlachen, was leider in dieser Situation eher selten zu hören ist.

Es steht nicht zur Diskussion, dass diese Kuscheltiere weder die Armut lindern, noch die Lebensbedingungen verbessern können oder aus medizinischer Sicht etwas im Kampf gegen das tödliche HI-Virus ausrichten. Aber für die kleinen Empfängerinnen und Empfänger bedeuten sie dennoch Hoffnung und Freude in dem sonst sehr tristen Alltag, der sie umgibt.

Und trägt ein Teddybär, der Glück bringt, nicht doch auch zumindest ein wenig zur Steigerung der Lebensqualität bei? Für die kleinen Empfängerinnen und Empfänger auf jeden Fall und wir möchten uns bei allen Spendern der Kuscheltiere bedanken.

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