Bangen um die kleine Chona und Angst vor der Zukunft

von Judith Kühl/RBU, 21.11.2011

Naturkatastrophen, wie vor wenigen Wochen zwei Taifune und anschließende Überschwemmungen auf den Philippinen, bringen in erster Linie Zerstörung und Verlust von Hab und Obdach. Was darauf aber folgt und oft im Stillen schlummert, ist eine tief verankerte Angst der betroffenen Menschen.

Angst vor weiteren Katastrophen. Und die Angst, wie die Zukunft aussieht. Unsere Koordinatorin Judith Kühl berichtet aus Südostasien.

Die Zerstörung an dem Haus dieser Familie ist sichtbar. Ihre innere Verfassung dagegen nicht. Foto: humedica/Judith Kühl

„Chona sitzt in der langen Warteschlange von 300 Patienten. Verängstigt blickt die Fünfjährige ihre Mutter neben sich an, die wegen Bauchschmerzen zu uns zur Behandlung gekommen ist. Als sie an der Reihe ist, setzt sie laut schluchzend ihr Kind auf den Stuhl vor unsere Ärztin.

Als diese Chona abhören will, schreit die Mutter laut weinend auf und verliert die Fassung. Verstört blickt das Mädchen umher. Sie versteht die Panikattacke ihrer Mutter nicht.

Mitarbeiter des lokalen humedica-Partners, Operation Blessing Philippinen, beruhigen die Frau nach einiger Zeit und fragen nach dem Grund ihres Zusammenbruchs. Die Mutter erzählt, sie habe drei Kinder im Säuglingsalter verloren. Jetzt bleibe ihr nur noch Chona.

Traumatisiert erzählt sie von den vergangenen Wochen, in denen sie große Angst um das Leben ihrer Tochter hatte. Die Taifune vor sechs Wochen, die über die gesamte Provinz Aurora zogen, lassen nicht nur Zerstörung, Verlust und Folgekrankheiten zurück. Es bleibt die große Angst vor weiteren Stürmen, während einzelne Regionen durch Starkregen bis heute unter Wasser stehen.

Viele Hütten und Häuser der 18.000 Einwohner sind überflutet. Der extreme Wind an der Küste weht den Regen in alle Winkel. Durch die schwierigen Wetterverhältnisse ist die Erreichbarkeit der einzelnen Kommunen in der 270 Kilometer von Manila entfernten Küstenregion nicht gesichert. Die Straßen durch die Berge sind kaum bis nicht passierbar.

Krankenpfleger Klaus Ruhrmann, Koordinatorin Judith Kühl und Katastrophenmedizinerin Irmgard Harms auf den Philippinen. Foto: humedica/Fabian Walter

Einen ansässigen Arzt gibt es nicht für die Menschen. Die nächste Klinik ist elf Stunden entfernt. Wenn es stark regnet, sind die Menschen häufig tagelang wie gefangen in ihren Dörfern.

Nur langsam wird die Mutter von Chona ruhiger. Ihre Tochter hat keine gesundheitlichen Beschwerden. Doch es bleibt die Angst, dass Hilfe fehlt, wenn ihre Tochter sie wirklich braucht.

Leider sind nicht alle Menschen, die unsere Mediziner behandelt haben, so gesund wie Chona. Zahlreiche Patienten leiden unter Augen- und Hauterkrankungen, Fieber und entzündeten Wundinfektionen. humedica ist mit Ärzte-Teams seit vier Wochen in Aurora im Einsatz. Immer wieder beeinträchtigen die starken Regenfälle auch unsere Arbeit.

Mit unserem Partner Operation Blessing Philippinen stehen wir den Menschen auch in den nächsten Wochen mit medizinischer Hilfe sowie Hilfsgüterverteilungen zur Seite. Bitte unterstützen Sie uns dabei mit einer gezielten Spende. Vielen Dank."

      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Asien
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Machen Sie auch mit bei unserer Möglichkeit der sms-Unterstützung: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90 senden. Von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro in die humedica-Projekte.

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